Erster Saisonsieg für die „Erste“ (23.10.2017)

 

Starke Weißbretter sichern den Sieg

(Ein Bericht von Andreas Jagodzinsky)

 

Im dritten Saisonspiel hatten wir den NRW-Klassen-Absteiger aus Siegen zu Gast.

An ein Aufeinandertreffen mit den Siegenern konnte ich mich bislang nicht erinnern. Erst zuhause fiel mir ein, dass ich 1994 als Reservespieler mein Verbandsligadebüt in einem Heimspiel gegen Siegen hatte.

Wie in allen bisherigen Saisonspielen mussten wir kurzfristig die Mannschaftsaufstellung umstellen.

Nachdem im zweiten Spiel gegen Lüdenscheid ich selbst am Spieltag noch ausgefallen war, erwischte es dieses Mal Bernd Schartau.

Dabei war er zentrale Figur unserer Spielstrategie, die vorsah, den Kampf idealerweise an den Weißbrettern zu gewinnen.

Gab es in der vergangenen Saison mit Marc Störing einen Spieler, der fast die gesamte Saison die gleiche Farbe (Schwarz) hatte, ist dies in dieser Saison bislang noch extremer. Während Marcus Schmücker, Timo Leonard und ich in allen Partien mit Weiß spielen, treten Carmen Voicu-Jagodzinsky und Moritz Runte ausschließlich mit Schwarz an. Dieses Schicksal konnte ich Marc nur durch meinen Ausfall im letzten Saisonspiel ersparen.

 

 

Da auch Timon Ketteler gestern nicht spielen konnte, rückten Robin Sinnen und Detlev Zuleger in die Mannschaft.

Auch Siegen musste in der Mitte zwei Spieler ersetzen. Während wir an den Brettern zwei und vier favorisiert waren, hatte Siegen nominelle Vorteile an Brett drei und im Unterhaus.

 

Nach etwa eineinhalb Stunden akzeptierte Carmen das Remisangebot ihres routinierten Gegners. Zu diesem Zeitpunkt hatte Timo bereits durch ein Figurenopfer Vorteil erzielt. Marcus und ich hatten die angenehmeren Stellungen. Wirklich schlechter stand zu diesem Zeitpunkt niemand, wenngleich Moritz aufpassen musste, nicht zu sehr in die Defensive gedrängt zu werden.

Während wohl alle damit rechneten, dass Timo uns in Führung bringen sollte, war überraschenderweise plötzlich Marcus fertig. Ich hatte nicht mitbekommen, warum dort alles so schnell ging. Aber jedenfalls führten wir.

Unsere Reservespieler steuerten dann zwei Unentschieden bei, die uns in der Kampfsituation natürlich sehr gelegen kamen, hatten wir doch die Gewinnstellung von Timo und meine bessere Stellung in der Hinterhand. 

Doch leider verlor Moritz seine Partie, und auch Marc geriet unter Druck.

Nachdem Timo gewonnen hatte, hing alles an den Partien von Marc und mir.

Ich hatte mich leider verrechnet. Ein vermeintlich tödlicher Mattangriff scheiterte an einer Verteidigungsmöglichkeit meines Gegners, so dass ich verloren hätte. Also musste ich weitere Vereinfachungen zulassen und verblieb mit Dame und Springer gegen Dame und Läufer in einer angenehmeren aber für meinen Gegner haltbaren Stellung.

Doch während ich danach suchte, wie ich ihn möglichst lange beschäftigen kann, war mein Gegner fasziniert am Brett von Marc stehen geblieben, der sich gerade anschickte, seine Partie zu verlieren. Als mein Gegner an unser Brett zurückkehrte, hatte er noch zwei Minuten für neun Züge.

Er zog seine Dame und griff meinen Bauern an. Dabei entging ihm, dass der Läufer nun hing. Da es auch kein Dauerschach gab, gab er unmittelbar an Marcs Niederlage auf, so dass wir mit 4,5-3,5 unseren ersten Saisonsieg erzielt hatten.

 

 

Weiter geht es nun im November in Hagen.