Vorgeschmack auf die Bundesligen: Von Braunfels nach Kranenburg!

Teil 3: NRW-Auswahl gewinnt die Deutsche Frauenmannschaftsmeisterschaft!

 (Ein Bericht von Andreas Jagodzinsky, 25.10.2021)

 

Die NRW-Auswahl gewinnt in Braunfels bei den Deutschen Frauenmannschaftsmeisterschaften.

Es war ein harter letzter Kampf gegen Sachsen. Und zwischendurch sah es äußerst kritisch aus.

Aber am Ende wurde alles gut. Und es blieb Alessia Ciolacu vorbehalten, mit ihrem Sieg zum 4-3 den Titel zu sichern.

Zuvor hatte die bis dahin überragende Mannschaftsführerin Carmen Voicu-Jagodzinsky "nur" Remis gespielt. Aber zum Glück boten auch Yaroslava Sereda und Kathrin Sewald in kritischer Stellung Remis an und wurden erhört. Da Anna Dergatschowa ihre Partie gewinnen konnte, stand es bei einer Niederlage von Marina Limbourg 2,5-2,5. Große Schwierigkeiten hatte Luminita Cosma. Doch schließlich konnte auch sie Remis spielen.

Und so kam der große Moment von Alessia.

Beim Stand von 4-3 gewann auch Lisa-Marie Möller ihre Partie, so dass die NRW-Bilanz am Ende makellos war.

 

Bei der Siegerehrung erhielten Carmen und Alessia auch Preise dafür, dass sie zu den drei Spielerinnen mit 4,5/5 gehörten.

 

In Kranenburg gab es derweil einen versöhnlichen Abschluss. Zwar gingen alle Kämpfe bis zur sechsten Rund everloren. Aber wenigstens gab es gegen Kaarst einen Sieg und damit einen versöhnlichen Abschluss.

Für die Hemeraner Spieler wurde klar, dass bis zum Saisonauftakt der Bundesliga noch einige Arbeit vor ihnen liegt.

Insgesamt dürften die meisten Spieler mit ihren Resultaten unzufrieden sein.

Einziger Spieler mit einer positiven Bilanz und einem wirklich guten Turnier war Timo Leonard, der drei Partien gewann einmal Remis spielte und zwei Partien verlor.

 

 


 

Entscheidung in Braunfels LIVE!

 

Ab 09.30 Uhr spielen die Frauen des Schachbundes NRW in Braunfels um den Titel bei den Feutschen Frauenmannschaftsmeisterschaften.

 

Die Livepartien gibt es hier: https://chess24.com/de/watch/live-tournaments/german-womens-state-team-championship-2021/5/1/1

 


Vorgeschmack auf die Bundesligen: Von Braunfels nach Kranenburg!

Teil 2

 (Ein Bericht von Andreas Jagodzinsky, 23.10.2021)

 

In Kranenburg und Braunfels sind zur Zeit Spielerinnen und Spieler der Bundesligamannschaften des Schachvereins aktiv.

 

Beginnen wir mit den erfolgreichen Spielerinnen.

In Braunfels sind mit WGM Luminita Cosma, WGM Carmen Voicu-Jagodzinsky, WFM Alessia Ciolacu und Linda Becker vier Vereinsmitglieder für die NRW-Auswahl aktiv. Kathrin Sewald und Lisa-Marie Möller haben als Gastspielerinnen zum Bundesligaaufstieg ihren Beitrag geleistet.

Dass der einzige Bundesligist im Schachbund NRW das Gerüst dieser Mannschaft stellt, ist nicht verwunderlich. Beim Fußball ist ein starker "Bayern-Block" eine Selbstverständlichkeit.

Mit dieser gekonnten Überleitung geht es zur heutigen Runde gegen die Mannschaft aus Bayern um DSB-Vizepräsidentin Olga Birkholz.

Vor 14 Tagen waren es eben jene Bayern, die NRW den Sieg bei den Deutschen Ländermeisterschaften der Jugend entrissen (jetzt wäre der erste Moment für eine geschickte Überleitung zu NRW-Auswahlspieler Moritz Runte nach Kranenburg, das passt jetzt aber nicht).

 

NRW war bei den Frauen zwar an allen Brettern favorisiert, aber irgendwie war es ein merkwürdiger Kampf. Allein Carmen dominierte von Beginn an ihre Partie und setzte ihre Gegnerin sowohl auf der Uhr als auch auf dem Brett gehörig unter Druck. Der volle Punkt an ihrem Brett schien frühzeitig sicher. Gleiches galt für Kathrin. An den anderen Brettern war es entweder so, dass den Gegnerinnen immer mal wieder Chancen eingeräumt wurden (Luminita, Alessia) oder dass man der Gegnerin klaren Vorteil überließ (Anna Dergatschowa) oder der Gegnerin durch ein inkorrektes Bauernopfer Material- und Stellungsvorteil überließ (Marina Limbourg). Nur bei Lisa-Marie und Yaroslava Sereda war lange wenig los.

Mich faszinierte die Partie von Anna Dergatschowa. Sie stand zwar sehr schlecht, aber hatte praktisch keine Zeit verbraucht. Und plötzlich kippte die Partie. Ob es wirklich eine dauerhaft erfolgversprechende Strategie ist, extrem schnell zu spielen und der Gegnerin die Stellung zu überlassen, weiß ich nicht und habe auch meine Zweifel. Aber hier klappte es: 2-0.

Und da auch Marina Limbourgs Gegnerin die - objektiv klar bessere -  Stellung zu heiß wurde, kam es dort zu einer Zugwiederholung. Da Luminita und Alessia auf Gewinn standen, machte Lisa-Marie Remis. Und wenig später stand es 5-1.

Mittlerweile stand zwar Kathrin überraschenderweise auf Verlust, aber Yaroslava Sereda auf Gewinn. Ich kürze ab: beide verloren ihre Partien, so dass NRW mit einem 5-3 die Tabellenführung verteidigte. Morgen geht es gegen Sachsen um den Titel. Live ab 09.30 Uhr hier: https://chess24.com/de/watch/live-tournaments/german-womens-state-team-championship-2021/4/1/1

 

Weniger erfolgreich lief es bei der Jugend, die sich an das Bundesliganiveau erst einmal gewöhnen müssen. Aber anders als bei den Frauen ist es in Kranenburg so, dass hier wirklich die Topspieler der Bundesligisten nahezu vollständig am Brett sind.

Mann der ersten zwei Runden war Timo Leonard, der heute auch gegen den ehemaligen DSB-Kaderspieler FM Samuel Fieberg zum Sieg kam. Leider vergab Moritz Runte am Ende das Mannschaftsremis, als er gegen FM Luca Suvorov seine Gewinnstellung noch verlor.

Gegen Bochum setzte es auch eine Niederlage. Zur Stunde spielen wir gegen Brackel. Es steht aktuell (20.15 Uhr) 0-0.

 

Vorgeschmack auf die Bundesligen: Von Braunfels nach Kranenburg!

 (Ein Bericht von Andreas Jagodzinsky, 23.10.2021)

 

Am letzten Herbstferienwochenende kommt bereits ein wenig Bundesligastimmung auf.

 

Unsere U20-Mannschaft hat durch den Aufstieg in die Jugendbundesliga das Recht erworben, am Qualifikationsturnier für die DVM U20 teilzunehmen. Da die reguläre Saison 2020/21 ausgefallen ist, wird in Kranenburg ausgespielt, wer NRW bei den DVM in diesem Jahr vertreten darf.

Leider gab es eine denkbar knappe Niederlage gegen Münster in der ersten Runde.

Die Siege von Timo Leonard und Alexander Poggemann und das Remis von Valerija Naumenko reichten nicht, weil Moritz Runte, Fabian Trinh und Artur Mai ihre Partien verloren.

Heute steht ein anstrengender Spielplan auf dem Programm. Es geht gegen Porz, Bochum und Brackel, bevor morgen die Spiele gegen Katernberg und Kaarst anstehen: https://www.sjnrw.de/sport/mannschaftsmeisterschaften/u20-mm.html?view=mannschaft&saison=10&liga=132&tlnr=1

 

Die NRW-Frauenmannschaft ist in Braunfels und spielt mit sechs Frauen aus dem Bundesligaaufstiegskader des SV Hemer. Über eine turbulente Anreise und den geglückten Turnierstart gibt es hier einen ausführlichen Bericht: https://www.schach-nrw.de/index.php/8-mitteilungen/270-die-nrw-frauen-fuehren-in-braunfels.html

 

Livepartien gibt es gleich hier: https://chess24.com/de/watch/live-tournaments/german-womens-state-team-championship-2021/4/1/1

 

 

weiter Turniersieg beim 8-Städte-Turnier 1976 in Sedan

(ein Bericht von Reiner Klüting, 17. 10. 2021)

 

Die Ausrichtung des 10-Städte-Turnieres im September 2022 durch den SV Hemer 1932 anlässlich des 90jährigen Vereinsjubiläums ist ein Anlass, in loser zeitlicher Reihenfolge an einzelne Turniere des internationalen Freundschaftsringes zu erinnern.

 

Klickt hier, dann geht es weiter...

Der Spielplan der Frauenbundesliga ist raus!

 

Mit einem Spiel gegen den Hamburger SK beginnt das Abenteuer Frauenbundesliga am 27.11.2021 in Lehrte.

Zum Heimspielwochenende kommt der amtierende Deutsche Meister aus Bad Königshofen nach Hemer. Gespielt wird am 10. April 2022.

 

Den ganzen Spielplan gibt es hier: https://ergebnisdienst.schachbund.de/bedt.php?liga=fb1


 

 

Bilder von Sandra Schmidt (Breitensportreferentin des Deutschen Schachbundes

 

 

Doppelsieg bei den Deutschen Schnellschachmeisterschaften der Frauen

(Ein Bericht von Andreas Jagodzinsky, 03.10.2021)

 

Mit Lara Schulze als Deutscher Schnellschachmeisterin der Frauen und Carmen Voicu-Jagodzinsky als Vizemeisterin landeten zwei Spielerinnen, die in der kommenden Saison für Hemer in der Frauenbundesliga spielen werden, am letzten Wochenende ganz vorne in Lübeck.

 

Es war ein gut besetztes Feld, das  in der Hansestadt zusammengekommen war.  Das Turnier wurde vom Schachverband Schleswig-Holstein  hervorragend organisiert war. DSB-Präsident Ullrich Krause war maßgeblich an der Organistaion beteiligt und begleitete es mit einem lesenswerten Liveticker: https://schachverband-sh.de/de/aktuelles/nachrichten/1305-deutsche-schnellschachmeisterschaft-live-ticker

Die Turnierleitung lag in den bewährten Händen von DSB-Turnierdirektor Gregor Johann, der zusammen mit Sandra Schmidt( zugleich Referentin für Breitensport im DSB), die auch die Fotos vom Turnier gemacht hat, als Schiedsrichter fungierte.

 

Carmen, die im letzten Jahr Dritte geworden war und Lara starteten mit 2/2 und trafen dann aufeinander. Wenn man die Ergebnisse der weiteren Runden gekannt hätte, wäre allen klar gewesen, dass dies das Finale des Turniers werden sollte, was aber in Runde drei selbstverständlich noch nicht klar war.

Carmen kam gut aus der Eröffnung und spielte sehr aggressiv. Allerdings riskierte sie wohl zuviel. Lara verteidigte sich gut und konnte dann den entscheidenden Konter setzen und kam zu ihrem dritten Sieg. Beide Spielerinnen zogen danach weiter souverän ihre Kreise und schlugen auch die Setzlistenerste Marta Michna wie auch die zweite B-Kaderspielerin Annmarie Mütsch. Für Lara endete der erste Turniertag mit der alleinigen Tabellenführung, die sie nicht mehr abgab. Carmen lag auf dem geteilten zweiten Platz.

Danach gab es ein gemeinsames Abendessen aller Teilnehmer und Teilnehmerinnen.

 

Am Sonntag standen die letzten vier Runden auf dem Spielplan.

Carmen spielte noch einmal Remis in Runde sieben. Lara hat sich vielleicht etwas mehr über ihr Remis in der Schlussrunde geärgert haben, verhinderte es doch ein makelloses Ergebnis mit 9/9.

 

Aus dem Hemeraner Bundesligakader war auch die 15-jährige Linda Becker mit dabei. Nach 2,5/5 am ersten Tag misslang ihr der Sonntag mit 0,5/4. Aber die Partien werden ihr wertvolle Erkenntnisse für die kommenden schweren Aufgaben liefern.

 

Alle Ergebnisse gibt es hier: http://chess-results.com/tnr577601.aspx?lan=0&art=4&fed=GER&turdet=YES

 

Zudem spielten auch die Männer ihren Meister aus. Dort war der deutsche Nationalspieler Rasmus Svane der große Favorit, der am Ende mit 9/9 triumphierte.

Mit Moritz Runte gab es auch hier einen Hemeraner Teilnehmer, der sich prächtig schlug. Er spielte nur gegen stärker bewertete Gegner, von denen acht immerhin FIDE-Meister waren.

In Runde eins unterlag er dem Titelverteidiger, den er aber sofort mit einem Sieg ausgleichen konnte. Zwar verlor er in Runde drei eine weitere Partie, aber wer hätte zu diesem Zeitpunkt gedacht, dass es in neun Runden seine letzte bleiben sollte. Am Ende erreichte er 4,5/9 und belegte Platz 33: http://chess-results.com/tnr576272.aspx?lan=0&art=4&fed=GER&turdet=YES

 

Schon wieder eine Deutsche Meisterschaft mit Hemeraner Beteiligung

(Ein Bericht von Andreas Jagodzinsky, 24.09.2021)

 

Gerade sind die Deutschen Jugendmeisterschaften zuende gegangen, wo Linda Becker einen tollen fünften Platz in der U16w erreicht hat. Und davor konnte Carmen Voicu-Jagodzinsky beim German Masters einen beeindruckenden zweiten Platz erzielen.

Aber auch der September hält einen Höhepunkt bereit: in Lübeck finden die Deutschen Schnellschachmeisterschaften statt. Für den DSB-Präsidenten Ullrich Krause ist das genauso ein Heimspiel wie für den Topfavoriten im offenen Turnier, den deutschen Großmeister und Nationalspieler Rasmus Svane.

Und gegen diesen Nationalspieler könnte Moritz Runte spielen, wenn sich ihre Wege im Laufe der neun Runden kreuzen sollten. Da coronabedingt keine Qualifikation in NRW stattgefunden hat, konnten sich interessierte Spieler um die Teilnahme bewerben. Und so kommt Moritz zu seinen ersten Deutschen Meisterschaften bei den Erwachsenen. Stärkster NRW-Spieler ist übrigens IM Christian Braun aus Aachen, der mit seinem Artikel über das Belgrader Gambit im Chessbasemagazin nicht nur Moritz zu einem Sieg bei der Sparkassen Chess Trophy verhalf, sondern auch Pate für die spektakulärste Partie beim German Masters der Frauen zwischen Carmen Voicu-Jagodzinsky und Hanna Marie Klek stand (https://www.youtube.com/watch?v=3FQYSpx4hms).

Mal sehen, ob wir diese Eröffnung erneut sehen.

Carmen ist natürlich auch wieder am Start, nachdem sie 2020 bereits auf dem Treppchen stand.

Favoritin ist allerdings die Deutsche Blitzmeisterin Marta Michna.

 

Mit Linda ist unsere stärkste Jugendspielerin wieder am Start.

 

Dazu kommen noch zwei Spielerinnen, die in der kommenden Saison unsere Frauenmannschaft als Gastspielerinnen verstärken werden. Das Geheimnis lüften wir dann im Laufe des Wochenendes.
 

Die Aufstellungen für die NRW-Klasse stehen fest

(Ein Bericht von Andreas Jagodzinsky, 17.09.2021)

 

Jetzt kennen wir auch die Aufstellungen der NRW-Klasse, die die ersten Befürchtungen/Hoffnungen bestätigen.

In der stärksten Gruppe sind wir vermutlich in jedem Spiel Außenseiter. Das kann man bedauern, aber man kann sich auch freuen, denn trotz überschaubarer Fahrtstrecken bekommen wir erstmals seit Hemers einzigem NRW-Ligaauftritt vor 40 Jahren (damals alllerdings in der 3. Liga) deutlich bessere Gegner, ohne dass das daran liegt, dass unsere eigene Mannschaft so schwach wäre. Zumindest Luminita Cosma und Carmen Voicu-Jagodzinsky hätten in jeder Mannschaft der Vereinsgeschichte an Brett 1 und 2 gespielt. Und auch Moritz Runte, Alessia Ciolacu und ich hätten vermutlich nie tiefer als Brett 3 gespielt. Und bei all den Erfolgen unserer Frauenmannschaft und unserer Jugendmannschaft, die natürlich die sportlichen Aushängeschilder des Vereins sind, bietet diese Saison für die erste Mannschaft im offenen Spielbetrieb einigen unserer verdienten Spielern die Gelegenheit, sich auf überregionaler Ebene zu beweisen.

 

Hoffentlich wird es möglich sein, dass wir auch den interessierten Zuschauern die Gelegenheit bieten, unserer Mannschaft zuzusehen.

 

Hier der Link zur Liga mit allen Aufstellungen: https://nrw.svw.info/ergebnisse/show/2021/3669/

 
 

47. Internationales 10-Städteturnier (Marc Störing)

Nach einer erstmaligen Unterbrechung im Jahr 2020 fand das 10-Städteturnier in Büllingen statt. Ausgerichtet wurde dieses von den Schachfreunden Wirtzfeld in Ostbelgien. Der Schachverein Hemer konnte diesmal nicht vollzählig antreten. Wirtzfeld half aus.

Am erfolgreichsten für den Schachverein Hemer punktete unsere Großmeisterin Carmen Voicu-Jagodzinsky. Zu würdigen auch die Leistung Ihres Sohnes Lukas Jagodzinsky.

 

Hier geht es direkt zum Bericht mit einigen Bildern...

8-Städte-Turnier in Bladel 1975 mit Exweltmeister Prof. Dr. Max Euwe als Zuschauer 

(ein Bericht von Reiner Klüting, 3. 9. 2021)

 

Der nachstehende Bericht erinnert an das zweite 8-Städte-Turnier 1975 in Bladel/Holland, ca. 25 km südwestlich von Eindhoven gelegen. Großer Dank gebührt wieder einmal Eberhard Thomas und Christoph Schulte vom Stadtarchiv Hemer, die mir bereits zahlreiche Zeitungsartikel für das Vereinsarchiv zur Verfügung stellten, unter anderem nun 2 Zeitungsartikel der Westfalenpost (vom 12. 9. und 20. 9. 1975) für diesen Beitrag.

In Bladel fand bereits in den 60er Jahren ein großes Reti-Gedenkturnier statt, an welchem Euwe und Flohr teilnahmen. Bei diesem Turnier wurde auch die „Bladelse Variante“ geboren, die mit 1. d4 f5 2. c4 g6 beginnt.

 

Der SV Hemer als Titelverteidiger trat in dem netten kleinen Städtchen (damals 8500, heute 20500 Einwohner) mit folgender Besetzung an:

 

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Die Paarungen für die NRW-Klasse stehen fest

(Ein Bericht von Andreas Jagodzinsky, 08.09.2021)

 

Seit gestern stehen die Gegner für die erste Mannschaft des Schachvereins in der NRW-Klasse fest.

Aufsteiger Hemer wird in Gruppe 2 antreten. Auch wenn die Aufstellungen noch nicht bekannt sind, könnte diese Gruppe die stärkste unter den vier NRW-Klassengruppen sein.

Die Zweitvertretungen der Zweitligisten Münster und Bochum sowie des ehemaligen Bundesligisten Wattenscheid sind dabei die "größten Namen", aber auch die anderen Gegner dürften nominell besser als Hemer besetzt sein.

 

Wenn die Aufstellungen bekannt sind, werden wir einen Ausblick auf die Saison, die am 07.11. beginnt, wagen.

Ob Zuschauer zugelassen sein werden, wird man sehen müssen.

 

Hier zunächst der Link zur Liga: https://nrw.svw.info/ergebnisse/show/2021/3669/


 


 

Die Jugendmannschaft steigt endgültig in die Bundesliga auf!

(Ein Bericht von Andreas Jagodzinsky, 02.09.2021)

 

Bereits Anfang November 2020 berichteten wir hier vom Sieg der ersten Jugendmannschaft gegen Horst-Emscher und den damit praktisch verbundenen Bundesligaaufstieg.

Dieser stand jedoch noch nicht endgültig fest, weil wir zumindest in der letzten Runde noch antreten mussten.

Diese letzte Runde wurde nun auf den 05.09.2021 terminiert.

Da aber unsere Gegner aus Bünde mitteilten, dass sie nicht antreten werden, stehen wir seit gestern Abend endgültig als Bundesligist fest.

 

Auch unsere zweite Jugendmannschaft kommt zu einem kampflosen Sieg gegen Gütersloh und stiegt als Vorletzter aus der Jugend-NRW-Liga ab.

 


 

Linda Becker wird Fünfte bei den Deutschen Meisterschaften

(Ein Bericht von Andreas Jagodzinsky, 01.09.2021)

 

Auf einem tollen fünften Platz beendete Linda Becker am Sonntag die Deutschen Jugendmeisterschaften U16w.

 

Damit bestätigte sie ihre Entwicklung des letzten Jahres, das sportlich mit dem Aufstieg in die Frauenbundesliga mit dem SV Hemer und dem dritten Platz bei den Deutschen Jugendmeisterschaften U14w zwei sportliche Höhepunkte bereit gehalten hatte.

Linda, die im jüngeren U16-Jahrgang gestartet war und in der Startrangliste nur auf Platz 11 von 22 Teilnehmerinnen lag, bewies damit, dass ihr dritter Platz 2020 keine Eintagesfliege war.

 

Zur Wahrheit gehört aber auch, dass ihr die spielerische Leichtigkeit in diesem Turnier fehlte, die sie im vergangenen Jahr ausgezeichnet hatte. Einige frühzeitige Remisschlüsse in aussichtsreicher Stellung verhinderten möglicherweise ein noch besseres Ergebnis.

Auch in Dortmund und bei den NRW-Meisterschaften lief es schon nicht rund.

 

Möglicherweise fiel es Linda schwer, plötzlich nicht mehr in der Außenseiterrolle zu sein.

 

Dass sie dennoch am Ende in der Tabelle immer weiter vorrückte und punktgleich mit der Tabellenvierten auf Platz fünf ankam, kann unter diesen Umständen nicht hoch genug bewertet werden.

 

Die stärksten Partien gelangen ihr in Runde zwei, als sie einen souveränen Schwarzsieg einfuhr und in Runde neun, als sie gegen die Tabellenführerin die Entscheidung im Titelkampf herbeiführte. Zunächst überspielte sie ihre favorisierte Gegnerin, um dann um den 40. Zug herum fehlzugreifen und eine objektiv ausgeglichene Stellung herbeizuführen.

Anstatt nun vollends die Nerven zu verlieren und die Partie vielleicht sogar noch zu verlieren, überspielte sie ihre Gegnerin erneut und kam nach etwa fünf Stunden zum Sieg.

 

Am Abend durfte sie dann zum zweiten Mal nacheinander bei der Siegerehrung auf die Bühne.

 

Bereits am Sonntag wird sie dann wieder für die zweite Jugendmannschaft des SV Hemer in der NRW-Jugendliga am Start sein und die längste Saison der Vereinsgeschichte, die 2019 begonnen hat, beenden.

In der kommenden Saison wird Linda dann in der ersten Jugendmannschaft spielen und mit dieser genau wie der Frauenmannschaft in der Bundesliga spielen.

 

 


 

Linda Becker bei den Deutschen Meisterschaften

(Ein Bericht von Andreas Jagodzinsky, 24.08.2021)

 

Während die aufmerksamen Leser dieser Seite noch auf den Abschlussbericht zu den Fraueneuropameisterschaften warten (der kommt noch), geht es mit den Deutschen Meisterschaften der Jugend in Willingen direkt weiter.
 

Linda Becker ist erneut qualifiziert. Die Bronzemedaillengewinnerin der DJEM U14w 2020 startet dieses Jahr in der U16w.

Aufgrund ihres schwächeren Resultats in Dortmund hatte sie einige DWZ-Punkte eingebüßt und nimmt in der Setzliste den letzten Platz der ersten Hälfte ein, so dass sie nur knapp an einer Auftaktpartie gegen die Setzlistenerste vorbeikam.

Aber vielleicht wäre das sogar besser gewesen, denn in Runde eins, in der sie klare Favoritin war, tat sie sich doch sehr schwer. Das relativ farblose Remis war jedoch weit besser, als dass was die Zuschauer in den ersten zwei Stunden sahen. Durch einen Übertragungsfehler sah man die falsche Partie. Was die vermeintliche Linda Becker in dieser Partie spielte, ließ die Hemeraner Fans nahezu verzweifeln.

Eine desaströse Niederlage zeichnete sich ab. Doch irgendwann wurde die richtige Partie gezeigt, die wie erwähnt unentschieden endete.

 

Deutlich besser lief es dann am Nachmittag. Linda ließ ihrer Gegnerin nicht die geringste Chance und kam zu einem souveränen Sieg.

 

Am zweiten Turniertag durfte sie lange schlafen, da erst am Nachmittag gespielt wurde. Auch in dieser Partie kam sie gut aus der Eröffnung. Als sie einen Teil ihres Vorteils eingebüßt hatte, endete die Partie mit ihrer leicht favorisierten Gegnerin mit einer Punkteteilung. Damit liegt Linda aktuell auf einem guten vierten Platz.

 

Morgen ist dann wieder frühes Aufstehen angesagt. Um neun Uhr geht es weiter.

 

Die Partie gibt es hier: https://chess24.com/de/watch/live-tournaments/2021-dem-u16w/4/1/1

 

Erinnerungen an das 10-Städte-Turnier vom 06./07. September 2014 in Hemer

(ein Beitrag von Herbert Cloosters, 20. 8. 2021)

 

 

In 2 Wochen findet das 10-Städte-Turnier in Wirtzfeld/Belgien statt; dieser Beitrag gibt einige Erinnerungen an das schöne Turnier vom 6./7. September 2014 in Hemer wieder.

Am genannten Wochenende fand in Hemer die 41. Auflage des Internationalen 10-Städte-Schachturniers statt. Die Mannschaft des SV Hemer konnte nach 38 Jahren (letztmals 1976) wieder den Titel nach Hemer holen. Ein toller Erfolg, über den Andreas Jagodzinsky an anderer Stelle (Rubrik „10-Städte-Turniere“) bereits ausführlich berichtet hat.

 

Hier geht es weiter...


10-Städte-Turnier 2021 - seit 1974 mit einer Unterbrechung im Jahr 2020

Bericht von Marc Störing (als Captain!)

Nach der unrühmlichen erstmaligen Unterbrechung des Traditionsturniers findet dieses vom 04.09.-05.09.2021 in Wirtzfeld, Belgien wieder statt. Der Spielort in Ostbelgien gelegen („Deutschsprachige Gemeinschaft“) war bislang 2 x Ausrichter des Turniers. Obwohl wir nur etwa 180 km entfernt liegen, konnten wir in den Jahren 2000 und 2010 nur den 8. und den 7. Platz erzielen mit einer nicht durchgehend gleichmäßig besetzten Truppe belegen (wobei es bei diesem Turnier auch, aber nicht nur um den Sieg um jeden Preis geht). Im Jahr 2000 noch mit dem unseren, leider verstorbenen, Angriffsspieler Bernd Kistner. Auch Malte Stopsack (Spieler der Jugendnationalmannschaft in Moskau) und Roland Zitzewitz (ehemaliger Bundesligaspieler) waren seinerzeit mit dabei. Es folgten die Jahre in denen man ohne einige Titelträger nicht mehr um den Sieg mitspielen konnte.

Das Turnier findet in einem idyllisch gelegen Landstrich statt. Nahe der Büttgenbacher Talsperre, im Areal des Hotels Drosson in Wirtzfeld / Büllingen. Der übliche Modus mit Schnellpartien (25 Minuten je Spieler) besteht weiterhin.

Dieses Turnier, bereits in den Siebzigern hoch gelobt, beispielsweise für den internationalen Charakter wird glücklicherweise auch in dieser Zeit fortgeführt.

 

Wer Interesse – auch an der Teilnahme hat - oder an weiteren Informationen interessiert ist, kann sich gerne an mich wenden.


Der Schachverein Hemer bei den Europameisterschaften

(Ein Bericht von Andreas Jagodzinsky, 10.08.2021)

 

Und schon wieder gibt es ein Schachturnier mit Spielerinnen des SV Hemer.

Im rumänischen Iasi haben die Europameisterschaften der Frauen begonnen.

Mit WGM Luminita Cosma und WFM Alessia Ciolacu starten zwei Spielerinnen aus unserer Frauenmannschaft.

 

Alessia bekam es in Runde eins mit der Setzlistendritten Lela Javakhishvili aus Georgien zu tun. Alessia kam gut in die Partie, verbrauchte aber zu viel ihrer Bedenkzeit. So konnte ihre routinierte Gegnerin irgendwann die Initiative übernehmen und Alessia vor Probleme stellen, die die amtierende rumänische Meisterin nicht mehr lösen konnte.

 

Besser schien es für Luminita zu laufen, die ihre Gegnerin schrittweise überspielte. Doch in klar besserer Stellung bewahrheitete sich einmal mehr der Satz "Turmendspiele sind immer remis".

 

Insgesamt sind elf Runden zu spielen.

Die Ergebnisse gibt es hier: http://chess-results.com/tnr573407.aspx?lan=0&art=2&rd=1&turdet=YES&flag=30

Die Livepartien kann man ab 14.00 Uhr hier sehen: https://chess24.com/de/watch/live-tournaments/2021-european-women-championship/1/1/1  

 

Bild: Deutscher Schachbund: https://www.flickr.com/photos/schachgipfel/albums

 

Platz 2 beim German Masters - Ein Rückblick

(Ein Bericht von Andreas Jagodzinsky, 06.08.2021)

 

Eine Woche liegt das German Masters in Magdeburg nun zurück.

Und damit ist ein Rückblick längst überfällig.

 

Als Carmen sich vor gut zwei Wochen zusammen mit dem stärksten NRW-Vertreter im Männerturnier GM Daniel Fridman auf den Weg machte, hatte sie überhaupt kein Gefühl, ob sie konkurrenzfähig sein würde.

Nach dem Sieg bei den Deutschen Meisterschaften 2020 hatte sie nur noch die Deutschen Schnellschachmeisterschaften und den Onlineeuropapokal (immerhin mit einem Sieg gegen GM Anna Muzychuk) sowie die Deutsche Onlineliga gespielt.

Natürlich waren auch ihre Gegnerinnen von den Coronaeinschränkungen betroffen. Aber nur Ketino Kachiani Gersinska und Marta Michna hatten genau wie Carmen überhaupt keine Wettkampfpraxis und konnten als ehemalige Weltklassespielerinnen auf einen noch deutlich größeren Erfahrungsschatz als unser Spitzenspielerin zurückgreifen.

 

Erleichtert zog Carmen bei der Auslosung die Startnummer 1, was ihr zwei Weißpartien zum Auftakt garantierte.

Die erste Partie gegen die jüngste Spielerin Antonia Ziegenfuß, die auch als einzige Gegnerin hinter Carmen in der Setzliste zu finden war, war jedoch nicht besonders spannend. Von einem Anzugsvorteil war nichts zu spüren.

 

Gegen Hanna Marie Klek in Runde zwei gelang Carmen dann eine Überraschung in der Eröffnung. Ein Theorieartikel von IM Christian Braun hatte ihre Aufmerksamkeit erregt. Früh opferte Carmen Material und erreichte eine gewinnverheißende Initiative. Allerdings kostete es sie viel Zeit, mit einer Figur weniger den richtigen Weg zu finden, um den Vorteil zu verwerten. Mit nur fünf Minuten für gut 20 Züge verpasste sie einen Gewinn, vergab die Stellung zum Ausgleich und musste sich nun gegen eine konternde Gegnerin verteidigen. Klek kam in Vorteil und stand kurz vor dem Gewinn. Wenn Carmen in dieser Situation verloren hätte, hätte ihr Turnier ganz anders verlaufen können. Aber sie stellte eine Falle, in die ihre Gegnerin hineintappte, wonach Carmen mittels Dauerschach ein Remis retten konnte.

 

Am nächsten Tag gelang ihr ein schneller Sieg aus der Eröffnung heraus gegen Annmarie Mütsch, so dass Carmen mit 2/3 das erste Drittel erfolgreich bestritten hatte.

 

Das zweite Turnierdrittel begann mit einer Enttäuschung. Gegen die Titelverteidigerin Fiona Sieber kam sie mit Weiß schnell in Nachteil. Eine Niederlage zeichnete sich ab. Aber wieder kämpfte unsere Spielerin und schaffte ein Remis.

In der Folgerunde gegen Ketino Kachiani Gersinska war dann nichts mehr zu retten. Verdient verlor Carmen diese Partie und fiel auf 50% zurück. Hanna Marie Klek und Melanie Lubbe zogen an der Tabellenspitze einsam ihre Kreise.

 

In Runde sechs gegen Lara Schulze erreichte Carmen aus der Eröffnung zwar wieder keinen Vorteil mit Weiß. Aber in einer ausgeglichenen Stellung überspielte sie ihre talentierte Gegnerin und kam zum zweiten Sieg.

Ein Video mit ihren Anmerkungen findet man hier: https://www.youtube.com/watch?v=sP1IiNUgJjQ

 

Die vielleicht beste Partie im Turnier gelang Carmen dann gegen Melanie Lubbe. Mit einem schön herausgespielten Sieg arbeitete sich Carmen auf einen halben Punkt an Hanna Marie Klek heran.

Würde es noch einmal spannend werden?

 

Der nächste Tag brachte die Antwort auf diese Frage. Gegen Jana Schneider erreichte Carmen großen, fast gewinnversprechenden Vorteil, den sie aber noch vergab. Mit dem Remis war die Entscheidung zugunsten von Klek gefallen.

 

Nun ging es "nur noch" um Platz zwei, für den Carmen ein Remis benötigte. Doch gegen Marta Michna geriet Carmen immer mehr in Nachteil. Als ein gegnerischer Sieg immer wahrscheinlicher wurde, wiederholte ihre Gegnerin in hochgradiger Zeitnot die Züge, so dass Carmen die nötige Punkteteilung erreichte.

 

Platz zwei in diesem hochkarätigen Feld ist ein tolles Ergebnis für unsere Leistungsträgerin.

 

Die Endtabelle und alle Ergebnisse findet man hier: http://chess-results.com/tnr568343.aspx?lan=0&art=1&turdet=YES

 

Am nächsten Tag standen noch die Blitzmeisterschaften auf dem Programm.

Bei Carmen war nach eigenem Bekunden die Luft raus. Ihr Sieg gegen die deutsche Nummer eins Elisabeth Pähtz hatte zwar noch Auswirkungen auf den Zweikampf an der Spitze, den die stärkste deutsche Blitzschachspielerin Marta Michna für sich entscheiden konnte (zum vierten Mal in Folge!). Aber ansonsten verlor Carmen zu viele Partien und beendet das Turnier auf einem ordentlichen vierten Platz.

 

 

Carmen spielt um den Treppchenplatz in Magdeburg!

(Ein Bericht von Andreas Jagodzinsky, 30.07.2021)

 

Fast wäre es morgen für Carmen noch um den Titel beim German Masters gegangen.

Gut vorbereitet erreichte sie gegen die Setzlistenerste Jana Schneider großen Vorteil, doch dann verpasste sie ihre Chance und musste am Ende ins Remis einwilligen.

Aber Platz zwei nach acht Runden ist aller Ehren wert.

Zwar waren auch ihre Konkurrentinnen von der Pandemie betroffen und konnten kaum spielen. Aber weniger Wettkampfpraxis auf diesem Niveau als Carmen hatte keine der Spielerinnen. Und die fehlende Wettkampfpraxis konnte man ihr in den ersten Runden deutlich anmerken.

Gegen Antonia Ziegenfuß in Runde eins kam Carmen nie in die Nähe von Eröffnungsvorteil. Aus der klar besseren Stellung gegen Hanna Marie Klek in Runde zwei machte unsere Topspielerin eine Verluststellung, die sie noch zusammenhielt. Gegen Fiona Sieber stand sie lange auf Verlust. Und gegen Keti Kachiani Gersinska erwischte es Carmen dann verdient.

Kein Wunder, dass Klaus Bischoff Carmen bei ihrem ersten Liveinterview nach ihrer Gewinnpartie gegen Lara Schulze bei -1 verortete, so viele schlechte Stellungen, wie er bei CArmen in Erinnerung hatte. Aber tatsächlich hatte Carmen +1 und verbesserte sich mit einem tollen Sieg gegen die Spitzenreiterin Melanie Lubbe sogar auf +2. Und heute war der nächste Sieg drin.

Aber sei es drum. Mit Hanna Marie Klek steht bei den Frauen die Siegerin genau so eine Runde vor Schluss fest wie bei den Männern Luis Engel. Diesen beiden ein herzlicher Glückwunsch.

 

Morgen muss Carmen um 10.00 Uhr gegen Marta Michna noch einmal alles geben, um im Idealfall Platz zwei oder wenigstens Platz drei ins Ziel zu retten.
 

 Wer vor den beiden letzten Partien übrigens geglaubt hat, dass die Drittletzte und Vorletzte der Tabelle dankbare Gegnerinnen für Carmen seien, sollte nicht übersehen, dass es sich in diesem unglaublich ausgeglichenen Feld um die Nummern eins und zwei der Setzliste handelt.

 

Hier übrigens noch ein Interview mit der kalren Nummer eins der 89-jährigen Hemeraner Schachgeschichte: https://www.youtube.com/watch?v=IK8jHfXzUtc&list=PLilnecF8fPOJPp9Psi5AKSu8U7ljv90Nf&index=1

 

Linda Becker qualifiziert sich für die Deutschen Jugendmeisterschaften

Und ein Blick nach Magdeburg

(Ein Bericht von Andreas Jagodzinsky, 27.07.2021)

 

Soviel Schach ist man nicht mehr gewöhnt. Und daher fällt es schwer, mit der Berichterstattung immer aktuell zu bleiben.

 

Die beste Nachricht der letzten beiden Tage ist die, dass Linda Becker sich als NRW-Vizemeisterin der U16w für die Deutschen Meisterschaften qualifiziert hat.

 

Als Setzlistenerste ist das nicht unbedingt eine Überraschung. Aber vorgestern fühlte sie sich plötzlich schlecht. Die Sonntagspartie konnte sie mit großer Mühe Remis halten. Die Schwierigkeiten waren weniger schachlicher Natur als ein Unwohlsein, das es unsere Jugendspielerin schwer machte, sich auf die Partie zu konzentrieren. Am Nachmittag ging es ihr dann erstmal besser. Aber bereits am nächsten Morgen, als sie eigentlich gegen eine punktgleiche Spielerin antreten sollte, musste erst einmal ein Arzt aufgesucht werden.

Mit fast drei Stunden Verspätung begann die Partie. Mit großer Disziplin erzielte sie den vollen Punkt und schleppte sich danach wieder auf ihr Zimmer.

Da sie alle starken Gegnerinnen bereits hinter sich hatte, stand ihre Qualifikation eine Runde vor Schluss damit nahezu fest. Immer noch nicht wieder fit besiegte sie ihre Letztrundengegnerin dann schnell und konnte endlich das Turnier hinter sich lassen.

Eine tolle Energieleistung von Linda, die damit zum sechsten Mal in Folge die Qualifikation schaffte.

 

Timo Leonard konnte in der U18 seine tolle Ausgangssituation leider nicht nutzen. Er verlor in der vorletzten Runde und konnte die Qualifikation nicht mehr schaffen. Heute verlor er leider auch die letzte Partie und landete bei 3,5/7. Das gleiche Ergebnis erreichte Fabian Trinh, der aber in Anbetracht der Stärke seiner Gegner damit sehr zufrieden sein darf.

Lehrgeld musste Denny Schulte genannt Trux bei seiner ersten NRW-Meisterschaft zahlen. Aber auch der Autor war schon einmal Letzter bei einer NRW-Meisterschaft.

 

In Magdeburg möchte Carmen Voicu-Jagodzinsky die beiden letzten Tage am liebsten vergessen. Beide Partien verliefen nicht gut. Gegen die Titelverteidigerin Fiona Sieber rettete sie mit großem Kamfpgeist gestern aber noch ein Remis. Gegen die langjährige deutsche Nummer 1 Keti Kachiani Gersinska musste sie heute aber ihre erste Niederlage hinnehmen.

 

Noch sind vier Runden zu spielen. Wir drücken die Daumen!

 

 

Carmen mit erstem Sieg beim German Masters

 

Bilder mit freundlicher Genehmigung des Deutschen Schachbundes

 

Verschollen bei der Dopingprobe

(Ein Bericht von Andreas Jagodzinsky, 25.07.2021)

 

Irgendwann um 16.45 Uhr war die Partie von unserer Deutschen Meisterin Carmen Voicu-Jagodzinsky beendet. Aber alle Versuche, sie zu erreichen, scheiterten. Beim bewährten Kommentator GM Klaus Bischoff tauchte sie auch nicht auf.

Was war geschehen?

 

Irgegendwann meldete sich die verschollene Großmeisterin und erklärte: "Sie haben mich zur Dopingprobe abgeholt. Das hat gedauert. Ich musste erst zwei Liter Wasser trinken." Bei der Gelegenheit ein Gruß an den 74-er Fußballweltmeister Paul Breitner, der einmal sagte: "Dann kam das Elfmeterschießen. Wir hatten alle die Hosen voll, aber bei mir lief's ganz flüssig."

 

Flüssig lief es auch bei unsere besten Spielerin in deren Partie. Den verpassten Gewinn in der gestrigen Partie hatte sie überwunden. Einmal mehr in den letzten zwölf Monaten wählte sie die Französische Verteidigung gegen 1.e4. Inwieweit hier der schlechte Einfluss des Autors eine Rolle spielt, bedarf einer näheren Untersuchung.

In einer normalen Stellung der Vorstoßvariante glaubte ihre Gegnerin offenbar, sie könne die Dame von Carmen fangen. In der konkreten Stellung ging das jedoch nicht. Objektiv war die Messe nach neun Zügen bereits gelesen. Für die Verwertung des Vorteils nahm Carmen sich ausreichend Zeit und erzwang nach weiteren elf Zügen die gegnerische Aufgabe.

 

Danach wurde sie dann von den Dopingtestern der NADA abgefangen. Man mag das belächeln. Aber wie mir unser ehemaliger Frauenbundestrainer und Apotheker Alexander Naumann vor einigen Jahren beim A-Trainer-Lehrgang erklärte, sind Leistungssteigerungen durch Medikamenteneinsatz durchaus denkbar. Allerdings müsste man beim Schach natürlich mindestens genauso scharf auf E-Doping achten, was aber vermutlich für die NADA in den meisten anderen Sportarten nicht relevant ist.

 

Mit 2/3 ist Carmen im Turnier angekommen.

Morgen geht es gegen die Titelverteidigerin Fiona Sieber weiter, die aktuell punktgleich ist.

 

Die Partie von Annmarie Mütsch gegen Carmen Voicu-Jagodzinsky gibt es hier: https://chess24.com/de/watch/live-tournaments/german-womens-masters-2021/3/1/2

 

 

Rückblick auf den Samstag beim German Masters

Spannende Punkteteilungen

(Ein Bericht von Andreas Jagodzinsky, 24.07.2021)

 

Keinen Hemeraner Sieg gab es heute in Magdeburg und in Kranenburg.

 

Abgesehen von Denny Schulte genannt Trux bei den NRW-Meisterschaften der U12 in Kranenburg gab es aber auch keine Niederlagen.

 

Im Spitzenspiel zwischen Linda Becker und Jule Cordes (Bielefeld) in der U16w wurden die Punkte geteilt. Für beide Spielerinnen, die bereits vor einer Woche in Dortmund aufeinander getroffen waren, wobei es für Jule Cordes das bessere Ende gab, war dies jedoch kein Beinbruch. Die topgesetzten NRW-Kaderspielerinnen verteidigten die Tabellenspitze. Wenn sie sich keine Blöße mehr geben, wird es für beide für die DJEM-Qualifikation reichen.

 

Unsere beiden U18-Spieler Timo Leonard und Fabian Trinh trafen in der U18 aufeinander. In Anbetracht der Tabelle wäre ein schnelles Remis keine gute Entscheidung gewesen. Timo, der nominell Favorit war, machte daher von Beginn an Druck. Er hatte über den gesamten Partieverlauf Vorteile. Aber Fabian verteidigte sich umsichtig. Am Ende teilten sie den Punkt, was aber aufgrund der Remisschlüsse an den beiden Spitzenbrettern nichts an der Situation änderte. Beide wahrten ihre Chance auf die DJEM-Qualifikation.

Und unsere drei stärksten NRW-Teilnehmer zeigen, dass man sich auf die erste Jugendbundesligasaison der Vereinsgeschichte freuen darf.

 

Szenenwechsel:

 

Magdeburg, 14.00 Uhr:

Carmen Voicu-Jagodzinsky trifft nach einem farblosen Remis in der Auftaktrunde auf WGM Hanna Marie Klek. Das Auslosungsglück beschert unserer Deutschen Meisterin von 2020 beim German Masters eine zweite Weißpartie.

Und wie schon eine Woche zuvor im Vereinsduell in Dortmund zwischen Moritz Runte und Alessia Ciolacu steht das Belgrader Gambit zur Debatte.

Gut vorbereitet opfert Carmen eine Figur und hat tolle Kompensation. Aber ihre Gegnerin verteidigt sich hartnäckig, so dass Carmen beim Tanz auf dem Drahtseil viel Zeit benötigt. Kurz vor dem sicheren Sieg greift sie in Anbetracht der zahlreichen Varianten fehl.

Plötzlich wendet sich das Blatt. Ihre Gegnerin erreicht klaren Vorteil und steht objektiv deutlich besser. Im Wohnzimmer der Familie Jagodzinsky wird die Stimmung immer schlechter. Eine solche Chance zu vergeben und dann noch zu verlieren, kann ein ganzes Turnier zerstören.

Aber Carmen kämpft. Und als keiner mehr einen Pfifferling auf sie gibt, findet sie eine Chance. Beide Seiten wandeln ihre Freibauern um. Zwar hat Klek zwei Mehrfiguren. Aber während Computer und großmeisterlicher Kommentator den schwarzen Sieg immer noch für sicher halten, wissen die zwei Großmeisterinnen längst, dass es ein Dauerschach für Weiß gibt.

 

Nach über vier Stunden endet eine tolle Kampfpartie mit einer Punkteteilung.

 

Morgen geht es um 09.00 Uhr für unsere Jugendspieler und um 14.00 Uhr für unsere Jugendtrainerin weiter.

 

Die Partieanalyse von Kevin Högy und einen ausführlichen Rundenbericht gibt es hier: https://www.schachbund.de/news/achterbahnfahrten-bei-den-german-masters-in-der-zweiten-runde.html

 

 

 

Von Kranenburg nach Magdeburg

(Ein Bericht von Andreas Jagodzinsky, 24.07.2021)

 

In diesen Tagen ist es schwierig, alle Schachveranstaltungen mit heimischen Spielern gleichzeitig im Auge zu behalten.

 

Seit Mittwoch befindet sich eine Hemeraner Delegation in Kranenburg und nimmt an den NRW-Jugendmeisterschaften teil.

Pandemiebedingt fiel der reguläre Termin in den Osterferien aus. Somit fehlen natürlich einige Spieler, die urlaubsbedingt abwesend sind. Das mag man bedauern. Aber letztlich musste die Schachjugend NRW eine Lösung finden, um eine sportliche Qualifikation zu ermöglichen. Nach allem, was man hört, löst sie diese Aufgabe unter den gegebenen (Corona-) Bedingungen sehr gut. Ehrenamtlich die Verantwortung für die Durchführung einer solchen Veranstaltung zu übernehmen, verdient schon ohne Pandemie großen Respekt. Umso mehr gilt das in diesen Zeiten.

 

Für Hemer sind Linda Becker (U16w), Fabian Trinh und Timo Leonard (U18) und Denny Schulte genannt Trux (U12) am Start. Als Trainer für den Schachverband Südwestfalen kommen noch Valerija Naumenko und Moritz Runte hinzu.

 

Linda hat sich vom Turnier in Dortmund gut erholt und liegt mit 3/3 aktuell an der Tabellenspitze. Ihre Chancen auf die Qualifikation für die Deutschen Jugendmeisterschaften (DJEM) in Willingen sind intakt.

Timo hat nach einem erwartbaren Auftaktsieg gegen zwei Spieler, die wie er zum erweiterten Favoritenkreis gehören, Punkteteilungen erzielt. In Runde vier trifft er auf Fabian. Dessen 2/3 kamen mit den gleichen Resultaten aber gegen Topfavoriten zustande. Die Nummern eins und drei der Setzliste kamen über Unentschieden gegen ihn nicht hinaus.

 

Denny muss aktuell noch Lehrgeld bei seiner ersten großen Turnierteilnahme zahlen, aber hält spielerisch mit.

 

In Magdeburg läuft seit gestern das German Masters. Carmen Voicu-Jagodzinsky ist als Deutsche Meisterin qualifiziert und nach ELO an Platz neun unter den zehn Teilnehmerinnen gesetzt.

Zum Auftakt bekam sie es mit der Nummer zehn Antonia Ziegenfuß zu tun. Diese durfte jedoch nicht unterschätzt werden, gelang ihr vor zwei Jahren doch bereits ein spektakulärer Sieg gegen den heutigen Weltranglistenzwölften Alireza Firouzja.

 

Die Partie wurde dann von Carmen auch sehr solide angelegt. Nach wenig aufregendem Verlauf entstand kurz vor der Zeitkontrolle ein ausgeglichenes Endspiel, in dem keine Seite der Zugwiederholung ausweichen konnte. Carmen, die seit ihrem DM-Sieg keine Partie mehr am Brett gespielt hatte, zeigte sich mit Partie und Ergebnis zufrieden, darf sie doch in der heutigen Runde ein weiteres Mal mit Weiß antreten. Mit WGM Hanna Marie Klek wartet allerdings die nächste gefährliche Gegnerin auf sie.

Die Partie gibt es live hier: https://chess24.com/de/watch/live-tournaments/german-womens-masters-2021/2/1/5

 

 

 

Ein Rückblick auf Dortmund und ganz viel Liveschach

 

(Ein Bericht von Andreas Jagodzinsky, 22.07.2021)

 

 Lange ist es her, dass es so viele Schachereignisse gibt, dass man mit der Berichterstattung kaum hinterher kommt.

 

Gerade gingen der Sportland NRW Cup mit Alessia Ciolacu und Moritz Runte und der Sportland NRW Mädchen Cup mit Linda Becker in Dortmund zuende.

 

Alessia und Moritz können mit ihren Ergebnissen sehr zufrieden sein. Alessias freut sich über eine WIM-Norm, die sie unter anderem ihren Siegen gegen GM Saltaev und IM Abel verdankt.

 

 

Linda zeigt sich bei den NRW-Meisterschaften in Kranenburg bislang gut erholt von ihrem Resultat in Dortmund. Mit 2/2 liegt sie in der U16w an der Tabellenspitze. Aber noch sind fünf Runden zu spielen.

 

Nur einen halben Punkt weniger haben in der U18 Timo Leonard und Fabian Trinh, wobei Fabian mit einem Auftaktremis gegen FM Suvorov ein erstes Ausrufezeichen setzte.

 

Auch Denny Schulte genannt Trux ist an der deutsch-niederländischen Grenze im Einsatz. In der U12 wartet er noch auf seinen ersten Punkt.

 

Als Trainer sind im übrigen Moritz Runte und Valerija Naumenko im Einsatz, die in den letzten drei Jahren gezeigt haben, wie man sich für Deutsche Jugendmeisterschaften qualifiziert.

 

Ab morgen geht es dann für Carmen Voicu-Jagodzinsky beim German Masters in Magdeburg um Punkte.

Die Auslosung ist erfolgt: http://chess-results.com/tnr568343.aspx?lan=0&art=2&turdet=YES

Ab 14.00 Uhr kann man live zusehen, wie es ihr ergeht: https://chess24.com/de/watch/live-tournaments/german-womens-masters-2021/1/1/1

 

 

50 Jahre Städtefreundschaft mit Eupen

Teil 4

(ein Bericht von Reiner Klüting und Herbert Cloosters mit hilfreicher Unterstützung von Dieter Plumanns, Günter Delhaes, Werner Paulus und Marc Störing, 20. 7. 2021)

 

Der 4. und letzte Teil unserer Berichtsserie beginnt mit einigen im nachfolgenden Text zu vertiefenden Fotoimpressionen und einem Nachtrag zur Historie Ostbelgiens.

 

Hier geht es weiter, mit garantiertem Lesegenuss...


WIM-Norm für Alessia Ciolacu

(Ein Bericht von Andreas Jagodzinsky, 18.07.2021)

 

Alessia Ciolacu hat beim Sportland NRW Cup am gestrigen Tag ihre erste Norm für den Titel der Internationalen Meisterin erzielt. Hatte man möglicherweise am Vormittag erwartet, dass Moritz Runte und sie das im Turnier geltende Remisverbot umgehen, um Alessia die Norm zu ermöglichen, so war schnell erkennbar, dass beide sportlich fair die Partie auskämpften.

Wobei ein richtiger Kampf kaum zustande kam, da Moritz zu einem sehr souveränen Sieg kam.

 

Mit dem deutschen U18-Meister Oliver Stork und dem Internationalen Meister Dennes Abel warteten auf Alessia nun zwei der stärksten Spieler im Turnier. Doch sehr souverän hielt sie am Nachmittag nicht nur mit, sondern stand phasenweise sogar angenehmer. Am Ende war eine Stellung entstanden, in der keiner mehr gewinnen konnte. Damit hat Alessia ihre erste von drei erforderlichen WIM-Normen erzielt und in der Liveauswertung steht sie auch über der erforderlichen ELO-Grenze von 2200.

 

Heute endet das Turnier.

 

Gleiches gilt für den Sportland NRW Mädchen Cup, in dem Linda Becker gestern zwei Niederlagen hinnehmen musste.

 

Interview mit Alessia über ihren Sieg gegen GM Saltaev!