Hemer verliert in der NRW-Klasse gegen Welper

(Andreas Jagodzinsky, 13.03.2022)

 

Heute stand das Nachholspiel aus der zweiten Runde gegen Welper an. Unsere Gegner hatten uns seinerzeit um eine Verlegung in Anbetracht der sich wieder verschärfenden pandemischen Lage gebeten.

Nachdem wir uns erst auf den gestrigen Samstag geeinigt hatten, an dem aber wegen Kadertrainingsmaßnahmen Carmen Voicu-Jagodzinsky, Moritz Runte und ich gefehlt hätten, hatten wir kurzfristig noch einmal um einen Tag verschoben.

 

Einige Spieler fehlten aufgrund von Vorabiklausuren oder wegen Krankheit auf unserer Seite, so dass wir an den Brettern fünf bis acht komplett neu formiert antraten. Marc Störing kehrte an Brett fünf in die Mannschaft zurück. Dirk Lamek gab sein Mannschaftsdebüt (korrekterweise eher ein Comeback, nachdem er in den 90-er Jahren schon einige Jahre für Hemer gespielt hatte) genau wie Valerija Naumenko an Brett sieben. Und Detlev Zuleger besetzte nun zum dritten Mal in Folge Brett acht.

 

An den ersten vier Brettern spielten wie bislang immer Carmen Voicu-Jagodzinsky, Moritz Runte, Timo Leonard und ich.

 

Welper war einigermaßen klar favorisiert, aber natürlich wollten wir gerne ein oder zwei Punkte im Abstiegskampf mitnehmen.

 

Doch objektiv waren wir nicht in der Nähe eines 4-4.

Moritz misslang die Partie. Und auch Carmen stand immer unter Druck in einer hochkomplizierten Partie.

 

Auch Dirk und Valerija und vermutlich auch Marc hatten erhebliche Probleme.

 

Detlev hatte einen großen Vorteil auf der Uhr. Timo stand besser. Und ich habe vermutlich eine für meine Verhältnisse richtig gute Partie gespielt, obwohl mir das nicht zu jedem Zeitpunkt klar war.

 

Als erstes verlor Marc. Relativ zeitgleich gewann ich, während Dirk und Moritz verloren. Valerija hatte die Partie mittlerweile gedreht. Auch Detlev stand besser. Und Timo hatte immer noch eine richtig gute Stellung.

Aber letztlich endeten all diese Partien Remis. Und am Ende verlor auch Carmen nach großem Kampf.

 

In 14 Tagen geht es weiter.

 

Aber zunächst steht am kommenden Wochenende die Frauenbundesliga in Löberitz auf dem Programm.

 

Hemer besiegt Südlohn in der NRW-Klasse

(Ein Bericht von Andreas Jagodzinsky, 28.01.2021)

 

Nach der Jugendmannschaft eine Woche zuvor durften  nun auch die Spieler im offenen Spielbetrieb (also ohne Altersbeschränkung oder Geschlechtsvorgabe) wieder an die Bretter.

 

Aufgrund der etwas unübersichtlichen Situation daher zunächst:

Was bisher geschah:

 

Im Herbst 2019 startete die erste Mannschaft des SV Hemer in der Verbandsliga Südwestfalen furios in die Saison. Ein halbes Jahr zuvor noch so gerade dem Abstieg entkommen, setzte man sich an die Tabellenspitze und besiegte die besten Mannschaften der Liga nacheinander. Ein Ausrutscher zu Beginn 2020 kostete die Tabellenführung, die aber sogleich wieder zurückerobert wurde.

Plötzlich verbreitete sich ein Virus von China über die ganze Welt, legte alles lahm und machte - irgendwie wenig überraschend - auch vor dem Schach nicht halt.

Während Ärzte und Pflegepersonal ihre Überstunden ungefähr so exponentiell vergrößerten, wie das Virus sich verbreitete, wurde das Schachleben fast komplett ins Internet verlegt.

 

Irgendwann Mitte 2021 wurde die Saison dann abgebrochen. Der Tabellenführer wurde in die NRW-Klasse befördert.

 

Und dort ging es dann im November los.

Die anderen Mannschaften in der Liga wirkten furchterregend. Zwar sind Fahrten ins Ruhrgebiet oder nach Münster nicht weiter als solche ins Siegerland (die meistens auch bei Schnee stattfanden). Aber nominell sollten wir in jedem Spiel Außenseiter sein.

 

Im ersten Spiel gelang ein klarer Sieg gegen Bochum.

Das zweite Spiel wurde im Einvernehmen mit unseren Gegnern verlegt.

Und im dritten Spiel gab es eine knappe und auch etwas unnötoge Niederlage gegen Münster 2.

Die Tabelle war vor dem vierten Spieltag etwas verzerrt und sollte es auch weiterhin bleiben.

Um es vorwegzunehmen: aktuell haben die Mannschaften in unserer Gruppe zwischen einem und vier Spielen absolviert.

 

Sonntag, der 23. Januar 2022

Südlohn wollte spielen, wir wollten es auch. Damit trafen sich um 11.00 Uhr die beiden Mannschaften im Alten Amtshaus zu Hemer und kämpften um wertvolle Punkte gegen den Abstieg.

 

Für uns saßen an den ersten sechs Bretter die Spieler, die auch schon gegen Münster angetreten waren: Carmen Voicu-Jagodzinsky, Moritz Runte, Timo Leonard, Reiner Klüting und Fabian Trinh. An Brett sieben trat Bernd Pröschold an. Und Detlev Zuleger hatte sich mit einer starken Partie in Münster für einen weiteren Einsatz angeboten.

 

Der Kampf verlief komisch. Im Prinzip war klar, dass wir an den Brettern 1,2 und 7 leicht favorisiert waren und dort punkten sollten. Die Bretter 3 und 4 sollten etwa ausgeglichen sein. An den anderen Brettern lag die Favoritenrolle eher bei den Gästen.

 

Aber Reiners Gegner stellte bereits nach fünf Zügen einen Bauern ein. Dafür ging Carmen die Eröffnung daneben.

Gut luef es bei Moritz und Bernd, der auch früh einen Bauern eroberte. Detlevs Angriff sah zwar auf den ersten Blick gefährlich aus. Aber sollte der nicht durchdringen, könnte es auch sehr schnell ungemütlich werden, weil dann sein König gefährdet stand.

Timo schätzte die Stellung wohl auch falsch ein und stand irgendwie merkwürdig.

 

Und dann kam alles irgendwie ganz anders: Nach etwa drei Stunden hatte Reiner seinen Angriff, den er zusätzlich zum Bauern bekommen hatte, irgendwie falsch fortgesetzt. Er stand nahezu hoffnungslos. Und Carmen musste sich eines gefährlichen Angriffs erwehren. Zudem gefiel mir auch meine Partie nicht sonderlich gut, weil nicht erkennbar war, wie ich auf Gewinn spielen sollte.

 

Doch Carmens Gegner verbrauchte viel Zeit bei der Suche nach einem Gewinn. Und irgendwann opferte er eine Figur. Möglicherweise stand er objektiv besser, aber ein klarer Gewinn war nicht erkennbar. Und Carmen verteidigte sich mit ihrer ganzen Routine. Irgendwann hatte sich der Rauch verzogen, und unsere Spitzenspielerin hatte ein gewonnenes Endspiel. Leider hatte ich derweil fehlgegriffen und stand klar schlechter.

Carmen gewann, Reiner verlor und Timo machte Remis, nachdem er seinen Gegner ausgekontert hatte, aber den Gewinn verpasst hatte.

Den Gewinn oder zumindest die Abwicklung in eine klar bessere Stellung hatte auch meine Gegnerin verpasst, so dass ich jetzt die Partie drehen konnte.

In bereits verlorener Stellung überschritt sie im 40. Zug die Zeit.

 

Endlich hatte ich Zeit, mich mal umzusehen: Bernd stand immer noch klar besser und hatte nun zwei Bauern mehr.

Fabian hatte seinem Gegner zwei Bauern abnehmen können und hatte ein Turmendspiel erreicht. Nur Detlev stand leider völlig auf Verlust. Und Moritz hatte irgendwie seinen Vorteil verspielt und musste mit einem Minusbauern ums Remis kämpfen.

 

Nach dem zwischenzeitlichen Ausgleich an Detlevs Brett zeichnete sich ab, dass Fabian und Bernd noch einige technische Fähigkeiten zeigen mussten. Und dann geschah plötzlich Überraschendes an Moritz Brett: vermutlich hatte der Gegner sich zu sicher gefühlt, dass er die Partie gewinnen würde und Moritz eine Falle erlaubt, nach der unser Spieler mattsetzen konnte. Nun war der Kampf im höheren Sinne gelaufen.

 

Zwar dauerte es bis nach 17.00 Uhr, ehe auch Bernd und Fabian gewonnen hatten. Aber mit dem 5,5-2,5 haben wir wichtige Punkte im Abstiegskampf erzielen können.

 

Hemer besiegt Südlohn in der NRW-Klasse

(Andreas Jagodzinsky, 23.01.2021)

 

Mit 5,5-2,5 gelang Hemers erster Mannschaft heute ein toller EInstand in das Schachjahr 2022.

Gegen den Südlohner SV wurden wertvolle Punkte im Abstiegskampf gesammelt.

Ein detaillierter Bericht folgt.

 

Hier erst einmal die Tabelle, die aufgrund der zahlreichen Nachholspiele natürlich nicht aussagekräftig ist, zum Einrahmen:

 


3-5 Niederlage der Ersten in Münster nach harter Gegenwehr

(ein Bericht von Reiner Klüting, 28. 12. 2021)

 

Nach Verlegung der 2. Runde gegen den SV Welper (12. 3. 2022, 14.00 Uhr) bestritt unsere 1. Mannschaft in der 3. Runde ihr erstes Auswärtsspiel in Münster. Kurz vor Weihnachten, am 19. 12., fanden nicht zuletzt wegen der Corona-Pandemieentwicklung nur 2 der 5 angesetzten Mannschaftskämpfe statt. Im Unterschied zur 1. Runde bestand auch an den Schachbrettern während der gesamten Partie Corona-Schutzmaskenpflicht.

Der SK Münster II trat gegenüber den ersten beiden Runden in der bisher nominell besten Aufstellung an, mit 3 Spielern der ersten 4 gemeldeten Bretter. Es kam zu folgenden Paarungen (in Klammern die DWZ zur Meldefrist für die NRW-Klasse Saison 21/22):

 

1. Christoph Kamp (2210) – Carmen Voicu-Jagodzinsky (2258)

2. Jan-Louis Wichtrup (2103) – Moritz Runte (2166)

3. Lennart Quante (2104) – Timo Leonard (2007)

4. Andreas Jagodzinsky (2102) – Alexander Bösel (2019)

5. Adrian Kamp (1989) – Reiner Klüting (1854)

6. Jakob Weidemann (1939) – Fabian Dat Trinh (1860)

7. Aaron Kamp (1935) – Alexander Poggemann (1796)

8. Lennart Schröder (1970) – Detlev Zuleger (1706)

 

Nach ca. anderthalb Stunden präsentierte sich folgendes Bild: Am Spitzenbrett hatte Carmen mit Weiß aus der Eröffnung heraus eine leichte Initiative. Bei Moritz war in der slawischen Eröffnung etwas danebengegangen. Durch ein Leichtfigurenopfer seines Gegners für 2 Bauern (a- und b-Bauern) und eine sehr unangenehme Fesselung war er unter starkem Druck geraten, da er nicht rochieren konnte. Timo hatte gleich zu Beginn starken Druck im Zentrum mit dem Vormarsch seiner Mittelbauern entwickelt. Andreas hatte nach eigenen Angaben in der Eröffnung einen Fehler gemacht und musste seinen h-Bauern geben, um eventuell irgendwie Chancen am Königsflügel zu bekommen. Insgesamt hatte er bereits eine schlechte Stellung. Am Brett 5 hatte ich mit Weiß im Hybrid-Rossolimo Schwerfigurendruck auf der e-Linie entwickelt. Bei Fabian mit Schwarz hatte ich den Eindruck, dass er die Eröffnung ausgeglichen gestaltet hatte. Die Eröffnungszüge von Alexander bei seinem ersten Einsatz in der NRW-Klasse habe ich nicht mehr genau in Erinnerung, zumal sein Gegner lange Zeit Blitzschach spielte. Ich schätze aber, dass Alex mit Weiß eine leichte Initiative hatte. Am Brett 8 kam Detlev zu seinem ersten Mannschaftseinsatz gegen einen nominell um 265 DWZ-Punkte besseren Gegner. Er hatte mit Schwarz den Stonewall-Aufbau gewählt und stand positionell sehr solide gegen die leichte weiße Initiative.

Wenig später traute ich mich nicht, ein komplizierteres taktisches Gemetzel anzuzetteln, das mir im Endeffekt großen positionellen Vorteil versprochen hätte. Ich wählte einen „ruhigeren“ Damenläuferentwicklungszug und bot kurz danach meinem Gegner in der nun ausgeglichenen Stellung Remis an, das dieser akzeptierte. In der dritten und vierten Stunde folgten weitere Remis. Zunächst Alex, der nach eigener Aussage in hochgradiger Zeitnot eine taktische Gewinnstellung (+7 Bauerneinheiten) hatte. Später hatte Alex ein dynamisches Gleichgewicht in einem Turmendspiel mit gleicher Bauernzahl (jeder mit einem Freibauern) geschaffen.

 

Der Gegner von Moritz hatte ein möglicherweise gewinnbringendes Manöver übersehen. Moritz verteidigte sich kreativ, gab seine Mehrfigur zurück und startete mit einem Entwicklungszug seiner Dame nach f6 (der gleichzeitig eine weiße Leichtfigur fesselte) und des schwarzfeldrigen Läufers auf d6 einen Gegenangriff sowohl auf den Königbauern h2 als auch auf den Tc1 (Drohung: Lxh2+ Kxh2 Dh6+), der mit anschließendem Dauerschach endete. Detlev hatte inzwischen in das Endspiel T + L + Bauern gegen T + S + Bauern abgewickelt, parierte sehr umsichtig und positionell richtig sämtliche Angriffsbemühungen seines Gegners; die Remisbreite wurde wahrscheinlich nie überschritten.

Zwischenstand 2-2.

 

Zusammen mit Detlev versuchte ich nun den Stand des Mannschaftskampfes an den restlichen 4 Brettern einzuschätzen. Andreas sah sich einem massiven Königsangriff mit Zertrümmerung seiner Bauernstruktur durch Figurenopfer ausgesetzt; er verteidigte sich zäh durch Nichtannahme des Figurenopfers und hatte etwas später 2 Leichtfiguren mit Minusbauern gegen einen weißen Turm. Er hatte nach wie vor eine schlechte Stellung. Fabian befand sich nach einem taktischen Gemetzel mit einem resultierenden Bauerminus in einem Springerendspiel mit komplizierter Bauernstruktur. Detlev wies mich auf die allmählich besser werdende Stellung von Fabian hin, der immer mehr größere Initiative entwickelte und Druck auf die weißen Bauern ausübte, so dass es nur eine Frage der Zeit schien, bis der Minusbauer bei weiterhin besserer Stellung zurückerobert werden konnte. Timo hatte seinen Zentrumsdruck in einen Qualitätsgewinn überführen können. Er befand sich nun mit Gewinnchancen in einem nicht leicht zu führenden Endspiel 2 T und Bauern (incl. Freibauer) gegen Turm, Läufer und Bauern, da sich der Gegner sehr gut verteidigte. Carmen besaß im Doppelleichtfigurenendspiel eine bessere Bauernstruktur und entwickelte Druck mit einem Königsvormarsch; ihr Gegner hatte sich bisher umsichtig und gut verteidigt. Ein 4-4 oder gar ein 4,5-3,5 Sieg erschien für Detlev und mich denkbar.

 

Die nächste Partie wurde zu unserem Ungunsten am Brett 4 entschieden: Andreas hatte den Mattangriff durch Rückgabe von Material pariert und befand sich inzwischen mit 2 (oder 3?) Minusbauern im ungleichfarbigen Läuferendspiel. Kurz vor der Zeitkontrolle hatte Andreas einen Moment die Chance, eine Zugwiederholung zu erzwingen. Diese Gelegenheit verpasste er und musste sich schließlich der Bauernübermacht beugen.

Dann spielte sich das Drama an Brett 6 ab, das dem Kampf die entscheidende Wendung gab:

 

 

Fabian mit geringem Zeitbudget versäumt es, in ein gewinnbringendes Bauernendspiel durch Springertausch abzuwickeln (siehe Partieausschnitt, Richtigkeit der Stellung ohne Gewähr). Dieses war meines Erachtens gar nicht leicht zu sehen; denn man muss hier nicht nur das Bauernendspiel, sondern auch als Alternative das weiße Springeropfer genau berechnen. Fabian entschied sich mit b4 für die Festlegung seiner vorher beweglichen Bauernstruktur und machte sie damit angreifbar durch den weißen Springer. Vielleicht war die Partie nach seiner Entscheidung immer noch Remis, als er sich anschließend auf die Eroberung des weißen a-Bauern konzentrierte, um seinen b-Bauern schnellstmöglich zur Damenumwandlung (gegen die sich der weiße Springer opfert) einzuziehen. Stattdessen hätte er vermutlich mit dem König zu den verbliebenen verbundenen weißen Bauern zurückkehren können und damit keine Tempozüge verloren. Insgesamt trotzdem eine hochklassige und spannende Partie!

 

Wenig später endete Carmens Partie remis, in der trotz der dauerhaften weißen Initiative die Remisbreite nie überschritten wurde. Der Kampf war entschieden. In der 7. Stunde spielte jetzt noch Timo, der sich trotz des Qualitätsvorteils immer wieder mit giftigen Gegenideen seines sehr gut verteidigenden Gegners auseinandersetzen musste; auch diese Partie endete schließlich remis zum 3-5 Endstand.

 

 

Fazit: Ein langer, teilweise dramatischer Mannschaftskampf, in der unsere Mannschaft keineswegs schlechter spielte als gegen Bochum und meines Erachtens sehr gut fightete. Caissa war uns einfach an diesem Tage weniger wohl gesonnen. 

Tabellenführung zum Saisonauftakt

(Ein Bericht von Timo Leonard, 09.11.2021)

 

Am vergangenen Sonntag empfing Hemer I die zweite Mannschaft von Bochum zum Saisonauftakt der NRW-Liga. Unsere Gegner waren stark ersatzgeschwächt, sodass wir an nahezu jedem Brett einen deutlichen DWZ-Vorteil hatten. Nichtsdestotrotz war der Kampf zeitweise spannender als es das 6-2-Ergebnis vermuten lässt.

 

Fabian Dat Trinh verlor an Brett sieben früh einen Bauern, ohne dafür viel Kompensation vorweisen zu können und auch Reiner Klüting stand nach der Eröffnung nicht ideal. Besser sah es hingegen an den vorderen Brettern aus. Hier konnte besonders Moritz Runte seinen Gegner an Brett zwei schnell unter Druck setzen und einen Bauern gewinnen. Auch am Spitzenbrett hatte Carmen Voicu-Jagodzinsky nie Probleme und konnte in einer scharfen Stellung die Initiative übernehmen. Die Bretter drei bis fünf (Timo Leonard, Andreas Jagodzinsky, Marc Störing) waren alle okay für uns, wobei ich Andreas‘ Stellung mit Angriff auf unterschiedlichen Flügeln als sehr zweischneidig einschätzte.

 

Kurze Zeit später endete Reiners Partie im Remis. In einer schwierigen Stellung fand er eine schöne Kombination und wickelte so in ein angenehmes Endspiel ab.

 

Fabian nahm sich hieran ein Beispiel und konnte durch überzeugendes Gegenspiel ebenfalls eine Punktteilung aus seiner anfänglich zweifelhaften Stellung herausholen. Bernd Pröschold hatte am achten Brett zu diesem Zeitpunkt bereits starken Königsangriff, sodass die Führung nur noch eine Frage der Zeit war.

 

Nach anfänglichen Startschwierigkeiten war der Sieg bei einem Stand von 2-1 nun in Griffweite: An den ersten beiden Brettern standen wir weiterhin besser. Andreas konnte sich gegen den bedrohlich anmutenden Königsangriff seines Gegners verteidigen und entscheidend am Damenflügel durchbrechen. Meine Stellung war immer noch okay. Nur Marc hatte zu diesem Zeitpunkt eine Qualität weniger und stand vermutlich etwas schlechter.

 

Es folgen Punktteilungen von Marc, der es irgendwie schaffte seine schwierige Stellung in ein völlig ausgeglichenes Turmendspiel abzuwickeln, welches er laut Reiner sogar noch kurzzeitig auf Gewinn spielte, und mir. Anschließend konnte Andreas in ein Bauernendspiel abwickeln und mit einem lehrbuchartigen Hebel seine Partie gewinnen. Kurze Zeit später wandelte auch Carmen ihr gewonnenes Endspiel zum vollen Punkt um. Somit war der Kampf gewonnen. Ungeachtet dessen spielte Moritz noch einige Zeit weiter und wurde schlussendlich ebenfalls mit dem vollen Punkt belohnt. Dieser halbe Brettpunkt könnte sich in der stark besetzten Gruppe 2 der NRW-Klasse noch als wichtig herausstellen.

 

 

Am 5.12 geht es mit einem Heimspiel gegen den SV Welper weiter.

 


Die Bilder vom Wochenende (01.03.2020)

Zurück an der Spitze

(Ein Bericht von Andreas Jagodzinsky, 03.03.2020)

 

Wie schon erwähnt war das keine Glanzleistung, die wir im Heimspiel gegen Ruhrspringer zeigten.

Obwohl wir in annähernder Bestbesetzung angetreten waren und für Alessia Ciolacu und Artur Mai Carmen Voicu-Jagodzinsky und Roland Zitzewitz in die Mannschaft gekommen waren, taten wir uns ungemein schwer.

 

Meine Partie hatte ihren einzigen Höhepunkt in einem spektakulären Turmopfer, nach dessen Annahme die Partie ungefähr im 15. Zug beendet gewesen wäre.

Nach der Ablehnung endete sie genau im 15. Zug, da ich keinen Grund hatte, das gegnerische Remisangebot abzulehnen. Ein Weiterspielen hätte lediglich einen Kampf um die Punkteteilung bedeutet, weil die gegnerische Stellung deutlich angenehmer zu spielen war.

 

Ob man der Einschätzung von Marten Mischlack auf der Seite unserer Gegner in Bezug auf Glück und Pech folgen muss (http://www.sv-ruhrspringer.de/2020/03/01/gute-leistung-gegen-die-tabellenspitze/), kann man sicher diskutieren. Irgendwie muss man ja aus der Ausgangsstellung heraus immer Glück oder Pech haben, um die Punkteteilung zu vermeiden.

Carmen hätte ihre Partie genau so wenig verlieren müssen wie Fabian Trinh. Moritz Runte hätte beim Stand von 3,5-3,5 von seiner Stellung her um kurz vor 20.00 Uhr gewinnen müssen. Auf der anderen Seite haben ihre Gegner die Partien letztlich genauso glücklich wie aber auch verdient gedreht oder gehalten.

 

Gleiches gilt für Timo Leonard, der eine ausgeglichene Stellung einfach gespielt hat und seinem erfahrenen Gegner so lange Probleme bereitet hat, bis er sie – dann auch irgendwie verdient – gewonnen hat.

Roland stand mal bequem, dann schlecht, dann vielleicht wieder etwas besser. Am Ende wurde es Remis.

Reiner Klüting stand ein wenig angenehmer, aber sein Schwarzremis ging in Ordnung.

Abgesehen von den Remispartien von Reiner und mir ging wohl alleine die Partie von Marc Störing gegen unseren letztjährigen Jugendgastspieler Niklas Werthmann mit einem verdienten Ergebnis, nämlich Marcs Sieg aus.

 

Hier trafen zwei Spieler aufeinander, die beide in dieser Saison unglaublich erfolgreich gespielt haben. Aber Marc konnte seinem Gegner eine Stellung aufzwingen, die ihm überhaupt nicht lag, obwohl sie objektiv vermutlich ausgeglichen war. So kam Marc am Ende zu einem weiteren Sieg.

 

Am Ende stand es 4-4. Und das war sicher ein gerechter Ausgang dieser in kämpferischer Hinsicht tollen Begegnung.

 

Aufgrund der günstig verlaufenen anderen Spiele eroberten wir die Tabellenspitze zurück.

Man muss aber festhalten, dass wir in den letzten drei Spielen nicht mehr überzeugen konnten. In der Form wird es mit dem Aufstieg schwer. Unsere Gegner hingegen haben ihre Lage im Abstiegskampf verbessert und sind beim Kampf um den Klassenerhalt nicht auf fremde Hilfe angewiesen, wenngleich wir die gerne leisten.


Tabellenspitze verloren

(Ein Bericht von Andreas Jagodzinsky, 03.02.2020)

Hemer I, Hemer II, Hemers Frauenmannschaft und Hemer U20 I führten am gestrigen Tag um 14.00 Uhr ihre Tabellen an und wiesen in 17 Spielen eine Bilanz von 34-0 Punkten auf.

Diese Serie, die vermutlich einmalig in der bisherigen Vereinsgeschichte ist, endete gestern in Schwerte.

Zwar befand sich Schwerte im Abstiegskampf, aber die ausgeglichen besetzte Mannschaft, die zu einem großen Teil schon seit den 80-er Jahren so zusammenspielt, hatte ich bereits nach den Siegen gegen die Mannschaften aus der vorderen Tabellenhälfte als gefährlichsten Gegner in der zweiten Saisonhälfte eingeschätzt.

Wir hatten Alessia Ciolacu aufgeboten. Die Vizeeuropameisterin von 2018 pausierte dafür in der Frauenmannschaft und sollte an Brett zwei gegen den DWZ-stärksten gegnerischen Spieler antreten (wobei die DWZ-Unterschiede bei Schwerte in einer Bandbreite von etwa 150 Punkten liegen).

Sie sollte am Ende des Kampfes noch eine entscheidende Rolle spielen. Aber dazu später.

Die Schwerter empfingen uns in ihrem neuen Spiellokal, was neben einem großen Spielsaal auch die Möglichkeit bietet, nach Heimkämpfen noch zusammenzusitzen und zu essen. Die zahlreichen Autos auf dem Parkplatz sprachen jedenfalls für eine gute Küche.

Spiele gegen Schwerte gehören zu den angenehmsten des Spieljahres. Die Auswärtsmannschaft hat es nicht zu weit. Viele Spieler kennen sich seit Jahren/Jahrzehnten. Die Atmosphäre ist freundschaftlich. Und nur ganz selten gibt es Kantersiege. Meist gibt es enge Spiele, die entweder wegen Martin Dürwald für Schwerte ausgehen oder trotz Martin Dürwald von Hemer gewonnen werden.

Dass es am Ende einen Zweipunktevorsprung für Schwerte gab, war frühestens eine Stunde vor Spielende abzusehen. Bis etwa 17.30 hätte ich keine Mannschaft bei mehr als 4,5 Punkten gesehen.Es begann mit einem Remis von Reiner Klüting. Kurz darauf folgte Marc Störing.

Als erstes sah es an meinem Brett sehr gut für eine Seite aus. Hier zeichnete sich früh ab, dass ich deutlich besser ins Spiel gekommen war. Irgendwann gewann ich Material. Fabian Trinh stand gegen Martin Dürwald unter Druck. Aber objektiv sollte über Ausgleichschancen verfügen. Timo Leonard stand in einer sehr scharfen Stellung objektiv besser.

Irgendwann musste er eine Zugwiederholung zulassen. 1,5-1,5. Dann nahm der Regner von Moritz Runte nach langem Abwarten ein Remisangebot an.

2-2

Als ich nach einer kleinen Kombination entscheidenden Materialvorteil erlangte, gab mein Gegner auf. Doch fast gleichzeitig musste Fabian seinem Gegner zum Sieg gratulieren.

3-3

Nun spielten nur noch Artur Mai und Alessia. Artur hatte einen leichten Materialvorteil, musste sich aber gegen einen gefährlichen Angriff wehren. Und Alessia stand besser. Beide verkehrten aber in Zeitnot. Schwertes Mannschaftsführer Thomas Fleischhauer und ich unterhielten uns darüber, ob ein 4-4 nicht ein Ergebnis sei, das für beide Mannschaften in Ordnung sei, als Alessia ein Remisangebot erhielt. Ihr Blick zeigte, dass sie unbedingt weiterspielen musste.

Es ging also weiter.

Irgendwie verloren aber an Brett zwei plötzlich beide Kontrahenten etwas die Übersicht, wie viele Züge bis zur Zeitkontrolle noch zu spielen waren. Das könnte eventuell daran gelegen haben, dass die Schwerter irgendwann, als Martin wahrscheinlich noch Jugendspieler war, günstig eine große Zahl von Partieformularen erwerben konnten. Um Tinte zu sparen, war beim Jahr schon die „19“ vorgedruckt. Das war für 5/8 der Hemeraner Mannschaft die Zeit mit den beiden Weltkriegen und z.T. deutlich vor ihrer Geburt. Zum anderen war auf der ersten Seite Platz für 50 Züge. Zumindest Alessia glaubte zwischendurch, dass sie noch über zehn Züge machen müsste.

In hochkomplizierter Stellung übersah sie schließlich einen gegnerischen Konter. Zur Vermeidung eines Matts musste sie eine Figur geben. Nach der Zeitnot war der Gewinn für ihren Gegner nur eine Frage der Technik. Artur hatte leider im ersten Zug nach der Zeitkontrolle die Partie endgültig eingestellt, nachdem es in der Zeitnotphase hin und her gegangen war. Artur kämpfte noch ca. 45 Minuten kreativ weiter, was ihm nach der Partie den Respekt der gegnerischen Spieler einbrachte. Als sein Gegner nach Arturs Aufgabe meinte, er hätte bis kurz vor Schluss Remis angenommen, meinte Artur verblüfft, dass uns das doch bei 3-4 nichts gebracht hätte.

Was bleibt von dem Spieltag?

Es war ein von beiden Seiten verbissen geführter Kampf, der aber von allen 16 beteiligten Akteuren jederzeit sportlich und ehrlich geführt wurde. Das haben wir zumindest in einer Partie in dieser Saison schon anders erlebt. Wollen wir hoffen, dass es auf die am Ende nicht ankommt.

Zwei unserer jüngeren Spieler haben in entscheidenden Situationen Verantwortung übernommen und waren bereit, etwas zu riskieren, auch wenn es dieses Mal nicht gereicht hat. Wir haben die Tabellenspitze verloren und haben einen Brettpunkt Rückstand.

 

In vier Wochen geht es weiter.

Hemer I gewinnt weiter

 

(Ein Bericht von Andreas Jagodzinsky, 08.12.2019)

 

Auch gegen den punktgleichen Tabbelenzweiten Hellertal setzte die erste Mannschaft ihren Siegszug fort. Aber es war ein hartes Stück Arbeit, bei dem wir nicht nur wie gegen Velmede einen Rückstand, sondern dieses Mal sogar zwei Rückstände aufholen mussten.

 

Kurzfristig mussten wir den Ausfall von Reiner Klüting verkraften, so dass Mirco Wagner zu seinem zweiten - und leider letzten - Einsatz für die erste  Mannschaft kam.

Da auch Carmen Voicu-Jagodzinsky wegen eines NRW-Kaderlehrgangs nicht zur Verfügung stand, besetzten erneut Moritz Runte und Timo Leonard die Spitzenbretter.

 

Der Kampf begann mit einem sicheren Weißremis durch Artur Mai, der im letzten Spiel für Bernd Pröschold sein Brett räumen musste. Mit dem dritten Remis im dritten Einsatz wies Artur erneut seine Verbandsligatauglichkeit nach.

 

Nach gut dreieinhalb Stunden einigte sich Fabian Trinh mit seinem Gegner auf die Punkteteilung. Das Damenendspiel bot für beide Spieler keine Gewinnchancen.

 

Doch dann musste sich Timo Leonard geschlagen geben. Aber seine Aufgabe war auch zu schwer. Sein Gegner hatte zwar in der Eröffnung mit Weiß keine besonders gute Stellung herausgespielt. Aber Timo schaffte troz langem Nachdenken nicht, seinen kleinen Vorteil zu verwerten. Und auf der anderen Seite des Brettes hatte er einen Gegner, der seit zwei Jahren fast alle Partien gewonnen hat und in gut 30 Partien mit einem fast perfekten Ergebnis 500 DWZ-Punkte gewinnen konnte. Bereits Roland Zitzewitz musste vor zwei Jahren die Überlegenheit anerkennen, obwohl er damals noch ca. 500 Punkte mehr als sein Gegner aufwies.

 

Von der Aussicht, auch jenseits der 20 noch Leistungssprünge zu machen, beflügelt, mussten Roland Zitzewitz, Marc Störing, Mirco Wagner und ich versuchen, den Kampf noch zu retten.

 

Zunächst glich ich zwischenzeitlich aus. Aber leider verlor wenig später Moritz Runte. Ich hatte ihn zwar noch vor den taktischen Fähigkeiten seines Gegners gewarnt. Aber leider half das nichts. 2-3.

Doch zu diesem Zeitpunkt standen wir an den anderen Brettern besser. Als erstes gewann Mirco.

Marc und Roland spielten dann den 5-3-Sieg heraus. Marc ist aktuell sicher der Spieler im Team, der nominell am deutlichsten über seiner DWZ-Erwartung spielt.

 

Nach Hemer II überwintert auch Hemer I auf dem Platz an der Sonne.

 

Am Wochenende ziehen dann hoffentlich unsere Frauenmannschaft und unsere erste U20-Mannschaft nach.

 

Hemer gewinnt gegen Velmede!

(Ein Bericht von Andreas Jagodzinsky, 17.11.2019)

 

Am heutigen Sonntag spielten in Hemer nicht nur Hemer und Velmede/Bestwig das Spitzenspiel der Verbandsliga. Zugleich trat auch Iserlohn gegen Ruhrspringer an.

Bei Kämpfe waren sehr spannend, wobei ich für den Iserlohner Kampf auf die Homepage der Kollegen hinweisen möchte: http://www.koenigsspringer-iserlohn.de/Tempo/index.php/ergebnisse-der-2-mannschaft/993-vl-3-ski2-behaelt-die-rote-laterne.

 

Bei uns spielte Moritz Runte erstmals in dieser Saison am Spitzenbrett und bekam es mit dem stärksten Spieler der Liga, Bernhard Rittmeier zu tun.

Auch an den Brettern zwei bis vier waren Timo Leonard, ich und Reiner Klüting DWZ-Außenseiter. Gleiches traf an Brett sechs auf Marc Störing zu. Von der normalen Besetzung war nur Roland Zitzewitz leicht favorisiert.

Um im Spitzenspiel Chancen zu haben, wurden mit Mirco Wagner und Bernd Pröschold zwei Spieler eingesetzt, die nicht zum Kader der ersten Mannschaft gehören.

 

Bernd Pröschold kam auch schnell in Vorteil. Ich ging davon aus, dass er uns in Führung bringen würde. Das tat er auch, aber erst sehr viel später als erwartet. Ich hatte noch eine DSB-Veranstaltung in den Knochen (vielmehr zwei lange Fahrten) und bot schnell Remis an. Mein Gegner lehnte aber ab, so dass ich spielen musste. Moritz stand leider früh kritisch. Interessanterweise endeten die Bretter 1-4 schneller als 5-8. Zuerst ließ Reiner eine gute Gelegenheit aus und spielte Remis. Nach ca. dreieinhalb Stunden musste dann Moritz aufgeben. Der Ausgleich durch mich folgte aber binnen einer Minute. Kurz danach spielte Timo Remis.

 

An den anderen Brettern war die Einschätzung schwierig. Roland stand plötzlich sehr schlecht und musste aufgeben. Damit lagen wir wieder hinten. Aber Mirco konnte einer komplizierte Stellung plötzlich gewinnen: 3-3.

Bernd stand immer noch gut, aber hatte sich das Leben wohl unnötig schwer gemacht.

Sehr erfreulich war Marcs Partie, die langsam klar besser für ihn wurde. Hier geht es zur Partie: http://view.chessbase.com/cbreader/2019/11/18/Game6473745.html

Irgendwann gewannen dann Bernd und Marc innerhalb weniger Minuten.

 

Mit dem 5-3 konnten wir uns von Ligafavorit Velmede/Bestwig um zwei Punkte absetzen.

Mit Helelrtal wartet nun der zweite spielstarke Aufsteiger im Dezember auf uns. 


Gelungener Auftakt in der Verbandsliga

(Ein Bericht von Reiner Klüting, 16. 9. 2019)

Beim Saisonauftakt gegen Königsspringer Hagen, die ohne ihr Spitzenbrett Maik Naundorf angereist waren, traten bei uns 4 Jugendliche (Brett 2, 3, 6 und 8) und 4 Ü40-Spieler/innen (Brett 1, 4, 5 und 7) an. Die Ü40-Fraktion war mit WGM Elena Luminita Cosma verstärkt worden. An Brett 6 und 8 kamen die neuen Stammspieler Fabian Dat Trinh und Artur Mai zum Einsatz. Aufgrund der kurzfristigen Verschiebung der Jahrgangsstufenfahrt wegen Unwetters konnten überraschend sowohl Artur als auch Moritz Runte den Mannschaftskampf mitspielen.

Fast an allen Brettern entwickelten sich interessante und spannende Partien. Nach meiner Einschätzung hatten Artur und Fabian mit Weiß schnell angenehme Stellungen erreicht. Allerdings investierte Fabian bereits viel Bedenkzeit für seinen Königsangriff mit h4 und h5.

 

Marc, der nach seinem einjährigen Stelldichein am zweiten Brett der Verbandsklasse als Mannschaftsführer in die erste Mannschaft zurückgekehrt war, hatte am 7. Brett Peter Pinnel, den Ehrenvorsitzenden des Schachverbandes Südwestfalen, als Gegner. Mit Schwarz glich er sehr schnell aus, ebenso wie am Spitzenbrett Luminita mit Schwarz. An Brett 2 hatte Moritz mit Weiß eine positionell angenehme Stellung erreicht, die mir leicht vorteilhaft erschien.

Andreas mit Weiß an Brett 4 entwickelte in einer Karlsbader Struktur schnell positionellen Druck, der sich immer mehr verstärkte. Am Brett 5 hatte ich mit Schwarz das Budapester Gambit gewählt und kam angenehm aus der Eröffnung.

Die Eröffnung an Brett 2 erschien mir am spannendsten. Timo, der eine herausragende Hemeraner Stadtmeisterschaft spielte, hatte es mit dem routinierten Thomas Kebbekus zu tun, den ich aus damaligen Wattenscheider Zeiten gut kenne. In den 80er Jahren hatte Thomas mit seiner Wattenscheider Truppe, die aus reinen Amateuren bestand, einen direkten Durchmarsch von der NRW-Liga in die Bundesliga gestartet, der damals die „Fachwelt“ in Erstaunen versetzte. Thomas wählte mit Weiß eine selten gespielte Eröffnungsvariante, die Timo Gelegenheit bot, vorteilhafte taktische Verwicklungen zu inszenieren, die unter anderem auch durch entgegengesetzte Rochaden ermöglicht wurden.

Inzwischen waren ca. 2 Stunden verstrichen. Artur und kurz danach Marc gaben ihre ausgeglichenen Stellungen Remis. Zu diesem Zeitpunkt hatte Timo bereits einen starken Königsangriff inszeniert, eingeleitet durch die Attacke auf einen schwach gewordenen weißen Rochadebauer g4. Dieser Angriff zwang wenig später den Gegner zur Aufgabe. (2-1)

Auch Andreas hatte inzwischen 2 Bauern gewonnen. Er teilte mir hinterher mit, dass er wegen des zweiten Bauerngewinns den Übergang in ein gewonnenes Turmendspiel verschmäht habe und dadurch für einen kurzen Moment dem Schwarzen eine Remischance geboten habe, an der dieser jedoch vorbeigegangen sei. Dies habe ich nicht gesehen, wohl aber die anschließende saubere technische Gewinnführung: Andreas opferte im entstandenen Springerendspiel seinen Springer für einen weiteren Bauern; der anschließenden Bauernflut konnten der schwarze Springer und der einzig verbliebene Bauer nichts mehr entgegensetzen. (3-1)

Nachdem ich einen vielversprechenden schwarzen Bauernvormarsch mit taktischen Ressourcen von f5 nach f4 aus übertriebener Vorsicht ausgelassen hatte, fand ich mich nach einem ungünstigen Leichtfigurentausch in einer positionell schwierigen Stellung wieder, die ich noch zum Remis verteidigen konnte (3,5-1,5). Mein Gegner hätte mich am Schluß aber mit einer etwas komplizierteren Endspielvariante noch lange - vielleicht sogar erfolgreich - quälen können.

In der Zwischenzeit war Fabians Zeitbudget noch geringer geworden. Sein Gegner Rolf Weber (Geschäftsführer des Verbandes, der immer die Förderbeträge für die DM-Teilnahmen auszahlt; dieses Jahr war Hemer größter Zahlungsempfänger) startete einen Gegenangriff, der die Dame und den Turm tief in die weiße Stellung eindringen ließ. Fabians taktisches Handgemenge konnte die Partie nicht mehr retten (3,5-2,5).

Jetzt liefen noch die beiden Partien an den Spitzenbrettern. Carmen, die um ca. 17.00 Uhr zum Zuschauen gekommen war, hatte bereits einen Sieg von Moritz prognostiziert. Da ich in die Schlussphase meiner Partie etwas mehr Zeit investieren musste, habe ich die näheren Umstände des Bauerngewinns von Moritz nicht mitbekommen;

 

auf jeden Fall sicherte er nach etwas mehr als 4 Stunden souverän mit seinem Sieg den Mannschaftserfolg (4,5-2,5).

Am 1. Brett entstand ein Endspiel mit jeweils Turm, Läufer, Springer und 5 Bauern. Der weiße Turm war auf der 7. Reihe von Luminita eingedrungen. In beiderseitiger Zeitnot verpasste Holger Bubolz einen möglichen Bauerngewinn, so dass sich Luminita zäh und letztlich souverän verteidigen konnte und ein Remis nach gut 5 Stunden erreichte. (5-3)

 

 

Fazit: Durch dieses Remis konnte die Ü40-Fraktion (noch einmal….) mit den starken Jugendlichen mithalten. Beide holten 2,5 Brettpunkte. Die Königsspringer aus Hagen erwiesen sich als der erwartet schwere Gegner. Der sehr gute Teamgeist ist bei uns unübersehbar. Neben Moritz entwickelt sich Timo, der sich seit Anfang 2018 stetig verbessert hat, zu einem weiteren Führungsspieler. Sowohl der Rückkehrer Marc als auch Artur und Fabian haben sich nahtlos positiv eingefügt. Sicherlich wird die solide und kreative Partieanlage Fabians in der laufenden Saison noch Früchte tragen. Unser Sieg gibt berechtigte Hoffnung für ein erfolgreich verlaufendes erstes Auswärtsspiel in Halver-Schalksmühle, das in 2 Wochen stattfindet.

Ein paar abschließende Bilder vom Verbandsligakampf.


Hemer gewinnt auch in der Verbandsliga

(Ein Vorbericht von Andreas Jagodzinsky, 15.09.2019)

 

Es lief an diesem Wochenende richtig. Als Moritz Runte und Artur Mai am Vorabend unwetterbedingt die Verschiebung ihrer Stufenfahrt vermeldeten, bedeutete dies zugleich, dass beide beim verlegten Verbandsligamatch gegen Hagen (Danke für die Verlegung!) doch noch mitwirken konnten.

Und beide trugen ihren Teil zum 5-3 Sieg bei.

Ein ausführlicher Bericht von Reiner Klüting wird folgen.

 

Bis dahin die Ergebnisse:

 

 

 


Ende gut -alles gut?

 (Ein Bericht von Andreas Jagodzinsky, 05.05.2019)

 

Mit einem souveränen 5,5-2,5 beendete die erste Mannschaft die Verbandsligasaison auf Platz 6 und sicherte sich den Klassenerhalt.

 

Auch wenn die Ausgangslage mit einem Mannschaftspunkt und ausreichend Brettpunkten Vorsprung auf Plettenberg, die gegen die Spitzenmannschaft aus Ennepe antreten mussten, ziemlich sicher aussah, gingen wir kein Risiko ein. Da Timo Leonard mit der U16 in Mönchengladbach war, kam Mirco Wagner in die Mannschaft. Für Timon Ketteler und Valerija Naumenko rückten Artur Mai und Edelreservist Bernd Pröschold ins Team.

Das angesichts der kampflosen Niederlage von Plettenberg kein einziger Brettpunkt mehr erforderlich war, wussten wir nicht, aber wollten die Saison anständig zuende bringen.

Zunächst ehrte der stellvertretende Verbandsvorsitzende Lothar Mirus die erfolgreichen Jugendspieler des Verbandes.

Linda Becker (U14w), Rebecca Browning (U18w) und Moritz Runte (U18) waren in der Vorwoche NRW-Meister geworden. Alex Browning erreichte in der U18 Platz zwei.

Danach begann das letzte Saisonspiel, das gleich gut losging.

Marcus Schmücker kam gut aus der Eröffnung, so dass der Gewinn nur eine Frage der Zeit war. Auch Mirco stand immer angenehmer. Bernd glich ohne Probleme aus. Roland Zitzewitz, Moritz Runte, Artur Mai und ich standen bequem. Nur Reiner Klüting hatte leichte Probleme.

Dann kam die Zeit der Remisangebote. Artur lehnte ab genau wie Roland. Und ich wich einer Zugwiederholung aus und opferte einen Bauern. Das sollte auch mindestens für ein Remis reichen. Aber mit einem absurden Figurentausch ließ ich die NRW-Meisterin angreifen und durfte das Verteidigen schlechter Stellungen üben. Zum Glück setzte meine Gegnerin nicht optimal fort, so dass ich schnell sogar ein etwas angenehmeres Endspiel erreichte.

Jetzt ging es Schlag auf Schlag. Bernd und Artur hatten bereits Remis gemacht. Marcus gewann zum Saisonabschluss endlich eine Partie, nachdem er viele Gelegenheiten in dieser Saison ausgelassen hatte. Der NRW-Meister sorgte dann für die Vorentscheidung. Fast zeitgleich gewann Mirco. Ich akzeptierte daraufhin das Remisangebot meiner Gegnerin, was das Signal für die letzten vier Spieler war, die Saison zu beenden.

 

Eine anstrengende Saison endete damit auf Platz sechs. Erfreulich, dass Marcus am Ende mit einem Sieg die Saison beenden konnte. Es war seine (vorerst) letzte Partie für uns. Er möchte höherklassiger spielen, was wir ihm für die nächsten Jahre nicht garantieren können. Unsere Jugendspieler sind jetzt soweit, in der Verbandsliga zu bestehen. Ohne Marcus wäre das in den letzten Jahren schwerer gewesen. Er wird uns als Webmaster erhalten bleiben. Mit der Erstellung der neuen Homepage hat er den Verein ein großes Stück nach vorne gebracht.

 

Mit Moritz wird ein Spieler ans Spitzenbrett aufrücken, der in dieser Saison gezeigt hat, dass er dort bestehen wird. 

Seit drei Jahren spielt er mit Hemer in der Verbandsliga. Zumindest seit ich 1987 im Verein bin, war es die längste Zeit, in der wir ununterbrochen in der Verbandsliga spielen konnten.

 

Ein detaillierter Saisonrückblick wird in den kommenden Tagen folgen.

Das Beste kommt zum Schluss

(Ein Bericht von Andreas Jagodzinsky, 11.04.2019)

 

Ein Bericht über das letzte Spielwochenende fehlt noch.

Die bislang so glücklose erste Mannschaft hat auch gespielt.

Dem desaströsen Heimspiel gegen Siegen, verbunden mit dem Abrutschen ans Tabellenende folgte nun das erste von zwei Abstiegsendspielen gegen Schwerte.

Es war der 14.01.2018, als Hemer I gegen Schwerte sein letztes Heimspiel gewinnen konnte.

Und auch am vergangenen Sonntag war das Match hart umkämpft.

Für Valerija Naumenko kam Marc Störing in die Mannschaft.

Ansonsten spielten die ersten sieben Bretter der Stammaufstellung.

Marcus Schmücker kam mit Schwarz gut in die Partie. Auch ich hatte keine Probleme, einen mehr als bequemen Ausgleich zu erzielen.

Reiner Klüting kam an Brett vier mit optisch angenehmer Stellung aus der Eröffnung. An den anderen Brettern sah es auch nirgendwo problematisch aus.

Tatsächlich vergrößerte insbesondere Reiner seinen Vorteil stetig. Auch Marcus und ich standen besser.

Moritz Runte an Brett zwei stand interessant. Eine genaue Bewertung war mir aber nicht möglich. Timo Leonard stand nach meiner Einschätzung auch besser, während Roland Zitzewitz und Marc Störing auf keinen Fall schlechter standen.

Nur bei Timon Ketteler, der gegen den stärksten Gegner spielen musste, sah es kritisch aus. Mutig hatte Timon eine Figur geopfert, aber die Kompensation war zumindest fraglich.

 

Die ersten Entscheidungen fiel dann an Moritz und meinem Brett. Ich hatte meinen leichten Vorteil verspielt, und angesichts einer Zugwiederholung wurde es Remis. Auch bei Moritz war nichts mehr los.

Ich musste den Ort des Geschehens dann verlassen, wurde aber immer auf dem Laufenden gehalten.

Ein Sieg von Reiner und eine Niederlage von Timon führten zum 2-2.

Timon übersah ein mehrzügiges Matt und musste sich ebenfalls ins Remis fügen: 2,5-2,5.

Marcus konnte seinen Vorteil nicht nutzen, so dass es 3-3 stand.

Roland hatte ein Remisangebot nicht angenommen, um den besser stehenden Marc nicht alleine weiterspielen zu lassen.

Und nun dauerte es eine ganze Weile, bis Marc die Partie gewinnen konnte und für die Vorentscheidung sorgte: 4-3.

Roland spielte wenig später Remis, so dass wir mit 4,5-3,5 gewinnen konnten.

 

Damit verließen wir den Abstiegsplatz und wären mit einem Unentschieden in Schalksmühle am letzten Spieltag sicher gerettet.

 

 


Den Abgrund vor Augen

(Ein Bericht von Andreas Jagodzinsky, 11.03.2019)

 

Ein stürmischer Nachmittag endete für unsere erste Mannschaft mit einer schmerzvollen Niederlage gegen Siegen, die sich selbst damit endgültig retten konnten.

Erstmals in dieser Saison spielten wir wie ein Absteiger und belegen zwei Runden vor Schluss den letzten Tabellenplatz.

 

Wir spielten überhaupt nicht schlecht, aber verpassten so viele Chancen, dass man sich ernsthafte Sorgen um die Mannschaft machen muss.

 

Alles begann gut. Wir lagen durch einen kampflosen Sieg 1-0 vorne. Zudem war Siegen ersatzgeschwächt. Unser Ersatzspieler Artur Mai stand bereits nach der Eröffnung klar besser.

Ich glich mit Schwarz problemlos aus. Gleiches galt nach meiner Einschätzung für Marcus Schmücker.

Reiner Klüting und Timo Leonard standen vernünftig. Nur bei Roland Zitzewitz und Valerija Naumenko gefielen mir die Eröffnungen nicht so gut, ohne dass jedoch etwas Schlimmes zu drohen schien.

 

Nach ca. zweieinhalb Stunden, als der Kampf der zweiten Mannschaft bereits beendet war, bot ich in ausgeglichener Stellung Remis an, was mein Gegner akzeptierte. Auch Timo spielte wenig später Remis.

Artur stand immer noch klar besser. Reiner stand auch angenehmer. Und auch bei Marcus sah es ganz gut aus. Roland und Valerija standen gedrückt.

 

Ich brachte den Reservespieler der 2. Mannschaft nach Hause und kehrte eine gute Stunde später zurück. Dass Valerija bei der Analyse ihrer Verlustpartie stand, beunruhigte mich nicht sonderlich. Ich sah, dass Marcus angenehm stand und Reiner sehr kompliziert. Leider stand Roland sehr schlecht. Aber selbst bei ungünstigem Verlauf und einem 1-2 an diesen Brettern hatten wir noch Arturs Gewinnpartie und damit ein 4-4. Aber bei einem Blick auf Arturs Brett traute ich meinen Augen nicht. Er hatte ein verlorenes Bauernendspiel. Irgendwo hatte er Material eingestellt und stand jetzt hoffnungslos.

 

Es kam, wie es kommen musste. Artur verlor, und Marcus musste eine Zugwiederholung zulassen. Als dann auch noch Roland aufgab, war der Kampf verloren. Leider hatte auch Reiner in seinem Bemühen, die Stellung im Mannschaftssinne zu gewinnen, in Zeitnot etwas übersehen und seine ursprünglich bessere Position erst zum Ausgleich und dann zum Verlust verdorben.

Noch bleiben uns zwei Runden, um die Klasse zu halten. Aber dazu ist bei fast allen Spielern, insbesondere denen, die älter als 16 sind, eine erhebliche Leistungssteigerung nötig.

 

Br.

Rangnr.

SV Hemer 1

-

Rangnr.

SV Siegen

2:6

1

1

Schmücker

-

1

Schischke

0.5-0,5

2

2

Runte

-

2

Bouillon

+ -

3

3

Jagodzinsky

-

4

Richter

0,5-0,5

4

4

Klüting

-

6

Schmidt

0-1

5

5

Zitzewitz

-

8

Scholl

0:1

6

6

Leonard

-

1001

Lindner

0,5-0,5

7

8

Naumenko

-

1002

Besser

0-1

8

14

Mai

-

14

Pramann

0-1

 

 


Hemer II punktet – Hemer I verliert

(Ein Bericht von Andreas Jagodzinsky, 21.01.2019)

 

Am fünften Spieltag der Verbandsliga und der Verbandsklasse empfingen die erste und die zweite Mannschaft hochkarätige Gegner.

Hemer II bekam es mit dem Tabellenführer aus Menden zu tun. Die „Erste“ musste gegen Sundern antreten.

Sundern mit dem einzigen Großmeister der Liga, Michael Hoffmann, wies an fast allen Brettern – teilweise deutliche – DWZ-Vorteile auf.

Nur ich war leicht favorisiert. Reiner Klüting hatte es mit einer etwa gleichstarken Gegnerin zu tun.

Marcus Schmücker an Brett 1, Timo Leonard, Timon Ketteler, Valerija Naumenko und Ersatzspieler Tim Riehl an den Brettern 4-8 mussten sich teilweise deutlich stärkerer Gegner erwehren. Auch Moritz Runte war an Brett 2 nominell deutlicher Außenseiter. Aber der in diese Saison stärkste Akteur der Mannschaft hatte zuletzt bei der DVM bewiesen, dass er auch gegen Spieler um 2200 gut mithalten kann.

Da man davon ausgehen musste, dass wir an den Brettern 1,5,6,7 und 8 selbst bei gutem Verlauf zumindest von -2 ausgehen musste, war klar, dass an den Brettern 2-4 irgendwie +2 geholt werden mussten, um irgendwie einen Mannschaftspunkt in Hemer zu behalten.

Doch zu keinem Zeitpunkt kamen wir in die Nähe eines Punktgewinns. Mein Gegner spielte extrem solide und zeigte mit einem frühen Remisangebot, dass er die Punkteteilung anstrebte. Ich lehnte zwar zunächst ab, um dann aber wenige Züge später einsehen zu müssen, dass nichts mehr ging.

Während Tim mit Weiß keine Probleme hatte, stand Timon früh bedenklich. Auch Valerija sah sich einem gefährlichen Angriff ausgesetzt. Bei Marcus zeichnete sich ebenfalls früh ab, dass es nur ums Remis ging.

Timo war gut aus der Eröffnung gekommen, aber irgendwie begann seine Stellung plötzlich unangenehm zu werden.

Nur Reiner hatte sich eine aussichtsreiche Stellung erspielt. Moritz wurde in der Eröffnung ausgebremst. Nach einigen Abtauschaktionen musste er sehen, dass er den Laden zusammenhält.

Leider ließ Reiner eine gute Gelegenheit aus, so dass er sich ebenfalls ins Remis fügen musste.

Zwar war es Moritz gelungen, den gegnerischen Druck abzuschütteln, und auch Valerija begann plötzlich, ihren Gegner zu überspielen. Dafür zeichnete sich bei Timon eine Niederlage ab. Auch Marcus stand schlecht.

Selbst wenn Valerija gewinnen und Marcus noch irgendwie Remis halten sollte, hätte immer noch Timo seine mittlerweile verdächtig wirkende Stellung zusammenhalten müssen und Moritz und Tim hätten ebenfalls nicht fehlgreifen dürfen.

Irgendwann übertrieb es dann Moritz mit seinen Versuchen, den Gegner mit Gegenangriffen zu beschäftigen, so dass seine Stellung plötzlich verdächtig wirkte. Als dann auch noch Valerija eine Gewinnchance ausließ und kurz darauf Remis machte, war der Kampf gelaufen.

Timon verlor wenig später. Wenigstens konnte Moritz sich noch halten.

Tim musste sich gegen schwarze Gewinnbemühungen im Endspiel wehren, während sich bei Marcus die Niederlage abzeichnete. Timo kämpfte in kritischer Stellung weiter.

Als Marcus dann aufgab, war der Kampf entschieden. Tim und Timo konnten ihre Stellungen auf keinen Fall mehr gewinnen. Irgendwann wurde Tim für seine Verteidigungsleistung mit einem Remis belohnt. Und nach knapp sechs Stunden hatte auch Timo ein unverlierbares Turmendspiel erreicht.

Kämpferisch war das 3-5 eine gute Leistung. Spielerisch waren wir Sundern jedoch klar unterlegen.

 

Gleiches hätte man vom Spiel der zweiten Mannschaft erwarten dürfen. Dort plätscherte der Kampf lange so vor sich hin. Schnelle Remispartien von Detlev Zuleger, Felix Trinh und Mirco Wagner und eine Niederlage von Robin Sinnen deuteten auf einen Mendener Pflichtsieg hin.

Marc Störing hatte zwar nach meinem Eindruck etwas Initiative, aber David Lammich stand schlecht. Artur Mai und Fabian Trinh standen keinesfalls besser.

Irgendwann wurde es dann bei Marc Remis und David verlor.

Doch als Fabians Gegner seine Stellung überschätzte, konnte der jüngste Spieler der zweiten Mannschaft mustergültig kontern und zum 3-4 verkürzen. Und Artur hatte plötzlich eine Qualität mehr. Routiniert gab er seine Mehrqualität, um ein gewonnenes Bauernendspiel zu erreichen. Und für fast alle Beteiligten überraschend war aus der erwarteten Niederlage ein 4-4 geworden.

In Anbetracht der Ergebnisse der Konkurrenz zeichnet sich ein überraschender frühzeitiger Klassenerhalt ab.

Von diesem ist die erste Mannschaft noch ein ganzes Stück entfernt.

 

 

Dieser sollte aber im Interesse der tapfer kämpfenden zweiten Mannschaft unbedingt erreicht werden. Hemer II und III in der Bezirksliga ging ganz gut. Hemer I und II an denselben Tagen in Verbandsliga und –klasse geht so gerade. Aber Hemer I und II in der Verbandsklasse würde uns über die Grenzen der personellen Kapazitäten führen.