Den Abgrund vor Augen

(Ein Bericht von Andreas Jagodzinsky, 11.03.2019)

 

Ein stürmischer Nachmittag endete für unsere erste Mannschaft mit einer schmerzvollen Niederlage gegen Siegen, die sich selbst damit endgültig retten konnten.

Erstmals in dieser Saison spielten wir wie ein Absteiger und belegen zwei Runden vor Schluss den letzten Tabellenplatz.

 

Wir spielten überhaupt nicht schlecht, aber verpassten so viele Chancen, dass man sich ernsthafte Sorgen um die Mannschaft machen muss.

 

Alles begann gut. Wir lagen durch einen kampflosen Sieg 1-0 vorne. Zudem war Siegen ersatzgeschwächt. Unser Ersatzspieler Artur Mai stand bereits nach der Eröffnung klar besser.

Ich glich mit Schwarz problemlos aus. Gleiches galt nach meiner Einschätzung für Marcus Schmücker.

Reiner Klüting und Timo Leonard standen vernünftig. Nur bei Roland Zitzewitz und Valerija Naumenko gefielen mir die Eröffnungen nicht so gut, ohne dass jedoch etwas Schlimmes zu drohen schien.

 

Nach ca. zweieinhalb Stunden, als der Kampf der zweiten Mannschaft bereits beendet war, bot ich in ausgeglichener Stellung Remis an, was mein Gegner akzeptierte. Auch Timo spielte wenig später Remis.

Artur stand immer noch klar besser. Reiner stand auch angenehmer. Und auch bei Marcus sah es ganz gut aus. Roland und Valerija standen gedrückt.

 

Ich brachte den Reservespieler der 2. Mannschaft nach Hause und kehrte eine gute Stunde später zurück. Dass Valerija bei der Analyse ihrer Verlustpartie stand, beunruhigte mich nicht sonderlich. Ich sah, dass Marcus angenehm stand und Reiner sehr kompliziert. Leider stand Roland sehr schlecht. Aber selbst bei ungünstigem Verlauf und einem 1-2 an diesen Brettern hatten wir noch Arturs Gewinnpartie und damit ein 4-4. Aber bei einem Blick auf Arturs Brett traute ich meinen Augen nicht. Er hatte ein verlorenes Bauernendspiel. Irgendwo hatte er Material eingestellt und stand jetzt hoffnungslos.

 

Es kam, wie es kommen musste. Artur verlor, und Marcus musste eine Zugwiederholung zulassen. Als dann auch noch Roland aufgab, war der Kampf verloren. Leider hatte auch Reiner in seinem Bemühen, die Stellung im Mannschaftssinne zu gewinnen, in Zeitnot etwas übersehen und seine ursprünglich bessere Position erst zum Ausgleich und dann zum Verlust verdorben.

Noch bleiben uns zwei Runden, um die Klasse zu halten. Aber dazu ist bei fast allen Spielern, insbesondere denen, die älter als 16 sind, eine erhebliche Leistungssteigerung nötig.

 

Br.

Rangnr.

SV Hemer 1

-

Rangnr.

SV Siegen

2:6

1

1

Schmücker

-

1

Schischke

0.5-0,5

2

2

Runte

-

2

Bouillon

+ -

3

3

Jagodzinsky

-

4

Richter

0,5-0,5

4

4

Klüting

-

6

Schmidt

0-1

5

5

Zitzewitz

-

8

Scholl

0:1

6

6

Leonard

-

1001

Lindner

0,5-0,5

7

8

Naumenko

-

1002

Besser

0-1

8

14

Mai

-

14

Pramann

0-1

 

 


Hemer II punktet – Hemer I verliert

(Ein Bericht von Andreas Jagodzinsky, 21.01.2019)

 

Am fünften Spieltag der Verbandsliga und der Verbandsklasse empfingen die erste und die zweite Mannschaft hochkarätige Gegner.

Hemer II bekam es mit dem Tabellenführer aus Menden zu tun. Die „Erste“ musste gegen Sundern antreten.

Sundern mit dem einzigen Großmeister der Liga, Michael Hoffmann, wies an fast allen Brettern – teilweise deutliche – DWZ-Vorteile auf.

Nur ich war leicht favorisiert. Reiner Klüting hatte es mit einer etwa gleichstarken Gegnerin zu tun.

Marcus Schmücker an Brett 1, Timo Leonard, Timon Ketteler, Valerija Naumenko und Ersatzspieler Tim Riehl an den Brettern 4-8 mussten sich teilweise deutlich stärkerer Gegner erwehren. Auch Moritz Runte war an Brett 2 nominell deutlicher Außenseiter. Aber der in diese Saison stärkste Akteur der Mannschaft hatte zuletzt bei der DVM bewiesen, dass er auch gegen Spieler um 2200 gut mithalten kann.

Da man davon ausgehen musste, dass wir an den Brettern 1,5,6,7 und 8 selbst bei gutem Verlauf zumindest von -2 ausgehen musste, war klar, dass an den Brettern 2-4 irgendwie +2 geholt werden mussten, um irgendwie einen Mannschaftspunkt in Hemer zu behalten.

Doch zu keinem Zeitpunkt kamen wir in die Nähe eines Punktgewinns. Mein Gegner spielte extrem solide und zeigte mit einem frühen Remisangebot, dass er die Punkteteilung anstrebte. Ich lehnte zwar zunächst ab, um dann aber wenige Züge später einsehen zu müssen, dass nichts mehr ging.

Während Tim mit Weiß keine Probleme hatte, stand Timon früh bedenklich. Auch Valerija sah sich einem gefährlichen Angriff ausgesetzt. Bei Marcus zeichnete sich ebenfalls früh ab, dass es nur ums Remis ging.

Timo war gut aus der Eröffnung gekommen, aber irgendwie begann seine Stellung plötzlich unangenehm zu werden.

Nur Reiner hatte sich eine aussichtsreiche Stellung erspielt. Moritz wurde in der Eröffnung ausgebremst. Nach einigen Abtauschaktionen musste er sehen, dass er den Laden zusammenhält.

Leider ließ Reiner eine gute Gelegenheit aus, so dass er sich ebenfalls ins Remis fügen musste.

Zwar war es Moritz gelungen, den gegnerischen Druck abzuschütteln, und auch Valerija begann plötzlich, ihren Gegner zu überspielen. Dafür zeichnete sich bei Timon eine Niederlage ab. Auch Marcus stand schlecht.

Selbst wenn Valerija gewinnen und Marcus noch irgendwie Remis halten sollte, hätte immer noch Timo seine mittlerweile verdächtig wirkende Stellung zusammenhalten müssen und Moritz und Tim hätten ebenfalls nicht fehlgreifen dürfen.

Irgendwann übertrieb es dann Moritz mit seinen Versuchen, den Gegner mit Gegenangriffen zu beschäftigen, so dass seine Stellung plötzlich verdächtig wirkte. Als dann auch noch Valerija eine Gewinnchance ausließ und kurz darauf Remis machte, war der Kampf gelaufen.

Timon verlor wenig später. Wenigstens konnte Moritz sich noch halten.

Tim musste sich gegen schwarze Gewinnbemühungen im Endspiel wehren, während sich bei Marcus die Niederlage abzeichnete. Timo kämpfte in kritischer Stellung weiter.

Als Marcus dann aufgab, war der Kampf entschieden. Tim und Timo konnten ihre Stellungen auf keinen Fall mehr gewinnen. Irgendwann wurde Tim für seine Verteidigungsleistung mit einem Remis belohnt. Und nach knapp sechs Stunden hatte auch Timo ein unverlierbares Turmendspiel erreicht.

Kämpferisch war das 3-5 eine gute Leistung. Spielerisch waren wir Sundern jedoch klar unterlegen.

 

Gleiches hätte man vom Spiel der zweiten Mannschaft erwarten dürfen. Dort plätscherte der Kampf lange so vor sich hin. Schnelle Remispartien von Detlev Zuleger, Felix Trinh und Mirco Wagner und eine Niederlage von Robin Sinnen deuteten auf einen Mendener Pflichtsieg hin.

Marc Störing hatte zwar nach meinem Eindruck etwas Initiative, aber David Lammich stand schlecht. Artur Mai und Fabian Trinh standen keinesfalls besser.

Irgendwann wurde es dann bei Marc Remis und David verlor.

Doch als Fabians Gegner seine Stellung überschätzte, konnte der jüngste Spieler der zweiten Mannschaft mustergültig kontern und zum 3-4 verkürzen. Und Artur hatte plötzlich eine Qualität mehr. Routiniert gab er seine Mehrqualität, um ein gewonnenes Bauernendspiel zu erreichen. Und für fast alle Beteiligten überraschend war aus der erwarteten Niederlage ein 4-4 geworden.

In Anbetracht der Ergebnisse der Konkurrenz zeichnet sich ein überraschender frühzeitiger Klassenerhalt ab.

Von diesem ist die erste Mannschaft noch ein ganzes Stück entfernt.

 

 

Dieser sollte aber im Interesse der tapfer kämpfenden zweiten Mannschaft unbedingt erreicht werden. Hemer II und III in der Bezirksliga ging ganz gut. Hemer I und II an denselben Tagen in Verbandsliga und –klasse geht so gerade. Aber Hemer I und II in der Verbandsklasse würde uns über die Grenzen der personellen Kapazitäten führen.