Doppelkrimi auf zwei Stockwerken
(Ein Bericht von Roland Zitzewitz 30.04.2018)

 

Letzter Spieltag der Bezirksliga! II. und III. spielten im gleichen Haus in Hagen-Boele. Die II., die ihr Heimrecht meistbietend veräußert hatte ;-), gegen Hagen/Wetter, wir gegen den ungeschlagenen Tabellenführer Turm Hohenlimburg. Uns alten Männer von der III. verfrachtete man in das oberste Stockwerk, damit wir Gelegenheit hatten, unsere Hüft- und Kniegelenke gängiger zu machen. Die jungen Menschen durften unten spielen.
Und wir gaben der II. die Vorlage für den Aufstieg. Was sie damit angestellt hat und mit wie vielen Spielern, berichten die jungen selbst an anderer Stelle.
Christian holte mit Schwarz ein Remis in der Französischen Abtauschvariante gegen einen gleichwertigen Gegner. Das war genau das Ergebnis, das ich mir erhofft hatte. Von da an vermutete ich einen 4,5-Erfolg für uns, denn Jens, Klaus und ich standen prima und es sah nach zwei weiteren Remisen aus. Aber die Ereignisse entwickelten sich langsam, und die Spannung stieg immer höher, in beiden Stockwerken übrigens, bis Jens … Nein, später.
Andreas ging gesundheitlich gehandicapt in das Match. Anfangs stand er gut, aber dann ging es rapide abwärts mit seiner Stellung. Zauber-Rustams Gegner hatte diesmal nur 90 DWZ-Punkte mehr als unser Spieler. Vielleicht war das der Grund, dass es bei Rustam nicht so lief wie sonst?! Der Gegner erlangte Königsangriff, Rustam lief mit seinem Monarchen richtigerweise von g1 nach d3, aber wohl nicht schnell genug – er geriet in diverse Fesselungen und konnte die Stellung nicht mehr halten. Dann remisierte Thomas, der anfangs sehr erfreulich gestanden hatte. Der Gegner bestritt die dreimalige Stellungswiederholung sehr lautstark, aber erfolglos.
1:3! Wir wollten doch gewinnen?
Klaus hatte seinen Gegner schwarzfeldrig eingemauert und war ihm mit seinen Springern und der Dame zu Leibe gerückt. Der Angriff drang letztlich durch – der Anschlusstreffer! Mein Gegner gab im Orthoxen Damengambit im fünften Zug den Bauern d5, eventuell absichtsfrei, und ließ sich im 15. Zug seine bauernräubernde Dame abjagen, allerdings für Turm und Läufer und aktives Figurenspiel. Der Kampf war hart, ich musste diverse Umgruppierungen vornehmen und seinen Damenflügel massieren, drang aber dann mit forcierten taktischen Motiven durch. Ausgleich!
Jens hatte früh überlegenes Spiel, Königsangriff und zwei Bauern mehr, musste aber immer auf Gegendrohungen achten. Am Ende rückte er dem weißen König auf a1 mit Dame und Turm zuleibe. Kampf gedreht! Volle Punkte in den drei besseren Stellungen, keinen Vorteil versemmelt! 4:3 nach vier Stunden!
Und jetzt den Sieg?!
Über fünf Stunden musste sich Detlef in einem Turmendspiel quälen lassen. War es totremis? Oder gab es doch noch Möglichkeiten für den Gegner? GANZ sicher war ich mir nicht die ganze Zeit über. Aber dann riskierte der Gegner – Hohenlimburg MUSSTE gewinnen um aufzusteigen – zu viel und gab die Partie remis. Sieg für Hemer III! Die alten Männer schlagen den Leader der Liga! Platz 4 in der Schlusstabelle! Ein kraftvoller Saisonschlusspunkt.
Der Kampf der II. entwickelte sich in der Endphase erstaunlich parallel zu unserem. WIE parallel, mag der Leser an anderer Stelle herausfinden :-) Und wer da was mit dem Matchball angestellt hat, den unsere II. dann hatte. Natürlich! Wer sonst?

 

 

Ein Rustam ist genau ein Rustam zu wenig

(Ein Bericht von Roland Zitzewitz 12.03.2018)

 

Mit den Schachfreunden Fröndenberg trat der Tabellenletzte bei uns an. Aber es wurde der erwartet harte Kampf. Wir haben ihn 3,5:4,5 verloren - letztlich konnten Thomas, Detlef und ich unseren DWZ-Vorteil von jeweils knapp 100 Punkten nicht nutzen. Fröndenberg hat nach meinem Empfinden taktisch aufgestellt und die hinteren Bretter stark gemacht. Gegen uns waren das die Bretter 4 bis 6. Dort haben sie 2,5 Punkte geholt.

 

Lange aber war der Kampf unklar. Klaus Schreibers Stellung gefiel mir nach gut zwei Stunden Spielzeit von allen unseren Partien am besten - Raumvorteil und, so schien mir, Königsangriff. Aber mehr als Remis ergab sich letztlich nicht.

 

Es folgten Remisen von Thomas mit Schwarz und von Detlef, der das erste Angebot noch abgelehnt hatte, dann aber auch nicht mehr aus der Stellung herausholen konnte.

 

Danach gingen wir sogar in Führung. Rustam verspeiste auch seinen zweitstärksten Gegner in dieser Saison - 181 DWZ-Punkte Unterschied - ungerührt. Mit 4/5 hat er sich aktuell um 83 Punkte verbessert. Ich weiß nicht, wo seine Turnierleistung liegt - vermutlich über 1900.

 

Leider waren wir anderen an diesem Tag keine Rustams. Klaus Irgel unterlag. Eine DWZ-Differenz von 163 Punkten ist auch nicht so einfach zu überbrücken. Die Spannung stieg - 2,5:2,5.

 

Jens schien mir abwechselnd ziemlich gut mit Spiel gegen den freigelegten schwarzen König und - im Endspiel - problematisch zu stehen, ohne dass ich die Tiefen der Stellung wirklich ausloten konnte. Ein Remis war schließlich das Ergebnis, mit dem ich allerdings am wenigsten gerechnet hatte.

 

Christian hatte gegen den starken Friese einen schweren Stand und konnte sich nicht halten.

 

Den einen noch möglichen Mannschaftspunkt zu holen hing jetzt an mir, aber anders als gegen Fröndenberg gelang es mir in über fünf Stunden nicht. Ich hatte Caro-Kann gespielt in der Annahme, dass mein Gegner mit Remis zufrieden wäre (das bewahrheitete sich, die Anzahl der Remisofferten, die ich in der laufenden Saison erhalten habe, hat sich gefühlt verfünffacht, zum ersten Mal, seitdem ich das Wort "Partienotation" kenne, habe ich sie nicht alle aufgeschrieben, und das sind immerhin 45 Jahre), und wenn man Remis will, kann es psychologisch schwierig sein, das gegen Caro-Kann erforderliche aktive Spiel aufzuziehen. Aber Sascha Krämer tat mir nicht den Gefallen, blind auf Vereinfachung zu spielen. Er tat es sehend. Nach 17 Zügen hatten wir ein Endspiel mit Turm, Läufer und Springer auf beiden Seiten und asymmetrischer Bauernstellung. Es gelang mir nach dem Läufertausch, meine drei Figuren aktiver aufzustellen als mein Gegner und Druck gegen zwei weiße Bauern aufzubauen. Aber zu früh versuchte ich, den leichten Stellungsvorteil in materiellen Vorteil zu transformieren. Mein Gegner gewann mit einer Mattdrohung den Bauern zurück. Ich hatte noch gesehen, dass ich im folgenden taktischen Gewühl dann eine Figur gewinne, aber zu spät, dass ich sie auch wieder zurückverliere. Das Turmendspiel war ungewinnbar. Zumindest für den Schwarzen.

 

 

Unser Sieg gegen Herdecke in der Vorrunde hat sich damit als sehr wertvoll erwiesen. Wir müssen in der Schlussrunde gegen den Tabellenführer Hohenlimburg ran. Aber dank der knappen Schwerter Niederlage gegen Hagen-Wetter sind wir mit 6:6 Punkten gerettet und können frei aufspielen.

Hemer 3 - Herdecke

(Ein Bericht von Roland Zitzewitz 06.03.2018)

 

Dritter war Hemers Dritte vor dem fünften Spieltag der Bezirksliga, aber nur einen Punkt vor dem Letzten. Sechs Mannschaften nur durch EINEN Punkt getrennt! Selten eine SOLCHE Tabelle gesehen. Und unsere Dritte mit einem sehr schweren Restprogramm. Akute Abstiegsgefahr!

 

Zu Gast war Herdecke, nominell eine Mannschaft mit Verbandsligaformat, aber regelmäßig nur mit sechs Spielern am Brett.

 

So auch gegen uns, leider mussten Detlef und Jens zuschauen.

 

Aber an den verbliebenen sechs Brettern war Herdecke deutlich stärker als wir, zwischen 80 und 405 (!!, es traf Thomas) Punkte, im Schnitt 189 Punkte. Das ist mehr als ein Klassenunterschied, und sie hatten vier Weiß-Partien. Das mussten wir anerkennen - Thomas, Klaus und Paul konnten sich nicht halten, teils nach langem Kampf.

 

Aber für mich war es ein Fanfarenstoß, dass Rustam das zwischenzeitliche 3:1 für uns erzielte. Die vierte Partie gegen DWZ-stärkere Gegner, und was hat er? 3/4! Halleluja!

 

Meine erstmals von Rustam beflügelten vagen Hoffnungen auf ein 4:4 trübte allerdings, dass ich bei Christian - materieller Gleichstand, Dame, Turm, aber immerhin ungleichfarbige Läufer und eine sehr asymmetrische Bauernstellung - keinen Gewinn und in meiner Partie auch wenig Land sah. Ich hatte mich bei einem Königsangriff etwas verdribbelt, musste die Damen tauschen und büßte am Damenflügel einen Bauern ein. Das Endspiel erschien mir unhaltbar. Zumal ich Gegner mit DWZ 2087 auch nicht gerade zum Frühstück verspeise. In Verluststellung liegen sie mir sogar besonders schwer im Magen ;-)

 

Aber zwischen einer verlorenen Stellung und einer verlorenen Partie ist für einen Hemeraner noch immer ein großer Unterschied :-)

 

Jedoch, es stand 3:3, und Herdecke hatte jetzt alle Trümpfe in der Hand.

 

Was tat Christian in der fünften und sechsten Stunde gegen seinen 165 Punkte stärkeren Gegner? Schob ihn zusammen am Königsflügel! Seine Bauern dort marschierten, die Drohungen wurden immer heftiger. Wenn ich es richtig gesehen habe - leider war ich anderweitig sehr stark beschäftigt - fiel zum Schluss die gegnerische Dame. 4:3 für Hemer! Noch ein Remis, und wir hätten mit 6:4 MP den Klassenerhalt fast sicher in der Tasche!

 

Äh. Ging eigentlich nicht. Was ich in den letzten drei Stunden der Partie gemacht habe, war irgendeine Mischung von Verzweiflung, Kreativität und ein bisschen Betrügen. Möglichst aktives Figurenspiel kreieren, den Gegner beschäftigen, ihm das Leben richtig schwer machen, taktische Gegendrohungen einstreuen, gefährliche Bauern einen nach dem anderen eliminieren, den Stellungsnachteil sukzessive reduzieren, den Gegner aus eigener Verluststellung heraus möglichst zermürben. Anstrengend. Aber um 21.11 h reichte er mir die Hand - remis, der Mannschaftssieg für uns!

 

 

Yeah! So etwas habe ich selten erlebt. Da holen wir 2,5/6 gegen eine SOLCHE Truppe! Wenn die eigene Mannschaft so kämpft, weiß man, dass es sich gelohnt hat, auch wenn man hinterher auf den Kniekehlen aus dem Spielsaal schleicht. Hemer hat eine fantastische Jugend und eine fantastische Jugendarbeit, aber an diesem Samstagabend war OLDIE-TIME!


Sieben Mann holen ein Unentschieden in Ennepe

(Ein Bericht nach Angaben von Christian Stiller)

 

 

Aufgrund mehrerer Ausfälle musste der Mannschaftsführer Christian Stiller im Bezirksligaspiel gegen Ennepe III entscheiden, welches Brett er kampflos abgeben musste. Die Wahl fiel auf das Spitzenbrett.

 

Keine leichte Aufgabe für Hemer III, Ennepe hingegen kam wie gegen Hemer II zu einem kampflosen Punkt..

 

Dieser kampflose Punkt für Ennepe III sollte schwer wiegen. Alle Partien wurden danach ausgespielt, obwohl dies vom Ergebnis anders aussehen könnte.

 

Thomas Kruth konnte bei bedenklichen Temperaturen im Raum seine Stellung gut verwalten, aber auch nicht verbessern, so bot ihm sein Gegner ein Unentschieden an, das Thomas annahm. Detlef Treese erhielt durch die Aufstellung einen Spieler, der positionell spielte. Klaus Irgel hingegen spielte wie immer auf Angriff.

Rustam Yangibayev spielte eine ruhige Partie, wobei sein Gegner immer wieder auf Gewinn zu spielen versuchte. Klaus Schreiber erspielte sich langsam aber sicher eine bessere Position.

 

Aber was machte unser Jugendspieler Paul Erdmann, der kurzfristig in die Mannschaft gerückt war? Nach der Eröffnung erkannte er, dass es nicht nur die Dame gibt, sondern auch andere Figuren, und durch gekonnte Manöver, mit denen er z.b. seinen Springer gut platzieren konnte, wehrte er den Angriff seines Gegner gekonnt ab und erhielt ein nicht mehr erwartetes Unentschieden!

 

Der Mannschaftsführer selbst spielte mit den weißen Steinen, was am Ende gut ausgehen sollte. Aus der Eröffnung gut heraus gekommen, ging zu Beginn des Mittelspieles ein Bauer verloren, was durch das Läuferpaar aber kompensiert wurde.

 

Der Spielstand war 1- 2, als es zu weiteren Punkteteilungen kam:

Klaus Schreiber nahm Remis an in besserer Stellung, kurz darauf folgte Detlef, und auch Rustam, sah wie die anderen Spieler keinen Weg zum Gewinn und gab Remis.

Zwischenstand 2,5-3,5

 

Leider musste man die Stellung von Klaus Irgel als Verlust bewerten, da ein Endspiel entstand: Springer gegen Läufer und zwei Freibauern des Gegners. Klaus hat zwar auch einen Freibauern, der aber keine große Rolle spielen sollte. Aber: Man kennt Klaus als Kämpfer.

 

Der Mannschaftsführer nahm die Partie jetzt voll auf: Bauer zurückgewonnen und Start für einen Königsangriff. Sein Gegner fand nicht mehr die besten Antworten.

 

Durch gekonnte Zugumstellung sollte eine Figur gewonnen werden. Der Ausgleich musste hier fallen.

 

Klaus Gegner konnte immer noch nichts mit seiner Gewinnstellung anfangen. Und bei Christian? Der Gegner opferte in seiner Lage Springer und Läufer gegen einen Turm, ohne positive Wirkung und stand durch das Läuferpaar jetzt unter Druck, da seine Türme ohne weiteren Verlust nicht ins Spiel eingreifen konnten. Er gab die Partie in Zeitnot und Verluststellung auf.

 

Der Ausgleich 3,5-3,5.

 

Der Gegner von Klaus spielte in der Gewinnpartie weiter ohne Gewinnplan und gab die Partie Remis.

 

Entstand 4: 4

 

 

Der Dank gilt der Einstellung der Mannschaft und dem kurzfristig eingesprungen Paul.


Guter Saisonstart in die Bezirksliga  (08.11.2017)

 

(Bericht von Andreas Jagodzinsky)

 

Mit zwei Mannschaften starten wir dieses Jahr in der Bezirksliga.

Aufgrund unserer erfolgreichen Jugendarbeit haben wir mittlerweile wieder eine Vielzahl von Spielern für die Erwachsenenmannschaften.

Daher startete vor zwei Jahren zum ersten Mal seit über zehn Jahren eine dritte Mannschaft, die direkt von der Kreisliga in die Bezirksklasse aufsteigen konnte. Und in der vergangenen Saison folgte auch der Durchmarsch in die Bezirksliga.

Ich kann mich noch an Zeiten erinnern, als zwei Mannschaften in derselben Spielklasse uns vor nahezu unüberwindbare Probleme gestellt hätte.

Aber mittlerweile verfügen wir über so viele Spieler, dass Aufstellungsprobleme nicht mehr so einfach auftreten.

Etwas überraschend passierte uns das dann am ersten Bezirksligaspieltag doch. Möglicherweise lag der Grund darin, dass die Saison dort in diesem Jahr aufgrund von Terminen auf höheren Ebenen bereits im September begann. Gerade die Spieler, die keine schulpflichtigen Kinder mehr haben, nutzen diese Zeit gerne für Urlaubsreisen.

Somit konnte die zweite Mannschaft nur zu siebt nach Schwelm fahren.

Für einen knappen Sieg reichte es trotzdem, da Artur Mai den kampflosen Rückstand ausgleichen konnte. Nach remispartien von Robin Sinnen, Hermann Carnein, Detlev Zuleger, Tim Riehl und Valerija Naumenko stellte Mirco Wagner den Sieg sicher.

Überraschender war, dass die dritte Mannschaft, die gegen die starke zweite Mannschaft von Schwerte aufgrund von Personalnot den u12-Spieler Lars Kinze und den achtjährigen Micha Graf einsetzen musste, auch siegreich blieb.

Zwar verloren die beiden Jugendspieler, wenngleich Micha zwischendurch klar besser gestanden hatte, aber Jens Rohrsen, Klaus Irgel, Rustam Yangibayev und Klaus Schreiber konnten ihre Partien gewinnen. Thomas Kruth steuerte ein Unentschieden bei, während Detlef Treese seinem Gegner den Punkt überlassen musste.

 

 

Im zweiten Spiel stand dann das direkte Duell gegeneinander an. Etwas überraschend kam die zweite Mannschaft zu einem deutlichen 6-2 Sieg und konnte die Tabellenführung übernehmen. 

 

Die dritte Mannschaft liegt aktuell auf Platz vier.

 

Weiter geht es im Dezember, wenn die Spiele gegen Fröndenberg (Hemer II) und Hagen/Wetter II (Hemer III) auf dem Spielplan stehen.