Der Bundesligaaufstieg der Jugendmannschaft

(Ein Bericht von Andreas Jagodzinsky, 02.11.2020)


Ganz offiziell beendet ist die Saison 2019/20 in der Jugend-NRW-Liga noch nicht. Der letzte Spieltag am nächsten Sonntag muss aufgrund der aktuellen Rechtslage ausfallen. Und theoretisch könnte Hemer den Aufstieg auch noch verpassen, weil zumindest ein Antreten der Mannschaft erforderlich ist.

Aber weder ein vollständiger Nichtantritt noch eine Annullierung der Saison ohne Aufsteiger erscheint besonders realistisch zu sein.

Und daher hat es unsere U20-Mannschaft nach drei Spielzeiten in der NRW-Liga geschafft und ist in die Jugendbundesliga aufgestiegen.

Drei Jahre dauerte auch der Verbleib in der Verbandsjugendliga. Und zuvor spielte man eine Saison in der Jugendbezirksliga.

Aus der aktuellen Aufstiegsmannschaft waren Moritz Runte und Artur Mai schon zu Bezirksligazeiten dabei. Zudem stand damals Timon Ketteler im Kader, der in dieser Saison studienbedingt nicht zum Einsatz kam.

Konnte man im ersten Jahr in der NRW-Liga den Abstieg nur aufgrund des Rückzugs einer anderen Mannschaft abwenden, so spielte man mit dem Hauptabstiegskonkurrenten aus der ersten Saison, dem SK Münster bereits eine Saison später – erfolglos – um den Aufstieg.

In beiden Jahren war man gegenüber Münster ins Hintertreffen geraten, weil Auswärtsniederlagen in Gelsenkirchen gegen die keineswegs nominell favorisierten Gastgeber von Horst-Emscher wichtige Punkte kosteten.

In dieser Saison waren es dann Hemer und Horst-Emscher, die gegeneinander um den Aufstieg spielten. Drittes Team im Aufstiegskampf war Paderborn, die jedoch durch ihre Niederlage am fünften Spieltag zurückfielen.


Aufgrund der DLM-Teilnahme von Moritz Runte musste die vorletzte Runde gegen Horst-Emscher verschoben werden. Als sich dann am vorletzten Wochenende ein erneuter Lockdown abzeichnete, wurden wir langsam unruhig. Was, wenn der Lockdown direkt ab der Sitzung am vergangenen Mittwoch gelten sollte?

Schließlich stand fest, dass der 31.10.2020 noch nicht betroffen war, so dass wir spielen konnten.

Zunächst war eine schwierige Entscheidung zu treffen. Wer sollte pausieren? Außer Timon standen alle Spieler zur Verfügung.

Moritz Runte und Timo Leonard waren gesetzt. Auch Fabian Trinh und Alexander Poggemann hatten durch gute Ergebnisse überzeugt.

Die schlechtesten Resultate hatten Artur Mai und Valerija Naumenko. Allerdings hatte Valerija in der Vorwoche noch den fünften Platz bei der Deutschen Meisterschaft belegt und stand voll im Training. Felix Trinh war der DWZ-schwächste Spieler, aber hatte in allen Spielen der Saison einspringen müssen und alle Spiele gewonnen.

Aufgrund der bisherigen Ergebnisse war Felix in der Mannschaft. Letztlich fiel die Entscheidung über den letzten Platz dann knapp für Artur. Erstmals reiste ich mit der Mannschaft nach Gelsenkirchen. Der Gastgeber hatte seine Stammspieler ebenfalls ans Brett bekommen, so dass ein enger Kampf zu erwarten war.

Spannung versprach insbesondere das Duell am Spitzenbrett. Mit Moritz Runte und Tom Rebentisch trafen die zwei DWZ-stärksten Spieler der Liga aufeinander, die zudem alle Spiele gewonnen hatten.

Moritz war sehr gut vorbereitet. Für die ersten 19 Züge verbrauchte er kaum Bedenkzeit.

An Brett sechs sah es hingegen früh kritisch aus. Felix hatte i der Eröffnung einen Bauern eingestellt und stand sehr schlecht.

Besser sah es bei Alex aus. Sein Gegner hatte letztes Jahr eine verlorene Stellung noch gegen ihn zum Sieg gedreht. Aber dieses Mal war Alex gewarnt.

Artur und Fabian hatten solide Stellungen, die ich beide für etwas besser für uns hielt. Timo stand angenehm und hatte schnell einen deutlichen Vorteil auf der Uhr.

Da schon ein Unentschieden zur Verteidigung der Tabellenspitze ausreichen würde, war ich trotz der erwartbaren Niederlage an Brett sechs entspannt.

Nach knapp zwei Stunden kam mir dann Alex entgegen und sagte, dass es 1-0 stehe. Als ich ihm gratulieren wollte, sagte er zu meiner Überraschung, dass er noch spiele, aber Felix gewonnen habe.

Irgendwie hatte Felix es geschafft, seinen Gegner auszukontern und mattzusetzen.

Da Alex auch immer noch auf Gewinn stand und nur wenige Minuten später zum Sieg kam, lagen wir deutlich vorne.

Da sich an den anderen Brettern nichts zu unserem Nachteil verändert hatte, kamen hier erstmals Gedanken auf, dass der Aufstieg jetzt zum Greifen nah war.

Aber zu viel konnte noch passieren. Die Zeit zog sich jetzt immer länger. Am spannendsten war es an Brett eins. Irgendwie wirkte Moritz Spiel sehr überzeugend, aber sein Gegner war deutlich stärker als alle bisherigen Spieler, mit denen er es in dieser Saison in der NRW-Liga zu tun bekommen hatte. Trotzdem schien diese Partie der Schlüssel zum Aufstieg zu sein. Würde Moritz nicht verlieren, würden wir immer mindestens einen halben Punkt für ein Mannschaftsunentschieden holen. Gewänne er, sollte der Kampf für uns entschieden sein.

Es war eine untypische Partie für Moritz, der früh die Damen und einen Turm abgetauscht hatte. Trotzdem bot die Stellung viele taktische Motive.

Bei jedem Gang durch den Spielsaal des gegnerischen Vereinsheims blieb man zwangsläufig an Brett eins hängen und versuchte, die Stellung zu verstehen.

Doch plötzlich brachen wir an den Brettern drei und vier ein. Fabian hatte danebengegriffen. Hier drohte ein Partieverlust. Und Artur hatte etwas eingestellt. Auch hier wurde es kritisch. Ein schnelles 2-2 würde den ganzen Kampf wieder spannend machen. Zwar hatte Timo einen Bauern mehr. Aber seine Stellung war sehr kompliziert.

Doch plötzlich opferte Fabians Gegner einen Turm. Es wurde klar, dass dies für nicht mehr als ein Dauerschach reichen würde, sofern nicht plötzlich Fabian mehr wollte.

Moritz verließ sein Brett jetzt nicht mehr. Sein Gegner war in Zeitnot, und unser Spieler berechnete in aller Ruhe, wie er die gegnerische Verteidigung durchbrechen könnte.

Wie schon so oft in Mannschaftskämpfen übernahm der wohl stärkste Jugendspieler der Vereinsgeschichte auch in diesem entscheidenden Spiel die Verantwortung.

Und dann war es soweit: Tom Rebentisch gab auf und es stand 3-0 für Hemer.

In diesem Moment bot Fabians Gegner mit einem weiteren Schachgebot Remis an.

Fabian akzeptierte, so dass wir gewonnen hatten. Auch Arturs Gegner bot nun die Punkteteilung an.

Einige Minuten später einigten sich auch Timo und sein Gegner auf ein Remis.

Ein letztlich ungefährdeter Sieg brachte Hemer einen uneinholbaren Vorsprung in der Tabelle.

Und dieser Erfolg war das Resultat einer großartigen Mannschaftsleistung. Alle Spieler überzeugten kämpferisch. Und mit Felix Trinh hatten wir einen nominellen Ersatzmann, der immer spielen musste und in jeder Partie gewann. Timo, Fabian und Alex blieben ungeschlagen. Und auch Valerija und Artur verloren zwar als einzige Spieler Partien, aber holten auch wichtige Siege.

Wann auch immer die nächste Saison startet, wird die U20 genau wie die Frauenmannschaft in der Bundesliga antreten.

Zwei Monate vor dem Ende eines merkwürdigen Jahres 2020 steht bereits fest, dass es das erfolgreichste Jahr der Vereinsgeschichte ist.



Zurück an der Tabellenspitze

(Ein Bericht von Andreas Jagodzinsky, 27.09.2020)

Ungefähr vor einem Jahr, nämlich am 22.09.2020 begann die NRW-Jugendliga mit einem Duell zwischen Hemer I und Hemer II.

Das letzte Septemberwochenende, eine Woche später, war 2019 das Wochenende der Hemeraner Herbsttage, als ein Großteil der Hemeraner Ratsfraktionen erklärten, sie würden den 1. Beigeordneten Christian Schweitzer als Bürgermeisterkandidaten unterstützen.

Für das Heimspiel gegen Paderborn im Februar gegen Paderborn hatte der damalige Bürgermeisterkandidat seinen Besuch zugesagt. Allerdings fiel der Termin dem Sturm zum Opfer. Der zweite Versuch war für den 14. März vorgesehen, doch ab dem 14. März gab es keinen Spielbetrieb mehr.


Anders als bei den Erwachsenen muss aber die Saison möglichst noch in diesem Jahr abgeschlossen werden, weil Spieler die Altersgrenzen überschreiten werden.

Somit wurden die letzten beiden Runden für Oktober und November terminiert. Und wir hatten immer noch unser Nachholspiel.

Christian Schweitzer, der mittlerweile die Bürgermeisterwahl gewonnen hat, hielt sich an seine Zusage und besuchte uns an diesem Sonntag.

Etwa eineinhalb Stunden informierte er sich über den Schachverein und sicherte uns seine Unterstützung zu. Bei dieser Gelegenheit möchte ich mich beim scheidenden Bürgermeister Michael Heilmann für seine Unterstützung in den letzten Jahren bedanken.

Unser neuer Bürgermeister hatte als Glücksbringer gleich einen perfekten Einstand.

Nur knapp verpasste er den ersten Sieg der Hemeraner Mannschaft. Moritz Runte war es, der uns nach weniger als zwei Stunden in Führung brachte. Der fünfte Sieg im fünften Spiel zeigte erneut die Klasse unseres besten Spielers.

Eigentlich nur Ersatzspieler ist Feix Trinh. Aber irgendwer fehlt immer. Dieses Mal war es Alex Poggemann, der unter Quarantäne steht.

Felix gewann ebenfalls zum fünften Mal in dieser Saison.

Valerija Naumenko griff leider daneben und verlor ihre klar bessere Stellung noch. Aber das war nur ein kleiner Schönheitsfehler am heutigen Tag. Fabian Trinh und Timo Leonard gewannen fast zeitgleich. Artur Mai stand zwar überlegen, wollte mich aber nicht lange warten lassen und gab seine Partie Remis.

 

Mit dem 4,5-1,5 eroberte Hemer die Tabellenführung zurück. In der nächsten Runde steht das Topspiel gegen den Verfolger Horst-Emscher auf dem Spielplan. Das Spiel muss allerdings verlegt werden, weil Moritz mit der NRW-Auswahl bei der Deutschen Ländermeisterschaft ist.


Hemer bleibt auch mit der U20 Tabellenführer

(Ein Bericht von Timo Leonard, 19.12.2019)

 

 

Parallel zum Spiel der 2.Frauenbundesliga fand am letzten Sonntag die dritte Runde der NRW-Jugendliga statt. Hemer 1 spielte gegen Greven. Unsere klare Favoritenrolle wurde zusätzlich dadurch verstärkt, dass Greven auf ihr erstes und zweites Brett verzichten mussten. Somit hatten wir an jedem Brett einen nominellen Vorteil von mindestens 200 Punkten.

 

Diesen klaren nominellen Vorteil konnte man jedoch zu Beginn des Kampfes noch nicht erkennen. Arturs Stellung war nach skurriler Eröffnungsbehandlung seines Gegners sehr unklar. Objektiv stand er vermutlich besser, allerdings gelang es seinem Gegner nach einigen Ungenauigkeiten unseres Spielers einen starken Angriff aufzubauen. Durch starkes taktisches Spiel konnte sein Gegner einen entschiedenen Materialvorteil erzielen, sodass sich unser viertes Brett nach einer guten Stunde zur Aufgabe gezwungen sah. Kurze Zeit später übersah auch Alex in einer besseren Stellung einen taktischen Trick seines Gegners, sodass er das sofortige Remisangebot dankend annahm.

An den verbleibenden Brettern ging es hingegen ruhiger zu. Fabian erzielte mit schwarz schnell Ausgleich, Moritz und Felix standen angenehm und auch ich stand nach einem Fehler meines Gegners im vierten Zug besser.

 

Am Ende war es Moritz dem es als erstes gelang seinen Gegner zu überspielen und den Ausgleich zu erzielen. Kurze Zeit später konnten auch Felix und ich unsere besseren Stellungen in einen vollen Punkt ummünzen. Somit war der Kampf mit 3,5 gewonnen. Fabian versuchte zwar noch in einem leicht angenehmeren Endspiel um den vollen Punkt zu spielen, musste aber nach drei Stunden ins Remis einwilligen.


Den Aufstieg in die Bundesliga verpasst

(Ein Bericht von Timo Leonard, 05.06.2019

 

Anlässlich der Schlussrunde der NRW-Jugendliga reisten wir letzten Sonntag nach Bünde. Die Ausgangslage war klar: Würde Münster in Horst-Emscher nicht gewinnen, hätten wir immer noch Aufstiegschancen. Dazu mussten wir aber zuerst unsere Hausaufgaben erledigen und in Bünde gewinnen. Da wir besonders an den hinteren Brettern klar favorisiert waren, schien diese Aufgabe auch im Bereich des Möglichen zu liegen.

 

Jedoch war diese klare Favoritenrolle zu Beginn des Kampfes nicht wirklich zu erkennen. Ich wurde in der Eröffnung recht schnell überspielt. Und auch Moritz stand leicht unangenehm. Dafür hatten wir an den Brettern 3-6 keine Schwierigkeiten. Besonders Felix konnte seinen Gegner schon früh vor Probleme stellen, so dass Felix und ich nach etwa anderthalb Stunden zeitgleich unsere Partien beendeten, und es 1-1 stand. Allmählich änderte sich allerdings die Kampfsituation zu unseren Gunsten. Moritz stand zwar immer noch schwierig, allerdings verfügte Alex am fünften Brett über zwei gefährliche Freibauern und auch Fabian stand besser, da er durch einen taktischen Schlag Material gewinnen konnte. Valerija stand ebenfalls angenehmer. Meine schlechte Laune, aufgrund meiner schrecklichen Partie besserte sich also angesichts des fast schon sicheren Sieges, allmählich wieder. Doch dies änderte sich wieder schlagartig als ich erfuhr, dass Alex seine klar gewonnene Stellung zu schön gewinnen wollte, ein Zwischenschach übersah, und sie somit einstellte. Der Kampf wurde also wieder spannend, denn Moritz Stellung war noch immer kompliziert. Allerdings konnte Fabian kurze Zeit später durch einen weiteren taktischen Schlag seine Partie endgültig entscheiden und somit wieder zum 2-2 ausgleichen. Jetzt spielten nur noch Valerija und Moritz. Valerija stand besser, allerdings war ihre Stellung schwer zu gewinnen. Moritz konnte durch präzises Spiel seine Stellung ebenfalls verbessern und stand nun auch schon leicht angenehmer. Kurze Zeit später gewann Valerija ihre Partie, so dass Moritz nur noch Remis geben musste, um den Kampf mit 3,5-2,5 zu gewinnen.

 

Da Münster gegen Horst-Emscher dem Ergebnis nach souverän gewinnen konnte, steigen wir trotz des Schlussrundensieges nicht in die Bundesliga auf. Somit spielen wir nächste Saison mit zwei Mannschaften in der NRW-Jugendliga und werden natürlich wieder versuchen, um den Aufstieg zu kämpfen.

 

 


Zwei Helden und ein Geburtstagskind

 

(Ein Bericht von Andreas Jagodzinsky, 31.03.2019)

 

In der vorletzten Runde der NRW-Jugendliga traf Hemers erste U20-Mannschaft im letzten Heimspiel der Saison auf Emsdetten. Nach dem unnötigen doppelten Punktverlust lagen wir nur noch auf Platz zwei mit einem Punkt Rückstand auf Münster. Theoretisch bestanden nun sogar noch Abstiegssorgen, was auch zeigt, dass bei einem Auf- und drei Absteigern die Ligengröße von acht Mannschaften nicht optimal ist.

Nicht nur in Südwestfalen ist die Liga unterhalb der NRW-Liga für viele Absteiger kaum akzeptabel.

 

Emsdetten musste auf das etatmäßige dritte Brett verzichten, war aber an den Spitzenbrettern recht deutlich favorisiert.

 

Doch der Kampf begann ziemlich ausgeglichen. An keinem Brett erspielte sich eine Seite größere Vorteile.

Es dauerte gut drei Stunden, ehe sich die erste Entscheidung abzeichnete. Fabian Trinh erspielte sich einen soliden Vorteil.

Aber Timon Ketteler war es vorbehalten, uns in Führung zu bringen. Da Valerija Naumenkos Gegner seine bessere Zeit und bessere Bauernstruktur nicht ausspielte, sondern das Remisangebot unserer Spielerin annahm, stand es sogar 1,5-0,5.

Wenigs später nahm Timo Leonard Remis an. An seinem Geburtstag ließ er die Mannschaft nicht im Stich und spielte eine gute und mutige Partie. Die Schlussstellung machte einen angenehmeren Eindruck für Timo, aber er schätzte den Kampf zurecht günstiger für uns ein. Da Fabian mittlerweile die Dame für Turm und Läufer gewonnen hatte, sollten wir den zum Klassenerhalt fehlenden Mannschaftspunkt sicher haben.

Kurz darauf einigten sich auf Alexander Poggemann und sein Gegner auf die Punkteteilung.

Moritz Runte stand am Spitzenbrett bequem. Aber dann passierte ihm ein folgenschweres Missgeschick.

Moritz wollte mal kurz austreten und machte noch schnell einen Zug. Leider stellte genau dieser Zug einen Bauern ein.

Für den Mannschaftskampf war dies angesichts der Stellung von Fabian nicht weiter schlimm. Aber für unseren besten Spieler war die natürlich sehr ärgerlich.

Kurz nach Moritz Aufgabe erlöste uns Fabian.

 

Da allerdings Münster seine Pflichtaufgabe gegen Gütersloh souverän lösen konnte, sind wir auf gegnerische Schützenhilfe am letzten Spieltag angewiesen, wollen wir in die Bundesliga aufsteigen.

 

 

Eine weitere Saison auf NRW-Ebene haben wir jedoch bereits jetzt sicher.  


Horst-Emscher – SV Hemer 

(Ein Bericht von Timo Leonard, 25.02.2019)

 

Vielleicht erinnert man sich noch an Schlussphase der NRW-Jugendliga im letzten Jahr. Damals mussten wir auch in der 5. Runde nach Horst-Emscher reisen, um wichtige Punkte gegen den Abstieg zu sammeln. Das Ergebnis sollte bekannt sein: Wir verloren mit 3.5-2.5, haben den Abstiegskampf gegen Münster verloren und konnten nur noch durch Rückzüge von zwei Mannschaften die Liga halten.

 

Am gestrigen Sonntag ging es also zum Rückspiel ins Ruhrgebiet. Wir konnten in Stammbesetzung anreisen, was dazu führte, dass wir an den Brettern 2-6 nominell überlegen waren. Nur Moritz an eins musste gegen einen leicht favorisierten Gegner spielen.

Der Kampf fing sehr gut für uns an. Alex konnte seinen Gegner am sechsten Brett schnell unter Druck setzen und wurde kurze Zeit später mit Materialgewinn belohnt. Valerija und Fabian (Brett 4 und 5) standen ebenfalls angenehm. Die Stellungen von Moritz, mir und Timon (1-3) waren auch akzeptabel.

Doch plötzlich nahm der Kampf eine überraschende Wendung. Alex geriet trotz Mehrfigur und Mehrbauer erheblich unter Druck und musste in Folge dessen seine Mehrfigur wieder abgeben. Doch leider half auch das nicht mehr, da sein Gegner eine starke Initiative entwickeln konnte. 1-0 gegen uns.

Währenddessen wickelte Moritz seine Stellung in ein Endspiel ab, welches auf den ersten Blick sehr angenehm zu sein schien. Moritz Gegner hatte einen Doppelbauern auf der f-Linie, während Moritz über eine intakte Struktur und sogar einen Freibauern auf der h-Linie verfügte. Allerdings war der Damenflügel von Moritz stark unterentwickelt und sein Gegner besaß ein sehr starkes Läuferpaar, welches gut gegen Moritz König wirkte. Sein Gegner konnte seine Initiative ausbauen und entschied die Partie letztlich durch ein schönes Turmopfer. Somit lagen wir nach gut zwei Stunden 2-0 hinten. Und es sollte nicht besser werden. Kurze Zeit später musste Valerija nämlich Remis geben. Sie hatte zwar einen Mehrbauern, war dafür aber in starker Zeitnot.

Aufgrund des Kampfverlaufes mussten Timon und ich beide nach Komplikationen suchen. Timon versuchte seine recht symmetrische Stellung in ein unklares Endspiel abzuwickeln. In meinem Abtauschfranzosen, welcher zusätzlich von meinem Gegner sehr passiv behandelt worden war, stellte sich die Suche nach Komplikationen als recht schwer heraus. Am Ende entschied ich, einfach meine Bauern am Königsflügel nach vorne zu schmeißen um so irgendwie die Stellung zu verkomplizieren. Allerdings wurden unsere Versuche an beiden Brettern bestraft. Timon geriet in ein verlorenes Endspiel und auch meine Stellung wurde immer schlechter. Somit war der Kampf jetzt schon verloren. Nur Fabian konnte durch einen starken Minoritätsangriff am Damenflügel seinen Vorteil nach und nach ausbauen. Zur selben Zeit wurde meine Stellung immer schlechter, sodass ich letztendlich in ein schlechteres Endspiel mit jeweils Dame und Turm abwickeln musste. Während mein Gegner meinen gesamten vorgeschobenen Königsflügel einsammelte, versuchte ich noch irgendwie zu tricksen. Da mein Gegner in Zeitnot war, gelang mir das am Ende auch, sodass Weiß das Dauerschach nehmen musste. Jetzt spielte nur noch Fabian. Dieser hatte durch sein strategisch cleveres Spiel ein leicht besseres Turmendspiel erreicht, welches er nach ca. einer Stunde souverän gewinnen konnte. Dies änderte allerdings nichts mehr an unserer bitteren 4-2 Niederlage.

 

 

Da es aktuell den Anschein hat, dass wir weder ab- noch aufsteigen, bleibt uns nur noch zu hoffen, dass wir nächstes Jahr, sofern sie nicht noch aufsteigen, Horst-Emscher zuhause empfangen, da es den Anschein hat, als sei Horst-Emschers Spiellokal für uns verflucht.


Hemer gewinnt in der Jugendliga gegen Paderborn

 

(Ein Bericht von Andreas Jagodzinsky, 27.01.2019)

 

Am heutigen Sonntag gewann die erste Jugendmannschaft gegen Paderborn und dürfte damit bei einigermaßen normalen Verlauf der letzten drei Spieltage mit dem Abstieg nichts mehr zu tun haben. Was wie übertriebenes Understatement aussieht hat einen ernsten Hintergrund. Von acht Mannschaften steigen am Ende drei ab. Man muss daher viele Punkte sammeln, um die Klasse zu halten. Macht man das - wie wir dieses Saison - gleich zu Saisonbeginn, kann man den Aufsteigskampf kaum vermeiden.

Da wir aber punktgleich mit Münster sind und mit Emsdetten noch ein echtes Schwergewicht zum Gegner haben, sollten wir weiterhin von Spiel zu Spiel sehen.

Heute rundete der Sieg ein erfolgreiches Wochenende für den SV Hemer ab. Der Sieg und vorzeitige Klassenerhalt der III. und der Turniersieg von Carmen in Magdeburg hatten unsere Jugendmannschaft bestens für den Kampf eingestimmt.

 

Nachstehend kann man im Liveticker noch einmal den Verlauf des Spiels nachverfolgen. Bilder gibt es dann im Laufe der Woche.

 

 

15.03

Und dann ging es ganz schnell. Während die Mannschaft abbaut, kann ich über die letzten Minuten berichten. Artur opferte einen Bauern, um unter Turmtausch ein gewonnenes Bauernendspiel zu erreichen. Fabian hatte just in diesem Moment ein Remisangebot erhalten. Sicher hätte er in der gegnerischen Zeitnot weiterspielen können, aber wartete im Mannschaftssinne die Aufgabe von Arturs Gegner ab und nahm das Remisangebot an.

13-11! Mit diesem Sieg dürften wir eine weitere Saison in der NRW-Jugendliga sicher haben.

 

Ich verabschiede mich für heute.

Kurz noch die letzten Ergebnisse von der DSAM: auch Luca und Lukas remisierten die Schlussrunde. Anders als Carmen sicherten sie damit aber keinen Turniersieg ab.

 

14.46

Valerija überschreitet in verlorener Stellung die Zeit. 2-2!

 

14.44

Der Angriff von Valerija ist zurückgeschlagen. Jetzt droht der Ausgleich.

 

14.36

Und endlich hat Valerija ihre Kompensation. Hat aber auch wirklich gedauert.

Noch knapp zwei Minuten auf der Uhr.

Fabian hat eine ausgeglichene Stellung bei besserer Zeit. Artur bleibt im Turmendspiel weiter zwei Bauern vorne.

 

14.26

Timon hat einen zweiten Bauern gegeben. Jetzt ist die weiße Dame weit ab vom Schuss. Als nächstes opfert er einen Springer.

Valerija hat gerade die zweite Spalte auf ihrem Partieformular erreicht. Nur noch 20 Züge in gut zwei Minuten.

 

Und jetzt Remis bei Timon.

 

14.17

Valerija verbessert ihren eigenen Zeitnotrekord von der DVM: 2.34 für 21 Züge.

Den geopferten Bauern hat sie noch nicht wieder. Ich sehe keine richtige Kompensation.

 

14.08

Nachdem der Rauch sich verzogen hat, entsteht ein ungewinnbares Endspiel mit ungleichfarbigen Läufern bei Timo. Remis, 1,5-0,5.

 

13.56

Bei Timo sah es so aus, als ob er die Kontrolle über die Partie verliert. Aber mit einem Qualitätsopfer bringt er nun seinen Gegner ins Grübeln.

 

13.46

Und da ist das 1-0. Moritz bringt uns in Führung.

 

13.40

Artur hat ein Turmendspiel mit zwei Mehrbauern ohne jede Bauernschwäche erreicht. Das darf man dann auch bitte gewinnen. Bei Moritz riecht es nach Matt.

Alle anderen Stellungen sind völlig unklar, wobei wir von verwickelten Stellungen mit ungleicher Materialverteilung bis zu anspruchsvollen strategischen Stellungen alles dabei haben.

 

13.23

Moritz opfert die Figur zurück. Allerdings opfert er einen Springer auf h2 in die gegnerische Königsstellung.

Da er ohnehin in der Variantenberechnung deutlich besser als ich ist, versuche ich es erst garnicht. Wollen wir hoffen, dass der Junge weiß, was er tut.

 

13.19

Timon will jetzt auch mal die Aufmerksamkeit auf sein Brett lenken. Sein Bauer auf c4 hängt. Allerdings hat er jetzt eine Struktur auf dem Brett, die an Modernes Benoni erinnert. Die offene b-Linie dürfte ihm gute Kompensation für den Bauern bieten, da Weiß seine Bauern auf a3 und b2 stehen hat.

 

13.08

Artur hat seinen Angriff beendet, die Damen getauscht und erfrezt sich eines gesunden Mehrbauerns. Meines Erachtens gab es Chancen zum erfolgreichen Mattangriff. Aber wer weiß: sicher ist sicher.

Valerija steuert mal wieder auf eine unglaubliche Zeitnot zu.

Moritz hat immer noch eine mehr als kuriose Stellung. Und bei Timo ist nun Rechenarbeit gefragt. Hier könnte sich die Waagschale in den nächsten Zügen zugunsten des Einen oder des Anderen neigen.

Weniger los ist bei Timon und Fabian.

 

12.31

Artur hat einen Bauern gewonnen und greift weiter an. Zumindest bei der objektiven Bewertung dieser Stellung lege ich mich fest: klarer Vorteil für unseren Spieler.

 

12.20

Interessant bleibt es an Brett 1. Moritz hat eine Figur für zwei Bauern. Aber es macht den Eindruck, als ob unser Spieler die Initiative hat. Die EInschätzung kann ich nicht mit konkreten Varianten belegen. Aber als parteiischer Zuschauer will ich das zumindest glauben.

Bei Timon haben wir einen Spanier auf dem Brett. Zu Einzelheiten kann ich hier nicht viel sagen. Aber in diesen Strukturen kennt unser ältester Spieler sich aus. Bislang spielt er eine hervorragende Mannschaftssaison in der Jugendmannschaft!

 

11.53

Eines kann man schon jetzt sagen: Vorsichtiges Abtasten ist weder die Sache der Paderborner noch unserer Leute.

Die Stellung bei Moritz ist völlig unklar. Er hat die vom Gegner geopferte Figur mehr, aber sein Gegner hat deutlichen Entwicklungsvorsprung. Moritz hat jetzt seine Dame auf die Reise geschickt, um den Gegner zu beschäftigen.

Valerija hat einen Bauern geopfert.

Und Artur ist es gelungen die gegnerische Stellung etwas zu öffnen.

Die anderen drei Partien können hinsichtlich des Spektakels nicht ganz mithalten. Aber langweilige Abtauschvarianten sehen wir an keinem Brett.

Wer zusehen will, sollte sich ruhig auf den Weg machen. Das könnte sich lohnen, wenn man attraktives Angriffsschach mag.

 

11.27

Artur übernimmt mit einem Bauernvorstoß die Initiative. Nach seinem Erfolg am letzten Sonntag in der Verbandsklasse, als er mit seinem Sieg das 4-4 gerettet hat, scheint er Selbstbewusstsein getankt zu haben.

 

 

11.07

Interessante Eröffnung an Brett 1: 1.e4 e5 2.Sf3 Sc6 3.Sc3 Sf6 4.Sxe5 Sxe5 5.d4

Die spannende Frage ist, ob unser Eröffnungslexikon Moritz auch diese Variante mal auf dem heimischen Brett (oder wie es bei den jungen Leuten üblicher ist, auf dem Bildschirm hatte).

 

 

11.04

Die Partien laufen. Hier die Paarungen:

1 Runte-Brockhoff

2 Leonard-Schlangenotto

3 Ketteler-Stirnberg

4 Naumenko-Kesselmeier

5 Trinh-Müller

6 Mai-Janke

 

Unsere Spieler haben an den ungeraden Brettern Schwarz. Der auf Klassenfahrt befindliche Alex Poggemann drückt aus der Ferne sicher die Daumen.

 

10.30

Nach dem großen Erfolg des Livetickers vom letzten Frauenregionalligaspiel 2017/18 versuchen wir es heute mal mit einer halbwegs aktuellen Berichterstattung vom NRW-Jugendligaspiel der vierten Runde. Wir empfangen die Gäste aus Paderborn.

Während es für uns bislang prima läuft und wir von der Tabellenspitze grüßen, hat es der Absteiger aus der Jugendbundesliga dieses Jahr schwer.

Angesichts der gegnerischen Spieler ist jedoch mit einem offenen Kampf zu rechnen. Unser Ziel bleibt weiterhin der Klassenerhalt.