Die Partie des Wochenendes

Beginnend mit der ersten Doppelrunde in Mülheim wollen wir an jedem Spielwochenende die Partie des Wochenendes und die dazugehörige Hemeraner vorstellen.

Die Auswahl fällt an diesem Wochenende besonders schwer, weil es einige sehr gute Partien gegeben hat.

So hat beispielsweise Valerija Naumenko eine hervorragende Angriffspartie bei ihrem Debüt in der 2. Bundesliga gespielt. Am Sonntag war Carmen Voicu-Jagodzinskys Sieg ebenfalls sehr sehenswert und damit auch in der engeren Auswahl.

Aber letztlich haben wir uns für die Partie von Linda Becker gegen Agnes Stoer (SV Mülheim-Nord) entschieden.

Kurz einige Informationen zu Linda:

 

Die 13-jährige Schülerin ist im Sommer aus Plettenberg zum Schachverein Hemer gewechselt. Seit 2016 hat sie sich jedes Jahr für die Deutschen Jugendeinzelmeisterschaften qualifiziert. Ihr bislang bestes Resultat war Platz sieben in der U10w 2016.

2018 (U12w) und 2019 (U14w) wurde sie NRW-Meisterin.

Sie ist seit 2018 Mitglied des NRW-Kaders.

Aufgrund der umfangreicheren Trainingsmöglichkeiten und der Möglichkeit, in der 2. Frauenbundesliga und der NRW-Jugendliga zu spielen, entschied Linda sich zum Wechsel von Plettenberg zum SV Hemer.

Bei dieser Gelegenheit sollen die Verdienste ihres Heimatvereins, der SVG Plettenberg und vom ehemaligen Verbandskadertrainer Thomas Franke, der intensiv mit Linda gearbeitet hat, nicht unerwähnt bleiben.

 

Ebenfalls erwähnt werden soll die Fahrschule Block & Kirchhoff (https://www.fs-block-kirchhoff.de/), die Lindas sportliche Entwicklung in dieser Saison unterstützt.


Nun aber zur Partie: Linda spielte mit Weiß. Ihre Gegnerin hatte am Vortag pausiert.

Die DWZ von Linda (1688) und ihrer Gegnerin (1680) waren ungefähr gleich. Die Elozahl von Linda (1583) war schlechter als die ihrer Gegnerin (1879).

 

Es war an diesem Sonntag die einzige Partie, in der unsere Spielerin nicht die klare Favoritin war.    

 

Hier der direkte Link zur Partie...


Spitzenreiter

(Ein Bericht von Andreas Jagodzinsky, 15.09.2019)

 

Es war ein tolles Wochenende für den SV Hemer. In der 2. Frauenbundesliga gelangen unseren Frauen in Mülheim vier Mannschaftspunkte.

Besonders Alessia Ciolacu und Linda Becker werden mit ihrem 2/2 Einstand in die zweithöchste Liga sicher sehr zufrieden sein.

 

Aber insgesamt war es eine geschlossene Mannschaftsleistung.

 

Heute rückte Kathrin Sewald für Valerija Naumenko rein, die auf Klassenfahrt ging.

Linda Becker übernahm schnell die Initiative. Zudem konnte man bei Alessia Ciolacus Gegnerin keine nennenswerte Initiative für den geopferten Bauern erkennen. Auch Carmen Voicu-Jagodzinsky setzte ihre Gegnerin früh unter Druck.

Nur Luminita Cosma sah sich einer gefährlichen gegnerischen Initiative ausgesetzt. Aber bei beiderseits bestem Spiel gelang es keiner Spielerin, in Vorteil zu kommen.

 

Es war schließlich Linda, die die Führung besorgte.

Beim Stand von 1,5-0,5 dauerte es bis nach meiner Abreise, ehe Carmen und Lisa-Marie Möller vorzeitig den Sieg sicherstellten. Erfreulich, dass Lisa-Marie sich so gut erholt von der gestrigen Niederlage zeigte.

 

Als Luminita und ich schon wieder in Hemer waren, gewann auch Alessia. Leider konnte Kathrin ihren Vorteil nicht verwerten und musste - wie schon Lisa-Marie am Vortag - bei ihrem Debüt für Hemer eine Niederlage quittieren. Aber auch bei ihr bin ich mir sicher, dass das schon im nächsten Spiel ganz anders aussehen wird.

 

Am 14. und 15. Dezember steht das Heimspielwochenende auf dem Programm, bei dem wir unsere Tabellenführung verteidigen wollen.

 

Hier gibt es den Live-Ticker zum nachlesen...

 

Hier der Link zum Ergebnisdienst: https://www.schachbund.de/SchachBL/bedh.php?liga=fb22 

 

 

Spitzenspiel in Mülheim - Der Liveticker

(Andreas Jagodzinsky, 15.09.2019)

 

19.29:

Entschuldigung vielmals. Wegen des Verbandsligaspiels Hemer-Hagen schulde ich noch das Endergebnis. Kathrin verlor leider noch, so dass der Kampf mit 4,4-1,5 endet. Hemer ist damit Tabellenführer.

13.25:

Und jetzt erhöht Alessia Ciolacu auf 4,5-0,5. Ein toller Einstand für unsere neue Spielerin.

 

12.55:

Carmen Voicu-Jagodzinsky und Lisa-Marie Möller haben gewonnen. Damit ist auch Sieg Nr. 2 unter Dach und Fach.

 

11.54:

Jetzt hat auch Alessia ihr Remisangebot abgelehnt.

 

11.08:

Linda bringt uns in Führung.

Lisa-Marie hat ein Remisangebot stehen.

 

11.00:

Nein, doch Remis bei Luminita.

0,5-0,5.

 

10.57:

Luminita spielt weiter. Linda zaubert jetzt.

 

10.47:

Luminitas Gegnerin hat gerade Remis angeboten.

Mal sehen, wie unsere Spielerin sich entscheidet.

 

10.44:

Linda steht nach Meinung aller "Experten" klar besser.

 

10.23:

Brett 1 wird unter den Mitreisenden intensiv diskutiert. Weiß hat einen wirklich bedrohlich anmutenden Angriff. Aber die Zuschauer sind auch um einiges schwächer als Luminita.

 

10.07:

Jetzt kommt die Meldung eines unserer Spielbeobachter, der ziemlich optimistisch wirkt. Das ist ja wie im Stadion: von oben sieht man mehr.

 

10.05:

Bei Linda hat man den Eindruck, dass sie sehr angenehm steht. Ich würde jedenfalls lieber die weiße Stellung spielen.

Gleiches gilt für Kathrin, die eine starke Initiative zu haben scheint.

Etwas unklar ist mir die Stellung an Brett 1. Die weiße Initiative sieht gefährlich aus. Aber Luminita wird schon wissen, was sie macht. Insgesamt macht das Match einen angenehmen Eindruck.

 

09.42:

Manchmal kann man ja aus der Zeitverteilung in der Eröffnung Rückschlüsse ziehen. Wer schnell zieht, kennt entweder die Variante oder fühlt sich ziemlich sicher. Wer langsam spielt, versucht sich vielleicht zu erinnern oder kennt die Variante nicht so gut. Daneben gibt es natürlich auch Versuche, die Gegnerin zu täuschen.

Klare Bedenkzeitvorteile weist Lisa-Marie Möller in einer Benonistellung auf. Hier spricht viel dafür, dass sie sich gut auskennt.

Auch Carmen Voicu-Jagodzinsky verfügt über einen moderaten Zeitvorteil in einer Sizilianischstellung, in der aber nicht viel los ist.

Bei Linda Becker, die auch zehn Minuten mehr auf der Uhr hat, schwanke ich noch zwischen Kenntnis der Variante oder purem Selbstbewusstsein, dass man hier einfach mal ein Bauernopfer anbieten kann.

Das soll dann man der Reporter im Innenraum nach dem Spiel erfragen.

Luminita Cosma hat mehr Zeit verbraucht als ihre schnell spielende Gegnerin. Im London_System hat die Weiße schnell h4 nebst Th3 gespielt. Ich vermute, unsere beste Spielerin versucht, sich Klarheit darüber zu verschaffen, ob dieses ungewöhnliche Manöver hier gut ist.

Alessia Ciolacu hat einen kleinen Zeitvorteil in einer Gambitvariante der offenen Spiele. Gehen wir mal davon aus, dass sie weiß, was sie tut.

Nicht nur sportlich mit dem gestrigen Punktgewinn sondern auch menschlich hat sie sich gut in die Gruppe eingefunden.

 

 

09.33:

Herzlich willkommen aus Mülheim zur zweiten Runde der Frauenbundesliga. Ich mache mal so lange, bis ich zum Verbandsligaspiel gegen Hagen aufbrechen muss (oder auch nicht - sollen die Gegner sich doch den Kopf zerbrechen). Dass Marcus gleich für Iserlohn spielen wird, habe ich hiermit verraten (oder nicht - vielleicht macht der ja gleich weiter).

 

Im Spitzenspiel gegen Mülheim haben die Partien begonnen. Beide Mannschaften haben ihre Aufstellung im Vergleich zu gestern verändert.

 

Bei den Eröffnungen hat 1.e4 klar gewonnen. Carmen Voicu-Jagodzinsky, Kathrin Sewald und Linda Becker haben mit dem Lieblingszug von Bobby Fischer begonnen. Alessia Ciolacu sieht sich als Schwarze mit 1.e4 konfrontiert.

1.d4 kam an den Brettern von Luminita Cosma und Lisa-Marie Möller, die beide mit Schwarz spielen.

 

09.00:

Am Sonntagmorgen steht bereits um 09.00 Uhr die zweite Runde der 2. Frauenbundesliga auf dem Programm.

Mit Mülheim ist der Gastgeber des Wochenendes der Gegner. Zunächst einmal ein Lob an die Gastgeber um Mannschaftsführer Daniel Hausrath. Wie gewohnt ist alles bestens organisiert. Nun wollen wir hoffen, dass es uns dieses Mal besser ergeht als vor zwei Jahren. Durch die rumänische Superliga arg gebeutelt mussten wir ohne Spieler über 1800 antreten und verloren damals in der Regionalliga mit 0,5-3,5, wenngleich insbesondere bei Julia Manus mehr drin war. Am Ende fehlte ein halber Punkt zum Aufstieg.

Von der damaligen Mannschaft ist heute niemand am Start. Valerija Naumenko ist bereits auf dem Weg nach Spanien zur Klassenfahrt.

Für sie rückt Kathrin Sewald in die Mannschaft. Die Dritte der DJEM U18w des Vorjahres gibt ihr Debüt als Gastspielerin des SV Hemer.

Sie ersetzt Valerija aber nicht unmittelbar, sondern rückt an Brett vier in die Mannschaft, so dass Lisa-Marie Möller an Brett fünf spielen wird. Zumindest an den Brettern vier und fünf wurde die Vorbereitung der Gegnerinnen hoffentlich erschwert.

 

Und nun heißt es Daumendrücken für unsere Mannschaft.

Ob es heute für einen Liveticker reichen wird, ist unklar. Marcus und ich müssen leider beide spielen.

 

Aber ein ausführlicher Abschlussbericht am Abend ist versprochen.

Als Neuling an die Tabellenspitze

 

 

Aktuell läuft noch eine Partie in der 2. Bundesliga, so dass der SV Hemer zwar noch eingeholt, aber nicht mehr überholt werden kann.

Und somit steht fest, dass der Neuling aus der Regionalliga West Tabellenführer der 2. Bundesliga West nach dem ersten Spieltag ist.

 

Schnell zeichnete sich ab, dass irgendetwas bei den ersten beiden Brettern des SK Langen fürchterlich schief gelaufen war und sie nicht mehr rechtzeitig zum Spielort kommen würden. Luminita Cosma kam somit zu ihrem fünften kampflosen Sieg in Folge. Statistiker mögen nachschauen, ob es das schon einmal gegeben hat.

Auch Carmen Voicu-Jagodzinskys "Arbeitstag" war nach 30 Minuten beendet, worauf die zwei Spitzenspielerinnen in die Stadt gingen ("Handtasche" lautet das Stichwort).

 

An den anderen Brettern gab es einige interessante Momente. Während Alessia Ciolacu in ihrem ersten Spiel für den SV Hemer genau wie unsere Gastspielerin Lisa-Marie Möller angenehme aber nicht besonders spektakuläre Stellungen hatten, war es bei unseren weiteren Jugendspielerinnen wesentlich lebhafter. Es wurde fast gkleichzeitig taktisch. Linda nutzte aus, dass der gegnerische König im Zentrum feststeckte und öffnete die Mitte. Auf einmal spielten alle ihre Figuren.

Valerijas Gegnerin hatte bei heterogenen Rochaden frühzeitig einen Läufer geopfert. Aber Valerija hatte richtig eingeschätzt, dass ihre Königsstellung verteidigungsfähig war. Vor allem der gegnerische b-Bauer auf b2 schützte Valerijas König ganz ausgezeichnet.

Als Linda dann gewann, zeichnete sich auch bei Valerija der Sieg ab. Sie opferte dann selbst eine Figur und gewann schnell.

Mit dem 4-0 war der erste Mannschaftssieg des SV Hemer in der 2. Bundesliga geschafft.

Als Carmen und Luminita aus der Stadt zurückkamen, lag ein 6-0 im Bereich des Möglichen. Doch plötzlich ging es ganz schnell. Alessia gewann und erhöhte auf 5-0. Aber bei Lisa-Marie ging etwas daneben. Plötzlich stand sie klar schlechter. Sie kürzte ihr Leiden ab und überschritt in schlechter wenngleich noch nicht hoffnungsloser Stellung die Zeit.

Aber wenigstens war es eine Niederlage, die für das Endresultat nicht wichtig war. Sicher wird Lisa-Marie, die über die meisten 2.-Liga-Einsätze im Team verfügt noch wichtige Punke erzielen. 

 


Live-Ticker 2. Bundesliga Spieltag 1

(Marcus Schmücker in Zusammenarbeit mit Andreas Jagodzinsky)

 

17:46 Uhr

 

In schwieriger Stellung überschreitet Lisa-Marie die Zeit. Hemer gewinnt seine 2.Liga Premiere mit 5-1.

 

17:41 Uhr

 

Alessia erhöht auf 5-0. Lisa-Marie steht kritisch. Irgendwas ist schiefgelaufen.

 

17:40 Uhr

 

Und jetzt steht auch Alessio auf Gewinn. Lisa-Marie hat ein besseres Endspiel.

 

17:04 Uhr

 

Die Fans bejubeln den Sieg.

 

16:43 Uhr

 

Valerija entscheidet sich zum Glück für den nervenschonenden Damengewinn, statt Matt in 4. Die Gegnerin gibt sofort auf. 4-0!

 

16:32 Uhr

 

Die NRW-Vizemeisterin der U16w aus 2018 steht jetzt auf Gewinn. Da darf eigentlich nichts mehr anbrennen.

 

16:25 Uhr

 

Valerijas Gegnerin hat die Figur geopfert aber Valerija die Kompensation dafür. Zumindest scheint es aktuell so. Und die bessere Zeit hat unsere Spielerin auch. Valerika hatte keine gute Saison, wobei es auch schwer war, 2017/18 auch nur zu bestätigen, geschweige denn zu übertreffen. Aber heute zeigt sie bislang eine tolle Leistung.

 

16:11 Uhr

 

Mit dem Sieg an Brett 6 steht fest, das Hemer gleich zum Auftakt Punkten wird. Jetzt liegt es an Alessia, Lisa-Marie und Valerija, den doppelten Punktegewinn sicherzustellen.

 

15:55 Uhr

 

3-0 Linda

 

15:46 Uhr

 

Bei Linda sollte gleich Schluss sein.

 

15:43 Uhr

 

Taktik bei Linda, die die Dame gewinnt.

 

15:36 Uhr

 

Bei Linda und Valerija wird es taktisch. Allerdings sieht es bei Linda so aus, als ob sie einen Bauern gewinnen kann und gut steht, während Valerijas Gegnerin eine Figur für Angriff gegeben hat. Die Stellung ist extrem kompliziert.

 

Ein paar Infos über Linda: Sie hat sich seit der U10 2016 in jedem Jahr für die Deutschen Jugendmeisterschaften qualifiziert und ist amtierende NRW-Meisterin U14w (2018: NRW-Meisterin U12w).

 

15:18 Uhr

 

Die Stellung ( unser Brett 3) gab es doch sicher schon?

 

15:00 Uhr

 

Valerija mit einer scharfen Stellung mit heterogenen Rochaden. Heute mit einer sehr guten Zeiteinteilung, zumindest bislang!

 

Hier kann man den Zwischenstand aller Mannschaften sehen: https://www.schachbund.de/SchachBL/bede.php?liga=fb22&runde=1

 

14:47 Uhr

 

Nach den kampflosen Punkten an Brett 1+2, tauchen erste Sorgenfalten beim Mannschaftsführer auf. 

"Wir gehen ins Zentrum", meldete Carmen Voicu-Jagodzinsky sich ab.

 

14:39 Uhr

 

Das sieht doch sehr klassisch aus und stand bei Botwinnik bestimmt schon auf dem Brett. Alessia ist noch 14. rumänische Jugendnationalspielerin und neu in Hemer.

 

2:0 für Hemer. 

 

14:36 Uhr

 

30 Minuten nach Spielbeginn und wer hat noch keinen Gegner? 5x kampflos in Serie zeichnet sich ab.

 

 

14:29 Uhr 

 

Zwei weitere Bilder mit den ersten Auswärtsfans.

 

14:23 Uhr

 

Die ersten Bilder vom Kampf sind da. Bei Linda sieht mir das verdächtig nach dem London-System aus.

 

14:15 Uhr

 

Wie bei einem Fussballspiel ein paar Zahlen:

 

Der Eloschnitt von uns liegt bei: 1963

Altersdurchschnitt: 24

 

Cosma = 167 Einsätze für die rumänische Nationalmannschaft (+63 =70 -34)

Voicu-Jagodzinsky = 52 Einsätze für die rumänische Nationalmannschaft (+17 =22 -13)

 

 

14:05 Uhr

 

Brett 1 und 2 beim Gegner fehlen noch. Angeblich sind die in Köln Mühlheim.

 

14:00 Uhr

 

Unsere Mannschaft tritt folgendermaßen an:

 

1 WGM Cosma (ELO 2315)
2 WGM Voicu-Jagodzinsky (2252)
3 WFM Ciolacu (2069)
4 Möller (1955)
5 Naumenko (1604)
6 Becker (1583)

 

 

 

11.45:

Wenn die Partien gleich beginnen, dann ist die Frauenmannschaft die höchstklassig spielende Mannschaft der Vereinsgeschichte im Erwachsenenbereich. Bislang war das die erste Mannschaft, die 1981/82 für ein Jahr in der NRW-Liga spielte. Es war die bislang erfolgreichste Phase der ersten Mannschaft, die insgesamt sechs Jahre in der Verbandsliga bzw. höher spielte. Es dauerte bis 2017, ehe eine Verbandsligamannschaft des SV Hemer nicht sofort wieder abstieg.

1981/82 gingen folgende Spieler für den SV Hemer an die Bretter: Sirringhaus, Scheffer, Walter, Schumacher, Reinhardt, Michael Kistner, Cloosters, Schäfer und Klüting.

Andreas Reinhardt spielt bis heute ununterbrochen für den SV Hemer. Reiner Klüting ist seit letztem Jahr wieder an Bord. Es wird gemunkelt, dass er sich das Spiel in Mülheim heute nicht entgehen lässt.

 

11.27:

In Kürze beginnt die Anreise zum Spielort. Zum Glück wurden wir von kurzfristigen Absagen am Spieltag verschont. Damit sollte nichts mehr die Konzentration der Spielerinnen stören.

 

07.29:

Zu den Saisonzielen befragt, gab es gestern seitens der Mannschaftsführung keine konkrete Antwort: "Wir schauen von Spiel zu Spiel und nehmen jeden Gegner ernst."

 

06.38:

In knapp siebeneinhalb Stunden beginnt für den SV Hemer die 2. Bundesliga.

Es geht nach Mülheim gegen den SK Langen.

Im gestrigen Abschlusstraining war die Stimmung gut.

Die Mannschaftsaufstellung für das Wochenende steht, wird aber natürlich noch nicht bekanntgegeben.

Wie schon beim 10-Städteturnier hat aber Carmen Voicu-Jagodzinsky auf der Abschlusspressekonferenz eine Stammplatzgarantie ausgesprochen bekommen.

 

Die Geschichte des Hemeraner Frauenschachs

Teil 2: 2006 - 2019

(Ein Bericht von Andreas Jagodzinsky, 11.09.2019)

2004/05 hatten wir Carmen Voicu für den Verein gemeldet. Sie kam zwar weder nach Deutschland, noch zum Einsatz für uns, aber zumindest spekulierten die gegnerischen Mannschaften über unsere Aufstellung.

Nachdem in der Saison 2005/2006 niemand mehr unseren Aufstellungstrick ernstnahm, tauchte sie plötzlich im Februar 2006 im Vereinslokal der SVG Plettenberg beim Viererpokalspiel auf. Plettenberg hatte mit einem leichten Sieg gerechnet, auf den Einsatz von Titelträgern in Anbetracht des schweren Spiels in der NRW-Liga am Folgetag verzichtet und erlebte – immer noch mit vier Spielern über 2100 angetreten – ein Debakel. Nach einem korrekten Remis von mir an Brett eins gewannen wir an Brett vier. An Carmens Brett zwei und an Brett drei mussten die gegnerischen Spieler in schlechteren Stellungen ins Remis einwilligen. Ansonsten wäre es angesichts der Stellungen ein 3,5-0,5 für uns geworden.

Im ersten Mannschaftskampf der Saison 2006/07 trat Carmen am Spitzenbrett für Hemer gegen Bernd Rittmeier an. Carmen hatte im Sommer ihre letzten Großmeisternormen erzielt, ihre ELO auf über 2300 verbessert und setzte den König ihres mit Schwarz spielenden Gegners nach etwa 20 Zügen auf ihrer eigenen ersten Reihe matt.

Wann immer sie in Deutschland war, spielte sie für unsere erste Mannschaft und führte uns zu einem souveränen Aufstieg in die Verbandsliga.

Den Abstieg in der Folgesaison konnte sie allerdings auch nicht verhindern. Zum Teil war sie wegen Einsätzen für die Nationalmannschaft oder wichtigen internationalen Turnieren verhindert. Zum großen Teil fehlte uns einfach an vielen Brettern die Schlagkraft für die Verbandsliga.

Sie hielt uns mit ihren Siegen noch einige Jahre in der Verbandsklasse, ehe auch ihre Spielstärke den Substanzverlust der Mannschaft nicht mehr kaschieren konnte. Von den Hemeraner Eigengewächsen waren Marc Störing und ich immer noch die jüngsten Spieler der ersten Mannschaft wie schon knapp 20 Jahre zuvor.

Zwar half sie sogar in der Bezirksliga noch beim direkten Wiederaufstieg und war maßgeblich am bislang letzten Verbandsligaaufstieg beteiligt. Aber mehr und mehr zog sie sich aus den Mannschaftskämpfen zurück.

Bis heute ist sie die elostärkste Spielerin, die jemals in einem Mannschaftskampf für Hemer gespielt hat.

Ab 2011 engagierte sie sich dann am Woeste-Gymnasium im Schulschach und später im Vereinsjugendschach. Mit Kim Drees trainierte schnell ein spielstarkes Mädchen in ihrer Gruppe. Julia Manus und Valerija Naumenko folgten schnell.

Als schließlich Sara von Bargen hinzukam, wurde der zweite Versuch unternommen, eine Mädchenmannschaft aufzustellen.

Mit der damaligen U10-Spielerin Linda Becker als Gastspielerin wurde die Qualifikation zur DVM in Düsseldorf erreicht.

Für die DVM konnte Isabel Otterpohl als Gastspielerin gewonnen werden.

Nur eine Schlussrundenniederlage verhinderte ein Top 10-Ergebnis.

Aber die Spielerinnen konnten mit dem Resultat zufrieden sein: https://www.deutsche-schachjugend.de/2016/dvm-u14w/sv-hemer/.

Allen voran Valerija Naumenko, die mit 5,5/7 vollständig überzeugen konnte.

Parallel hatte der Aufbau einer Frauenmannschaft begonnen.

Mit der rumänischen Nationalspielerin Luminita Cosma stieß hochkarätige Verstärkung zum SV Hemer.

Sie debütierte in der Verbandsligamannschaft mit einem Sieg gegen Bergneustadt.

Einsätze in der Frauenmannschaft waren nicht erforderlich, weil es keine weiteren Teilnehmer zum Aufstiegsturnier in die Regionalliga gab.


Die Zielsetzung für die erste Saison in der Regionalliga war klar. Mit Carmen stand ein spielstarkes erstes Brett zur Verfügung, die auf Gegnerinnen mit 200 bis 500 DWZ-Punkten weniger treffen würde. Aber die Jugendspielerinnen sollten beweisen, dass sie den Aufstieg in die 2. Bundesliga weitgehend ohne zusätzliche Unterstützung schaffen könnten. Nur für den Fall, dass am letzten Spieltag Aufstiegschancen bestehen sollten, würde Luminita eingesetzt werden.

Der erste Auftritt einer Hemeraner Frauenmannschaft endete mit einem 3-1 in Münster.

Leider fehlte im Spiel gegen Zweitligaabsteiger Mülheim Carmen wegen der rumänischen Meisterschaft. Wir verloren trotz großem Kampf mit 0,5-3,5. Am letzten Spieltag hatten wir noch eine Chance. Oder besser gesagt, einige Stunden vor dem letzten Spieltag. Als Aachen sein Spiel 0-4 abgab, stand Mülheim als Aufsteiger fest. Aachen hatte es ohne eine gespielte Partie auf 6-4 Mannschaftspunkte und 12-8 Brettpunkte gebracht. Unser 4-0 gegen Solingen war wegen eines halben zu wenig erzielten Brettpunktes gegen Mülheim wertlos.

Gewinnerin der Saison war Valerija Naumenko, die sich als erste Hemeraner Spielerin für eine Deutsche Jugendeinzelmeisterschaft qualifizierte. Sie wurde NRW-Vizemeisterin und hielt bei der DJEM gut mit und beendete das Turnier mit 4/9.

Im Sommer verloren wir unsere Gastspielerin. Aber Verstärkung bahnte sich an. Aus Spanien stieß Catriona Dartmann Aubanell zu uns. Dieses Mal wollten wir nichts dem Zufall überlassen. Für die ersten drei Spiele planten wir mit Luminita und Carmen an Brett eins und zwei. Doch schnell wurde die Saison zum Ärgernis. In Runde zwei wurde Brett eins aus taktischen Gründen von unseren Gegnerinnen freigelassen. In Runde drei bekamen unsere Gegnerinnen keine Mannschaft zusammen. Der erste Eindruck auf Catriona vom Regionalligaschach war sicher nicht der beste.

Im Dezember entschieden wir, jetzt überhaupt kein Risiko mehr einzugehen. Für die letzten beiden Spiele wurden Luminita und unsere dritte Großmeisterin Iulia Ionica eingeplant.

Wir besiegten auch Porz in der Vorschlussrunde und entführten nicht nur zwei mannschaftspunkte aus dem Rheinland, wo 19 Jahre zuvor die Geschichte der Hemeraner Frauenmannschaft ihren Ausgangspunkt hatte, sondern vereinbarten auch gleich noch mit Kathrin Sewald, Katharina Ricken und Linda Becker, dass sie im Falle eines Aufstiegs in der 2. Bundesliga für uns spielen würden. Für den Fall des Nichtaufstiegs hingegen war der Ausstieg aus dem Frauenschach ebenso sicher, weil wir uns eine weitere Saison nicht angetan hätten. Luminita hatte wieder kampflos gewonnen.

Es passte zur bisherigen Saison, dass Solingen für das letzte Spiel keine Mannschaft zusammenbekam und – sehr rechtzeitig, was ich ihnen hoch anrechne – das Spiel absagte.

Und da stehen wir nun, fast 20 Jahre nach den ersten Versuchen, im Mädchen- und Frauenschach Fuß zu fassen.

 

 

Mit dem Beginn des Spiels gegen den SK Langen geht es dann hoffentlich in die nächsten 20 Jahre, in denen keine 15 Jahre zwischen den Mannschaftskämpfen liegen. 


Die Geschichte des Hemeraner Frauenschachs

Teil 1: 1932 - 2006

(Ein Bericht von Andreas Jagodzinsky, 10.09.2019)

 

Wenn Hemer am kommenden Wochenende zu seinem ersten Punktspiel in der 2. Bundesliga antritt, ist dies der vorläufige sportliche Höhepunkt der bisherigen Vereinsgeschichte.

 

Wenn man die Statistik über den Mädchen- und Frauenanteil im Deutschen Schachbund (< 10%) kennt, dann verwundert es nicht, dass auch im SV Hemer der Frauenanteil in den ersten knapp 85 Jahren der Vereinsgeschichte zwischen null und unter 10% pendelte.

Mir fiel neulich eine alte Festschrift zum 60-jährigen Vereinsjubiläum in die Hände. Nennenswerte schachliche Aktivitäten von schachspielenden Frauen sind dort nicht verzeichnet. Mehr als einzelne Mädchen im Verein zu verschiedenen Zeiten gab es nie.

Als ich 1997 Jugendwart wurde, hielt ich es irgendwann für eine gute Idee, einen Mädchenkurs anzubieten. Der Gedanke dahinter war der, dass wir ohnehin zu der Zeit nur einen Jugendlichen hatten. Wenn wir Jungen im Alter von etwa zehn Jahren finden würden, dann würden diese vielleicht mal irgendwann in ferner Zukunft bestenfalls auf Verbandsebene mit einer Jugendmannschaft spielen. Mädchen mit einer vergleichbaren Spielstärke würden hingegen gleich auf NRW-Ebene beginnen.

2000 boten wir schließlich einen Mädchenlehrgang an. Und mit über zehn Teilnehmerinnen wurde dieser gut angenommen.

Die Mannschaft bestritt ihr erstes Spiel der NRW-Meisterschaften U14w in Porz und verlor 0-4. Das wurde unser Standardergebnis, ehe wir im vierten und letzten Spiel gegen eine andere Mannschaft, die ebenfalls nur aus Anfängerinnen bestand, mit 4-0 gewinnen konnten.

Wenn ich mich richtig erinnere, waren die Fahrtzeiten länger als die Spielzeiten. Aber auf Platz vier (von fünf) hatten wir das letzte DVM-Ticket nach Greifswald gelöst.

Das Trainerteam um Roland Zitzewitz, Detlef Zielert und mich war begeistert. Die Eltern zogen mit, und wir planten die Reise am Jahresende nach Greifswald.

Der mittlerweile 24-jährige Jugendwart war dermaßen berauscht, wie sein Plan aufgegangen war, dass er auf der nächsten Jahreshauptversammlung den Antrag einbrachte, im Vorstand den Posten des Frauen- und Mädchenwartes zu verankern.

Es wurde eine der denkwürdigsten Versammlungen der Vereinsgeschichte, die Anfang 2001 im Hotel Meise stattfand. Selbt eine Aufstellungsversammlung, Anfang der 90-er Jahre, bei der unser legendärer Jugendwart Rudi Schumacher und zwei weitere Vereinsmitglieder nacheinander im Laufe des Abends ihren Austritt erklärten, aber sich am Ende an der Theke des Bräuckens alles in Wohlgefallen auflöste, konnte nicht mithalten. Es kam zu einer langen Diskussion über diesen „neumodischen Blödsinn“. Man könne doch nicht die Jungen benachteiligen.

Der Antrag erhielt zwar eine knappe Mehrheit, verfehlte die notwendige 2/3-Mehrheit jedoch klar. Der damals seit zwei Jahren im Amt des Vorsitzenden amtierende Roland Zitzewitz erklärte, dass er ohne mich im Vorstand nicht wieder kandidiere, nachdem ich bekräftigte, wie vor der Abstimmung über die Satzungsänderung angekündigt, als Jugendwart nicht mehr zur Verfügung zu stehen.

Die Versammlung wurde mehrfach unterbrochen und gegen 0.00 Uhr ergebnislos beendet.

Eine neue Versammlung wurde für vier Wochen später terminiert. Bis dahin sollte der Vorstand weiter amtieren.

In den nächsten Tagen und Wochen wurde viel telefoniert. Niemand wollte 1. Vorsitzender sein. Roland hatte klar erklärt, nicht wieder kandidieren zu wollen.

Um die DVM-Teilnahme nicht zu gefährden, bot ich irgendwann an, das Amt pro forma und übergangsweise zu übernehmen. Christian Stiller sollte 2. Vorsitzender werden und sich um die Organisation des Zehn-Städte-Turniers 2002 in Hemer kümmern. Unser Ehrenvorsitzender Hugo Walendzik sollte die Vertretung des Vereins auf der Bezirksversammlung übernehmen.

Das mit der übergangsweisen Amtsübernahme muss man heute wohl als gescheitert ansehen.

 

Die Mädchen trainierten weiter fleißig. In der kommenden Saison traten die Mädchen mit Roland Zitzewitz am Spitzenbrett bei den Männern in der Kreisklasse an. Bei einigen „Traditionalisten“ dürfte Roland damit endgültig als „Vereinsschädiger“ unten durch gewesen sein. Ich hatte noch einen Bonus als Eigengewächs und zu unerfahren, zumal ich in dem Jahr auch zurück aus Bochum nach Hemer gewechselt war.

Die Mädchen traten zudem als Mannschaft auf NRW-Ebene in der U14w und U20w an.

In der U20w spielten sie angesichts einer starken Gastspielerin in jedem Spiel 2-2.

 

In der letzten Woche des Jahres fuhren wir dann nach Greifswald.

Als Trainer waren Detlef und ich dabei. Zudem waren die Eltern einer Spielerin mit, so dass wir auch weibliche Betreuung hatten.

Wir waren in jedem Spiel Außenseiter.

Wir bestätigten diese Rolle, in der wie jeden Kampf verloren: https://www.deutsche-schachjugend.de/2001/dvm-u14w/

Aber in der letzten Runde gewann Sara an Brett drei wenigstens die erste Partie für uns.

Wir fuhren trotzdem einigermaßen zufrieden zurück. Für den ersten Auftritt war das akzeptabel.

Sara war es auch, die von den eingesetzten Mädchen am längsten durchgehalten hat. Sie nahm an einigen NRW-Einzelmeisterschaften teil, spielte für die Männermannschaften und kam sogar zu einem Einsatz für die erste Mannschaft.

Aber leider hielten weder die anderen Spielerinnen durch, noch kamen neue Spielerinnen nach. Zwar erspielten wir uns sowohl in der U14w als auch der U20w (damals musste man sich noch qualifizieren) das Startrecht. Aber wir bekamen keine vier Spielerinnen zusammen, die zur DVM 2002 fahren wollten.

Die Kritiker fühlten sich bestärkt, obwohl die Jungen, die parallel begonnen hatten, schon viel früher das Handtuch geschmissen hatten. Aber das zählte nicht.

Roland und Detlef bemühten sich noch zwei Jahre, das Jugendschach aufrecht zu erhalten. Aber irgendwann passte es zeitlich bei Beiden nicht mehr.

Mitte des letzten Jahrzehnts lagen Mädchen- und Frauenschach genau wie das Jugendschach am Boden. Nur die gute sportliche Entwicklung der ersten Mannschaft kaschierte den sich längst abzeichnenden Niedergang des Vereins.

 

 

 


Neuvorstellung Frauenmannschaft

(Bericht von Andreas Jagonzinsky 21.05.2019)

 

Nach dem Aufstieg der Frauenmannschaft des Schachvereins Hemer in die 2. Bundesliga sind die Personalplanungen abgeschlossen.

 

Nachdem mit Lisa-Marie Möller, NRW-Vizemeisterin der U18 aus Paderborn, Linda Becker, NRW-Meisterin U14 aus Plettenberg, Katharina Ricken, Nr. 3 der deutschen U16-Rangliste und Katrin Sewald, Bronzemedaillengewinnerin der Deutschen Meisterschaften U18 im Vorjahr aus Köln, vier hochtalentierte Nachwuchsspielerinnen die Hemeraner Frauenmannschaft verstärken werden, kommt nun eine international erfahrene Jugendspielerin hinzu.

Die 14-jährige Rumänin Alessia-Mihaela Ciolacu gewann 2016 die EU-Meisterschaften der Altersklasse U12. Ihre bislang erfolgreichstes Jahr war das vergangene, als sie bei den Europameisterschaften im Schnellschach in der Altersklasse U14 die Bronzemedaille und mit der rumänischen U18-Mannschaft die Silbermedaille bei den Mannschaftseuropameisterschaften gewinnen konnte.

Ciolacu steht mittlerweile kurz vor ihrem Debüt in der rumänischen Frauennationalmannschaft.

Hemers Jugendtrainerin Carmen Voicu-Jagodzinsky war als Trainerin der deutschen U12-Mannschaft bei den Europameisterschaften 2018, wo ihr die rumänische Nachwuchsspielerin aufgefallen ist. Da die für Hemer am ersten Brett spielende Großmeisterin Luminta Cosma seit einigen Monaten mit Ciolacu trainiert, war der Wechsel möglich.

 

 

Die Mannschaft dürfte in Bestbesetzung auch in der 2. Bundesliga zu den stärksten Mannschaften gehören, so dass der angestrebte Klassenerhalt bei normalem Verlauf zu erreichen sein sollte.


Auch Katharina Ricken verstärkt die Frauenmannschaft

(Ein Bericht von Andreas Jagodzinsky, 18.05. 2019)

 

Mitte Mai stehen unsere Gastspielerinnen für die neue Saison in der zweiten Bundesliga fest.

Mit Katharina Ricken aus Krefeld kommt eine weitere talentierte Jugendspielerin in die Mannschaft.

Sie gehört im Jahrgang 2004 zur deutschen Spitze bei den Mädchen und hat für die Deutschen Meisterschaften in der U16 einen Freiplatz erhalten.

Zuletzt gelangen Katharina einige schöne Ergebnisse, die sie erstmals die DWZ-Marke von 1900 passieren ließen.

In der vergangenen Regionalligasaison war sie als Gastspielerin für die SG Porz aktiv. Zusammen mit Kathrin Sewald und Lisa-Marie Möller wird sie die Lücke zwischen den erfahrenen rumänischen Großmeisterinnen und den heimischen Nachwuchsspielerinnen aus Südwestfalen und Hemer im Kader schließen.

 

Das ist auch deshalb wichtig, weil es zu einer Änderung des Terminkalenders gekommen ist, so dass die Saison bereits im September beginnen wird, wo uns eine Überschneidung mit der rumänischen Superliga droht.

 

 

Wir freuen uns, dass wir eine weitere begabte junge Spielerin für die Mannschaft gewinnen konnten und sind uns sicher, dass Katharina zusammen mit den anderen Frauen und Mädchen eine spannende und erfolgreiche Auftaktsaison in der zweiten Bundesliga haben wird.


Noch ein Neuzugang für die Frauenmannschaft

(Ein Bericht von Andreas Jagodzinsky, 02.05.2019)

 

Wer aufmerksam zwischen den Zeilen der Berichterstattung der NRW-Meisterschaften gelesen hat, konnte es sich schon denken. Die NRW-Vizemeisterin der U18w wird in der neuen Saison ebenfalls als Gastspielerin die Frauenmannschaft des SV Hemer verstärken.

Lisa-Marie Möller hat in den vergangenen Jahren in Paderborn bereits Spielpraxis in der zweiten Liga sammeln können.

Es bestehen daher keine Zweifel, dass sie die erforderliche Spielstärke für diese Liga aufweist und ist als sofortige Verstärkung eingeplant.

Bei den gerade beendeten NRW-Meisterschaften musste sie nach einer überraschenden Niederlage einige bange Momente überstehen. Am Ende qualifizierte sie sich als Vizemeisterin jedoch für die Deutschen Jugendeinzelmeisterschaften in Willingen.

 

Damit sind fast alle Plätze in der Mannschaft besetzt. Die nächsten Vorstellungen folgen in Kürze.


Kathrin Sewald verstärkt Hemers Frauenmannschaft

(Ein Bericht von Andreas Jagodzinsky, 23.02.2019)

 

Nur wenige Tage nach dem Aufstieg der Frauenmannschaft in die 2.Bundesliga steht der erste Neuzugang für unsere Frauenmannschaft für die Saison 2019/20 fest. Von der SG Porz kommt Kathrin Sewald als Gastspielerin zum SV Hemer. In ihrem Jahrgang war sie viele Jahre die stärkste Jugendspielerin in NRW Von 2015-2018 gewann sie viermal in Folge die NRW-Einzelmeisterschaften in den Altersklassen U16 und U18. Im letzten Jahr konnte sie bei der Deutschen Jugendeinzelmeisterschaft in der U18w die Bronzemedaille gewinnen und nahm erfolgreich an den Jugendeuropameisterschaften teil und erreichte dort Platz 16. Mit der Jungenmannschaft der SG Porz wurde sie Ende des Jahres Deutsche Meisterin in der Altersklasse U20.

 

Sie zählt mit einer DWZ von über 2000 aktuell zu den 25 stärksten Frauen in NRW und ist die sechstbeste deutsche Spielerin in der U20, wobei ihre schachliche Entwicklung noch lange nicht abgeschlossen ist. Kathrin könnte in vielen Zweitligamannschaften an einem der Spitzenbretter spielen, hat sich aber aufgrund der sportlichen Perspektive unserer Mannschaft dafür entschieden, zukünftig für die Frauenmannschaft des SV Hemer anzutreten.

 

Wir sind froh, dass wir Kathrin für uns gewinnen konnten und damit unserem Ziel, mit talentierten Nachwuchsspielerinnen in der 2. Bundesliga antreten zu können, ein Stück nähergekommen sind. 

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Hemer ist Zweitligist

(Ein Bericht von Andreas Jagodzinsky, 06.02.2019)

 

Es ist der größte Erfolg der Vereinsgeschichte.

Die Frauenmannschaft des Schachvereins hat im zweiten Anlauf den Aufstieg in die zweite Bundesliga geschafft.

Eigentlich hätte am Sonntag noch das Duell gegen den unmittelbaren Verfolger aus Solingen auf dem Spielplan gestanden. Aber aufgrund von Personalproblemen mussten unsere Gegnerinnen das Spiel absagen.

Es ist natürlich bedauerlich, dass genau wie im letzten Jahr der Aufstieg letztlich durch ein kampfloses Resultat besiegelt worden ist. Aber wenigstens war dieses Mal keine weitere Mannschaft von der Absage betroffen, sondern der Tabellenführer selbst profitierte vom Ausfall. Dafür, dass Solingens Vorsitzender und Mannschaftsführer Oliver Kniest mit seiner frühzeitigen Absage unseren Spielerinnen unnötige Reisen erspart hat und für die aufrichtigen Glückwünsche zum Aufstieg an dieser Stelle mein Dank.

 

Der Aufstieg selbst kam nicht unerwartet, wenngleich an vier Brettern immer mal wieder eine Überraschung möglich ist.

In der Vorsaison ging es darum, Erfahrungen zu sammeln, weil aus unserer Sicht ein Aufstieg nur sinnvoll ist, wenn auch die eigenen Nachwuchsspielerinnen erkennen lassen, dass sie in der höheren Liga wettbewerbsfähig sind. Erst als sie dieses in den ersten vier Runden unter Beweis gestellt hatten, entschieden wir uns, die Aufstiegschancen im letzten Spiel nutzen zu wollen und verstärkten die Mannschaft an Brett 1. Aachens Spielabsage machte uns einen Strich durch die Rechnung.

 

In dieser Saison war dann der Aufstieg das erklärte Ziel.

Um kein Risiko einzugehen, wurde die rumänische Großmeisterin Luminita Cosma, die seit vielen Jahren erfolgreich in der Nationalmannschaft spielt, für alle Kämpfe aufgestellt.

In der vorletzten Runde saß dann mit Iulia Ionica eine weitere Großmeisterin am Brett. Diese hätte auch gegen Solingen am Sonntag gespielt.

Die dritte Großmeisterin Carmen Voicu-Jagodzinsky kam selbstverständlich genau wie die NRW-Vizemeisterin der U16 Valerija Naumenko in allen Spielen zum Einsatz.

Da es diese Saison keine Überschneidung mit der rumänischen Superliga gab, konnten wir personell aus dem Vollen schöpfen.

Zudem konnte Julia Manus am ersten Spieltag einen Punkt zum Auftaktsieg gegen Münster beisteuern. In Runde zwei kam die spanische U16-Spielerin Catriona Dartmann Aubanell zum Einsatz in Düsseldorf.

 

Natürlich stellt es einen erheblichen Wettbewerbsvorteil dar, wenn drei Großmeisterinnen, die aufgrund ihrer Spielstärke in der ersten Bundesliga spielen müssten, in der dritten Liga antreten. Eine solche Aktion war auch nur aufgrund der freundschaftlichen Beziehungen von Luminita und Iulia zu Carmen möglich.

 

Da in der zweiten Bundesliga statt an vier an sechs Brettern gespielt wird, laufen die Personalplanungen für die kommende Saison auf Hochtouren.

Der Schwerpunkt wird dabei auf jungen Spielerinnen, die noch lange nicht am Ende ihrer schachlichen Entwicklung angekommen sind, liegen.

Wir sind zuversichtlich, in den nächsten Tagen die ersten Personalentscheidungen bekanntgeben zu können.

Zudem werden die Bemühungen im Mädchenschachbereich in Hemer weiter intensiviert.

 

Zunächst sind jedoch organisatorische Fragen zu klären, zu denen auch die Suche nach Unterstützern gehört, da die Fahrten in der zweiten Bundesliga deutlich weiter sein werden und angesichts der Doppelrunden samstags und sonntags auch Übernachtungen nicht vermeidbar sein werden.

 

 

Vom Bauchgefühl und Plänen

(Ein Bericht von Andreas Jagodzinsky, 14.01.2019)

 

 

Kommen wir zum angekündigten Bericht über die vorletzte Runde der Frauenregionalliga in Porz.

Die Porzer verfügen neben einem sehr geräumigen und schönen Spiellokal über einen relativ großen Kader, in dem von sehr jungen Anfängerinnen bis zu erfahrenen Spielerinnen mit DWZ über 2000 alles vertreten ist.

Eine Prognose, ob wir einen leichten Pflichtsieg einfahren können oder mit erbittertem Widerstand rechnen müssen, ist kaum verlässlich anzustellen.

Mein Bauchgefühl sagte mir, dass Porz gegen uns eine starke Aufstellung wählen würde. Ob die Gleichung „viel Bauch=viel Gefühl“ aufgeht, weiß ich nicht. Aber gestern war meine Einschätzung jedenfalls richtig.

 

Auf dem Spielberichtsbogen tauchten bei Porz die Rangnummern 1-4 auf. Wenngleich Brett 1 kurzfristig ausfiel, war der Plan natürlich richtig, auch wenn die Zahl der in der Liga kampflos entschiedenen Partien auch gestern wieder stieg und nun bei knapp einem Viertel aller angesetzter Partien liegt.

An Brett 1 dürfte gegen unsere stärkste Spielerin WGM Cosma mit Schwarz nicht viel gehen. Aber schon an Brett 2 wartete auf Carmen Voicu-Jagodzinsky die Dritte der letzten DJEM U18, Kathrin Sewald mit einer DWZ klar über 2000.

Gegen talentierte Jugendspielerinnen ist es psychologisch immer unangenehm für die Favoritinnen.

Hier hofften die Gastgeber wahrscheinlich auf eine Überraschung, wenngleich die klare Favoritenstellung unserer Spielerin unbestritten war.

Dahinter warteten zwei Gegnerinnen mit DWZ um die 1900-er Marke.

Bislang hatten wir mit Valerija Naumenko (1726), Julia Manus (1320) und Catriona Dartmann Aubanell (1745) gespielt. Hier sollten also vermutlich die Punkte für die Gastgeberinnen eingefahren werden.

Allerdings hatten wir entschieden, so kurz vor dem Saisonende kein Risiko einzugehen und boten an Brett 3 die ehemalige rumänische Frauenmeisterin Iulia Ionica auf. Valerija rutschte an Brett 4.

Erstmals in der Vereinsgeschichte traten wir mit drei Großmeisterinnen an.

Die personelle Umstellung sollte sich als richtig erweisen. Der Kampf dauerte eigentlich nur knapp zwei Stunden. Valerija kam gegen ihre ihre favorisierte Gegnerin mit Schwarz gut aus der Eröffnung. Als unsere Spielerin nach einer Unaufmerksamkeit ihrer Gegenspielerin in bereits besserer Stellung eine Figur eroberte und wenig später gewann, stand es 2-0.

An den anderen Brettern lag keine Sensation in der Luft.

Carmen hatte in der Vorbereitung eine Schwäche in der gegnerischen Eröffnung ausgemacht und stand von Beginn an bequem. Iulia hatte zwar nicht viel aus der Eröffnung herausgeholt, aber Ansätze für Schwarz, seriöse Gewinnversuche anzustellen, gab es zu keinem Zeitpunkt. Iulia gab die Partie dann wenig später Remis, so dass Carmen ohne mannschaftstaktische Zwänge ihren erspielten Vorteil verwerten konnte.

Aufgrund des 2-2 im Parallelspiel zwischen Solingen und Düsseldorf geht unsere Mannschaft mit einem Mannschaftspunkt Vorsprung in die letzte Runde.

Im direkten Duell mit Solingen wird am 10. Februar der Aufsteiger in die zweite Bundesliga ermittelt.

 

Aufgrund des Vorsprungs in der Tabelle und der DWZ unserer Spielerinnen sind die Aussichten objektiv besser für uns. Aber Solingen verfügt über einige hochtalentierte Nachwuchsspielerinnen und kann die Mannschaft mit erfahrenen Kräften verstärken, so dass eine konzentrierte Leistung unserer Spielerinnen erforderlich sein wird, um nicht auf der Zielgeraden abgefangen zu werden.