Hemer bleibt in der DSOL ungeschlagen

(Ein Bericht von Andreas Jagodzinsky, 13.02.2021)

 

Am Freitag ging es wieder in der Deutschen Schachonlineliga (DSOL) an die virtuellen Bretter.

Unsere Gäste waren die Spieler der SU Ebersberg-Grafing, nach Niedersachsen und Schleswig-Holstein also dieses Mal Gegner aus Bayern.

 

Wir mussten mit Moritz Runte unseren zweitbesten Spieler ersetzen, was uns nominell die Außenseiterrolle bescherte. Für ihn kam Marc Störing in die Mannschaft. Unsere Gegner waren genau wie wir mit zwei Siegen gestartet. Zudem hatte auch die Hamburger Mannschaft, auf die wir am 25.02. treffen werden, zwei Auftaktsiege, aber in dieser Woche in der dritten Runde den ersten Punkt abgegeben. Der Sieger dieser Begegnung würde also die Tabellenführung üübernehmen.

 

Mit einem mannschaftstaktisch klugen frühen Remisangebot sollte am Spitzenbrett die einzige nominell stärkere Spielerin von uns, Carmen Voicu-Jagodzinsky, ausgebremst werden. Trotz völlig ausgeglichener Stellung entschied die sich aber nach einigem Überlegen, die Partie fortzusetzen.

 

Völlig undurchsichtig erschien mir die scharfe Stellung an Brett vier, wo unser Topscorer Alex Poggemann saß.

An den Weißbrettern erfreute ich mich eines deutlichen Zeitvorsprungs. Bei Marc war wenig los.

 

Leider sollte sich das bald ändern. Er geriet in einen gefährlichen Angriff, büßte dann noch durch eine ungeschickte Mausbewegung Material ein und wurde mattgesetzt.

 

Irgendwie stand auch Alex, der Remis abgelehent hatte, nach meiner oberflächlichen Einschätzung kritisch, so dass es so aussah, als ob Carmen und ich gewinnen müssten.

 

Mir gelang eine Abwicklung, die zu einem günstigen Endspiel führte. Alex spielte plötzlich Remis und auch Carmen und ich erhielten Remisangebote. Da Carmen eher etwas ungünstiger stand, akzeptierte sie. Ich musste nun irgendwie das Endspiel gewinnen. Zu unserem Glück wollte mein Gegner nicht mit jeweils Läufer und Springer der Frage nachgehen, ob mein noch auf der zweiten Reihe befindlicher Bauer aufzuhalten war, sondern tauschte die Springer ab. Das Läuferendspiel war deutlich schwerer zu verteidigen. Es gelang mir schließlich, eine zweite Schwäche am anderen Flügel zu provozieren, so dass die Stellung unhaltbar wurde.

Nach zwei Stunden konnten wir das Match zu einem leistungsgerechten 2-2 ausgleichen.

In der kommenden Woche ist spielfrei, ehe dann Ende Februar eine Vorentscheidung um die zwei Viertelfinalplätze in der Gruppe fallen könnte.

 

                                     

 

Und hier der aktuelle Tabellenstand:

 

                

 

       

 

 

 


Hemer gewinnt zum Auftakt der 2. Saison in der DSOL

(Ein Bericht von Andreas Jagodzinsky, 23.01.2021)

 

Am 22.01.2021 begann für den SV Hemer die zweite Saison in der Deutschen Onlineliga DSOL. Es handelt sich dabei um den offiziellen Onlinemannschaftswettbewerb des Deutschen Schachbundes. Gespielt wird mit Vierermannschaften und einer Bedenkzeit von 45 Minuten zzgl. 15 Sekunden Inkrement.

 

Bei der ersten Auflage im Sommer waren wir in der 1. Liga, hatten aber - auch ferienbedingt - massive Aufstellungsprobleme und konnten kein Spiel gewinnen.

 

Diese Saison stellten wir nur die Spieler auf, die sicher absehen konnten, auch an den festgesetzten Terminen spielen zu können. Überraschenderweise wollte auch unsere Deutsche Meisterin Carmen Voicu-Jagodzinsky spielen.

 

Wir sind in der zweiten Liga in Gruppe A eingruppiert und trafen im ersten Spiel auf den SK Lehrte.

 

Mit Carmen Voicu-Jagodzinsky, Moritz Runte, Andreas Jagodzinsky und Alexander Poggemann boten wir fast die nominelle Bestbesetzung auf.

 

Carmen merkte man an, dass es ihr erster Auftritt in der DSOL war. Den aktuellen Playchessclient lud sie eine Minute vor Spielbeginn runter. Dann blitzte sie erst einmal fröhlich los, ehe sie sich an die Bedenkzeit gewöhnt hatte. Aber schließlich war sie in der Partie angekommen. Lange überlegte sie an einem Figurenopfer, das sie dann aber verwarf. In angenehmer Stellung wiederholte sie - mittlerweile mit deutlichem Bedenkzeitrückstand - die Züge. Da sich später herausstellte, dass das Opfer auch zu einem Remis geführt hatte, ging die Punkteteilung in Ordnung. Es bleiben ihr zwei Wochen, um zu entscheiden, ob das Format passt und sie wieder spielen wird.

 

Sehr angenehm stand Alex, der schon kurz vor dem ersten Lockdown einen klaren Aufwärtstrend aufwies. Er stand mit Schwarz gut und baute seinen Vorteil immer weiter aus. Schließlich brachte er uns nach ca. 90 Minuten in Führung.

Da auch Moritz besser stand, überlegte ich, ob ich Remis bieten sollte, nachdem ich einen Bauern eingestellt hatte, aber die deutlich bessere Zeit aufwies. In - gefühlt - angenehmer Stellung hatte ich einen Bauern eingestellt und versucht, mit einem weiteren Bauernopfer im Trüben zu fischen. Schließlich hatte ich die Bauern zurückgewonnen. Daher beschloss ich, die gegnerische Zeitnot nicht ungenutzt zu lassen, was sich schließlich lohnte, da ich taktisch Material und die Partie gewann. Überrascht stellte ich bei der späteren Analyse fest, dass die Partie ganz anders verlaufen war, als ich sie erlebt hatte. Mein Gegner hatte mit Schwarz positionell schnell die angenehmere Stellung erhalten. Nach einem wirklich starken ersten Bauernopfer hatte ich konsequent den zweiten Bauern geopfert, um dann in klar vorteilhafter Stellung den erfolgversprechenden Angriffsweg nicht zu sehen und stattdessen kleinlich auf Materialrückgewinn zu spielen. In ausgeglichener Stellung verlor mein Gegner dann den Faden.

 

Moritz griff leider in einem Endspiel fehl und musste sich am Ende ins Remis fügen, so dass ein 3-1 für uns den ersten Sieg in einer DSOL-Begegnung brachte.

 

                                   

 

Hier noch der Link zur Tabelle:https://dsol.schachbund.de/tabelle.php?s=2021&l=2a