(Ein Bericht von Andreas Jagodzinsky, 06.06.2026)
Seit einer Woche steht fest, dass wir eine unverhoffte Chance auf den Verbleib in der Bundesliga bekommen werden.
Der - für uns - überraschende Rückzug des amtierenden Deutschen Meisters aus Schwäbisch Hall gibt uns eine unverhoffte Möglichkeit, auch 2026/27 wieder in der Bundesliga zu spielen.
Jetzt gilt es, bis zum 10.06.2026 die finanziellen Möglichkeiten zu schaffen, um auch in der kommenden Saison wieder erstklassig zu spielen.
Jeder Unterstützer ist hier willkommen.
Parallel laufen die Personalplanungen für die neue Saison, die aber nur auf wenigen Positionen davon abhängen, ob wir erstklassig spielen werden oder in der 2. Bundesliga antreten werden.
Sicher ist bereits, dass unsere Großmeisterinnen Carmen Voicu-Jagodzinsky, Luminita Cosma, Eva Kulovana und WIM Alessia Ciolacu das Gerüst der Mannschaft bilden werden, um den jungen Spielerinnen, die auch nächste Saison zum Einsatz kommen werden, entweder den Kampf um den Aufstieg in die Bundesliga oder den Kampf um den Klassenerhalt dort die nötige Stabilität zu geben.
In der abgelaufenen Saison wurden 30 der insgesamt 66 Partien von U20-Spielerinnen bestritten. Auf eine solche Quote kommt keine der Mannschaften auf den ersten sieben Tabellenplätzen.
In fünf Tagen wissen wir, wie die Entscheidung ausfällt und wo Hemer in der kommenden Saison antritt.
(Ein Bericht von Andreas Jagodzinsky, 19.04.2026)
Gerade hatten wir das 3,5-0,5 erzielt. Und nur die Höhe des Sieges war fraglich.
In diesem Moment wies mich Carmen Voicu-Jagodzinsky, die an diesem Wochenende einmal mehr Verantwortung übernommen hatte, darauf hin, dass wir wohl absteigen, weil Freiburg gegen Rodewisch gewinnen würde. Milde lächelnd wies ich darauf hin, dass ich das eingepreist hätte. Harksheide sei bei aller Sympathie für das Konzept des Teams um den Macher Eberhard Schabel heute unser Hauptkonkurrent. Und bis jetzt deute nichts darauf hin, dass die favorisierten Frauen aus Deizisau hier ihrer Favoritenrolle nicht gerecht würden. Es stand 1,5-1,5 und bei meinem ersten Rundgang (ich wollte erst schauen, nachdem wir unsere Pflicht erfüllt hatten) sah es gut aus. Am Spitzenbrett stand Hanna Marie Klek auf Gewinn. An den Brettern zwei und sechs sah es auch völlig ok, wenn nicht besser für Deizisau aus.
Ich war etwa 20 Minuten weg, kam zurück und sah plötzlich auf die Trümmern der Deizisauer Stellungen. Freiburg jubelte zu diesem Zeitpunkt längst, waren sie doch gerettet. Ein kurzer Gang zwischen den Brettern 2 und 6 im Spiel von Harksheide, eIn Gang zurück. Aus! Vorbei! Heute würden wir absteigen. Leere machte sich breit. Während Luminita Cosma in fast hoffnungsloser Stellung um das Remis kämpfte, wollte Alessia Ciolacu unbedingt ihren ersten Sieg an diesem Wochenende erzielen.
Beide waren in ihre Stellungen vertieft. Wahrscheinlich hatten sie beide zwischendurch auf die Livetabelle geschaut. Geschafft! Endlich stand Hemer über dem Strich. Ganz knapp auf Platz 9, während Harksheide Absteiger war.
Als Alessia endlich gewann, nahm ich sie kurz in den Arm. Luminita kämpfte immer noch.
Draußen traf ich Alessia erneut. "We made it?" fragte sie. Sie hatte die Tabelle gesehen, aber keine Partien im Parallelkampf. "No, we will go down", ging es weiter. "You are joking?" Ich wies auf das Spiel von Harksheide hin. Dass noch zwei Partien liefen, die beide an unsere letzten Abstiegskonkurrentinnen gingen.
Leere...
Ich gratulierte den Freiburgerinnen. Dann ging ich zu Eberhard und gratulierte ihm, als der Klassenerhalt feststand.
Seine aufmunternden Worte, dass wir wieder aufsteigen würden, musste ich damit beantworten, dass wir nicht wissen, ob es noch einmal in die 2. Bundesliga für uns geht.
Ich kann es im Moment nicht sagen.
Über die organisatorischen Defizite des Verbandes (nicht des Ausrichters: Bad Königshofen hat wieder Maßstäbe gesetzt) möchte ich nichts sagen. Über die Schiedsrichter und die Anti-Cheating Paranoia möchte ich auch an dieser Stelle nichts sagen, was ich später bereuen könnte.
Während ein großer Teil der Spielerinnen aus Spaß spielt, bezahlen wir den Schiedsrichtern Unterkunft und ein Honorar. Die Gegenleistung? Fraglich.
Aber ich wollte ja nichts sagen.
Für heute ist es genug.
(Ein Bericht von Andreas Jagodzinsky, 18.04.2026)
Wie berichtet hat sich der Kampf um den Klassenerhalt noch einmal verschärft. Nach der drittletzten Runde stand fest, dass wir es nicht mehr in der Hand haben, die Liga zu halten.
Ab 14.00 Uhr ging es gegen Kreuzberg. Sicher war, dass der Verlierer dieser Begegnung in die zweite Bundesliga absteigen würde, bei einem 3-3 beide und bei ungünstigen Ergebnissen in den anderen Begegnungen auch beide.
Wir vertrauten erneut den Spielerinnen aus der gestrigen Runde.
Carmen Voicu-Jagodzinsky brachte uns mit einem schnellen Sieg in Führung. Aber auch an den anderen Brettern kontrollierten wir die Lage. Trotzdem dauerte es bis nach 18.00 Uhr, ehe Eva Kulovana auf 2-0 erhöhte. Etwas überraschend war es, dass Luminita Cosma, die nach etwa 20 Zügen nur noch wenige Minuten auf der Uhr für die nächsten 20 Züge hatte, plötzlich das 3-0 erzielte. Mit ihrer ganzen Routine hatte sie ihre Gegnerin überspielt.
Michelle Trunz erzielte dann das 4-0.
Auch wenn sowohl Alessia zwischendurch eine Gewinnmöglichkeit hatte und Olena Hess kurz vor Schluss einen studienartigen Gewinnzug hatte, wurden beide Partien Remis.
Da Freiburg, Chemnitz und Harksheide gegen favorisierte Gegnerinnen klar verloren, sind wir heute nicht abgestiegen.
Morgen ist die Ausgangslage eindeutig: Wir müssen gewinnen. Bei jedem anderen Ergebnis steigen wir ab. Und dann muss in den Spielen von Freiburg und Harksheide mindestens eine Mannschaft verlieren.
In diesem Fall halten wir die Klasse und steigen auch morgen nicht ab.
(Ein Bericht von Andreas Jagodzinsky, 18.04.2026)
Dieses Zitat des ehemaligen Fußballprofis Jürgen - die Kobra - Wegmann beschreibt die bisherige Saison und auch das gestrige Spiel gegen Solingen ganz treffend.
Wir haben einfach kein Glück. Natürlich ist es nicht so, dass wir bspw. gegen die favorisierten Teams aus Schwäbisch Hall oder Bad Königshofen unglücklich verloren hätten, weil wir souveräne Kämpfe durch Pech noch verloren haben. Beide Spiele liefen ganz lange gut für den Favoriten. Aber in beiden Spielen gingen plötzlich für einen kurzen Moment Türen auf, durch die man hätte durchgehen können bzw. müssen und wir hätten jetzt zwei Mannschaftspunkte mehr. Auch gegen Hamburg und Harksheide gab es diese Momente.
Es waren solche Momente, wie sie bspw. Freiburg gegen Solingen und Deizisau hatte. Spiele, die umkämpft waren, aber eigentlich zugunsten der Favoritinnen liefen. Und plötzlich tat sich auch dort eine Tür auf und die Außenseiterinnen schlüpften durch und verbuchten sogar vier Punkte.
Und so liegen wir aktuell nicht etwa zwei Punkte vor Freiburg, sondern ganze vier Punkte dahinter.
Und trotzdem waren unser Chancen vor der Endrunde noch ganz intakt. Aber jetzt kommt auch noch das Pech hinzu.
Denn Freiburg hat eigentlich ein schier unlösbares Restprogramm mit Baden-Baden, Bad-Königshofen und Rodewisch. Aber während Bad Königshofen die Terminüberschneidung mit der Offenen EM in Polen, die die Teilnahme der polnischen Spitzenspielerinnen verhindert noch kompensieren zu können scheint, hat der Lufthansastreik Rodewisch einen Strich durch die Rechnung gemacht. Sie waren gestern zu dritt. Bleiben sie zu dritt, ist Freiburg aus dem Abstiegskampf raus.
Wir hatten auch gegen Solingen unsere Chancen. Nach einem soliden Remis von Olena Hess sah es zwar aufgrund der schlechten Bedenkzeit von Luminita Cosma an Brett eins früh kritisch aus. Und auch Eva Kulovana stand bedrängt. Aber Carmen Voicu-Jagodzinsky, Alessia Ciolacu und Michelle Trunz setzten ihre Gegnerinnen unter Druck.
Als dann Eva immer näher in Richtung Ausgleich kam, war sie wieder da, diese Hoffnung, dass wir einmal das nötige Glück haben könnten. Irgendwie noch zwei bis zweieinhalb Punkte an den Brettern zwei bis vier und wir könnten den Anschluss ans Mittelfeld wieder herstellen.
Aber leider gelang uns das nicht. Michelle vergab ihren kleinen Vorteil und einigte sich mit ihrer Gegnerin in ausgeglichener Stellung auf Remis. Auch Carmen musste einsehen, dass ihre Partie nicht mehr zu gewinnen war. Und so kämpfte am Ende Alessia, die ihren Vorteil auch verspielt hatte, nur noch um ein Remis. Leider entglitt ihr die Partie am Ende komplett, so dass wir mit einem 2-4 erneut als Verliererinnen die Bretter verließen.
Und damit ist die Lage jetzt maximal kritisch:
Die Lage vor den letzten beiden Spielen gegen Kreuzberg und Chemnitz ist eindeutig: Wir müssen unsere Hausaufgaben machen und beide Spiele gewinnen. Zudem dürfen aus dem Trio Chemnitz (Restprogramm Solingen und Hemer), Freiburg (Restprogramm Bad Königshofen und Rodewisch) und Harksheide (Restprogramm Schwäbisch Hall und Deizisau) zwei Teams keine Punkte mehr holen.
Und dann werden wir wissen, mit welchem der beiden großen Fußballhelden und Siegtorschützen in WM-Finalspielen gegen Argentinien halten?
Entweder Mario Götze: Mal ist man der Hund, mal ist man der Baum.
Oder Andy Brehme: Haste Scheiße am Fuß, haste Scheiße am Fuß.
(Ein Bericht von Andreas Jagodzinsky, 15.03.2026)
Zur Stunde (11.45) laufen noch vier Partien im Match gegen die Deutschen Meisterinnen aus Bad Königshofen. Aber immer mehr zeichnet sich auch die achte Heimspielniederlage in Folge in unserer Bundesligageschichte ab.
Gestern gegen Rodewisch ging es gut los, weil wir mit 1-0 durch einen kampflosen Sieg durch Alessia Ciolacu gut starteten. Wobei natürlich Alessia lieber gespielt hätte.
Aber danach ging nicht mehr viel, weil wir in den Schwarzpartien von Beginn an hinterherliefen. Michelle und Elana Trunz sahen sich gefährlichen Angriffen gegenüber. Carmen Voicu-Jagodzinsky verweigerte in schwieriger Stellung eine passive Verteidigung, die objektiv durchaus Chancen auf eine Punkteteilung nach langer Qual geboten hätte.
Das Resultat war eine nicht haltbare Stellung.
In den beiden laufenden Weißpartien sah es eine ganz Zeit recht gut aus. Helena Neumann stand objektiv ausgeglichen, aber mir gefiel ihre Position. Und Alicia Kovalskyy setzte ihre routinierte Gegnerin von Beginn an unter Druck.
Als dann aber Helena merkwürdig abtauschte, geriet auch sie ins Hintertreffen und musste eine sehr schlechte Stellung verteidigen. Die Partien gingen dann der Reihe nach verloren.
Nur Alicia, die irgendwann eine Gewinnchance ausgelassen hatte und irgendwann nur noch ausgeglichen stand, verlor nicht den Mut und spielte kreativ weiter auf Gewinn. Am Ende musste sie dann sogar noch einmal aufpassen, aber wehrte alle Gefahren gekonnt ab. Ihr Remis hatte sie sich erarbeitet.
Am heutigen Tag (hier die Partien: German Women's Bundesliga 2025/26 - Runde 9) standen wir dann vor einer noch größeren Aufgabe.
Als erste beendete Carmen ihre Partie. Sie und ihre klar favorisierte Gegnerin einigten sich nach einer Zugwiederholung im frühen Mittelspiel auf ein Remis. Für Carmen war es eine große Erleichterung, hatte sie doch das Turnier zum Weltfrauentag in der Vorwoche (wieder einmal sensationell gut von den Eheleuten Jussupow organisiert) mit drei Niederlagen abgeschlossen. Die Sorge vor der fünften Niederlage in Folge war ihr anzumerken.
Bei Lisa Marie Möller, die für Michelle Trunz ins Team gekommen war, lief etwas in der Eröffnung schief. Sie musste schnell kapitulieren.
Danach verlor Alicia ihre Partie.
Aktuell stehen leider sowohl Helena Neumann als auch Lilian Schirmbeck schwierig.
Zwar spielt Alessia Ciolacu eine gute Partie, aber ein Mannschaftspunkt liegt außerhalb der Erwartungen.
Dass es dann gestern wieder einen Überraschungssieg eines Abstiegskandidaten gab und auch Zähringen heute gegen Deizisau gute Chancen auf etwas Zählbares hat, erhöht die Abstiegsgefahr einmal mehr.
(Ein Bericht von Andreas Jagodzinsky, 14.03.2026)
Wer es heute nicht ins Woeste-Gymnasium schafft, kann die Partien live (bzw. fast live mit 15minütiger Verzögerung) hier sehen: Frauenbundesliga Runde 8 - Runde 8
(Ein Bericht von Andreas Jagodzinsky, 13.03.2026)
Am Wochenende steht die vorletzte Doppelrunde der Frauenbundesligasaison auf dem Spielplan.
Und in Hemer kommt es zu zwei sehr interessanten Begegnungen für unsere Frauen.
Am Samstag spielen wir gegen Rodewisch.
Die letzten beiden Spiele fanden im Erzgebirge statt, was mit langen Reisen verbunden ist. In unserer ersten Begegnung retteten wir bei der zentralen Endrunde mit einem Sieg gegen Rodewisch vorzeitig die Ligazugehörigkeit.
Rodewisch ist Favorit. Aber wir hoffen auf eine Überraschung.
Noch etwas kleiner ist die Hoffnung am Sonntag gegen die Deutschen Meisterinnen aus Bad Königshofen.
Gespielt wird in der kleinen Aula des Woeste-Gymnasiums. Zuschauer sind herzlich willkommen.
Der Eintritt ist frei.