Kathrin Sewald verstärkt Hemers Frauenmannschaft

(Ein Bericht von Andreas Jagodzinsky, 23.02.2019)

 

Nur wenige Tage nach dem Aufstieg der Frauenmannschaft in die 2.Bundesliga steht der erste Neuzugang für unsere Frauenmannschaft für die Saison 2019/20 fest. Von der SG Porz kommt Kathrin Sewald als Gastspielerin zum SV Hemer. In ihrem Jahrgang war sie viele Jahre die stärkste Jugendspielerin in NRW Von 2015-2018 gewann sie viermal in Folge die NRW-Einzelmeisterschaften in den Altersklassen U16 und U18. Im letzten Jahr konnte sie bei der Deutschen Jugendeinzelmeisterschaft in der U18w die Bronzemedaille gewinnen und nahm erfolgreich an den Jugendeuropameisterschaften teil und erreichte dort Platz 16. Mit der Jungenmannschaft der SG Porz wurde sie Ende des Jahres Deutsche Meisterin in der Altersklasse U20.

 

Sie zählt mit einer DWZ von über 2000 aktuell zu den 25 stärksten Frauen in NRW und ist die sechstbeste deutsche Spielerin in der U20, wobei ihre schachliche Entwicklung noch lange nicht abgeschlossen ist. Kathrin könnte in vielen Zweitligamannschaften an einem der Spitzenbretter spielen, hat sich aber aufgrund der sportlichen Perspektive unserer Mannschaft dafür entschieden, zukünftig für die Frauenmannschaft des SV Hemer anzutreten.

 

Wir sind froh, dass wir Kathrin für uns gewinnen konnten und damit unserem Ziel, mit talentierten Nachwuchsspielerinnen in der 2. Bundesliga antreten zu können, ein Stück nähergekommen sind. 

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Hemer ist Zweitligist

(Ein Bericht von Andreas Jagodzinsky, 06.02.2019)

 

Es ist der größte Erfolg der Vereinsgeschichte.

Die Frauenmannschaft des Schachvereins hat im zweiten Anlauf den Aufstieg in die zweite Bundesliga geschafft.

Eigentlich hätte am Sonntag noch das Duell gegen den unmittelbaren Verfolger aus Solingen auf dem Spielplan gestanden. Aber aufgrund von Personalproblemen mussten unsere Gegnerinnen das Spiel absagen.

Es ist natürlich bedauerlich, dass genau wie im letzten Jahr der Aufstieg letztlich durch ein kampfloses Resultat besiegelt worden ist. Aber wenigstens war dieses Mal keine weitere Mannschaft von der Absage betroffen, sondern der Tabellenführer selbst profitierte vom Ausfall. Dafür, dass Solingens Vorsitzender und Mannschaftsführer Oliver Kniest mit seiner frühzeitigen Absage unseren Spielerinnen unnötige Reisen erspart hat und für die aufrichtigen Glückwünsche zum Aufstieg an dieser Stelle mein Dank.

 

Der Aufstieg selbst kam nicht unerwartet, wenngleich an vier Brettern immer mal wieder eine Überraschung möglich ist.

In der Vorsaison ging es darum, Erfahrungen zu sammeln, weil aus unserer Sicht ein Aufstieg nur sinnvoll ist, wenn auch die eigenen Nachwuchsspielerinnen erkennen lassen, dass sie in der höheren Liga wettbewerbsfähig sind. Erst als sie dieses in den ersten vier Runden unter Beweis gestellt hatten, entschieden wir uns, die Aufstiegschancen im letzten Spiel nutzen zu wollen und verstärkten die Mannschaft an Brett 1. Aachens Spielabsage machte uns einen Strich durch die Rechnung.

 

In dieser Saison war dann der Aufstieg das erklärte Ziel.

Um kein Risiko einzugehen, wurde die rumänische Großmeisterin Luminita Cosma, die seit vielen Jahren erfolgreich in der Nationalmannschaft spielt, für alle Kämpfe aufgestellt.

In der vorletzten Runde saß dann mit Iulia Ionica eine weitere Großmeisterin am Brett. Diese hätte auch gegen Solingen am Sonntag gespielt.

Die dritte Großmeisterin Carmen Voicu-Jagodzinsky kam selbstverständlich genau wie die NRW-Vizemeisterin der U16 Valerija Naumenko in allen Spielen zum Einsatz.

Da es diese Saison keine Überschneidung mit der rumänischen Superliga gab, konnten wir personell aus dem Vollen schöpfen.

Zudem konnte Julia Manus am ersten Spieltag einen Punkt zum Auftaktsieg gegen Münster beisteuern. In Runde zwei kam die spanische U16-Spielerin Catriona Dartmann Aubanell zum Einsatz in Düsseldorf.

 

Natürlich stellt es einen erheblichen Wettbewerbsvorteil dar, wenn drei Großmeisterinnen, die aufgrund ihrer Spielstärke in der ersten Bundesliga spielen müssten, in der dritten Liga antreten. Eine solche Aktion war auch nur aufgrund der freundschaftlichen Beziehungen von Luminita und Iulia zu Carmen möglich.

 

Da in der zweiten Bundesliga statt an vier an sechs Brettern gespielt wird, laufen die Personalplanungen für die kommende Saison auf Hochtouren.

Der Schwerpunkt wird dabei auf jungen Spielerinnen, die noch lange nicht am Ende ihrer schachlichen Entwicklung angekommen sind, liegen.

Wir sind zuversichtlich, in den nächsten Tagen die ersten Personalentscheidungen bekanntgeben zu können.

Zudem werden die Bemühungen im Mädchenschachbereich in Hemer weiter intensiviert.

 

Zunächst sind jedoch organisatorische Fragen zu klären, zu denen auch die Suche nach Unterstützern gehört, da die Fahrten in der zweiten Bundesliga deutlich weiter sein werden und angesichts der Doppelrunden samstags und sonntags auch Übernachtungen nicht vermeidbar sein werden.

 

 

Vom Bauchgefühl und Plänen

(Ein Bericht von Andreas Jagodzinsky, 14.01.2019)

 

 

Kommen wir zum angekündigten Bericht über die vorletzte Runde der Frauenregionalliga in Porz.

Die Porzer verfügen neben einem sehr geräumigen und schönen Spiellokal über einen relativ großen Kader, in dem von sehr jungen Anfängerinnen bis zu erfahrenen Spielerinnen mit DWZ über 2000 alles vertreten ist.

Eine Prognose, ob wir einen leichten Pflichtsieg einfahren können oder mit erbittertem Widerstand rechnen müssen, ist kaum verlässlich anzustellen.

Mein Bauchgefühl sagte mir, dass Porz gegen uns eine starke Aufstellung wählen würde. Ob die Gleichung „viel Bauch=viel Gefühl“ aufgeht, weiß ich nicht. Aber gestern war meine Einschätzung jedenfalls richtig.

 

Auf dem Spielberichtsbogen tauchten bei Porz die Rangnummern 1-4 auf. Wenngleich Brett 1 kurzfristig ausfiel, war der Plan natürlich richtig, auch wenn die Zahl der in der Liga kampflos entschiedenen Partien auch gestern wieder stieg und nun bei knapp einem Viertel aller angesetzter Partien liegt.

An Brett 1 dürfte gegen unsere stärkste Spielerin WGM Cosma mit Schwarz nicht viel gehen. Aber schon an Brett 2 wartete auf Carmen Voicu-Jagodzinsky die Dritte der letzten DJEM U18, Kathrin Sewald mit einer DWZ klar über 2000.

Gegen talentierte Jugendspielerinnen ist es psychologisch immer unangenehm für die Favoritinnen.

Hier hofften die Gastgeber wahrscheinlich auf eine Überraschung, wenngleich die klare Favoritenstellung unserer Spielerin unbestritten war.

Dahinter warteten zwei Gegnerinnen mit DWZ um die 1900-er Marke.

Bislang hatten wir mit Valerija Naumenko (1726), Julia Manus (1320) und Catriona Dartmann Aubanell (1745) gespielt. Hier sollten also vermutlich die Punkte für die Gastgeberinnen eingefahren werden.

Allerdings hatten wir entschieden, so kurz vor dem Saisonende kein Risiko einzugehen und boten an Brett 3 die ehemalige rumänische Frauenmeisterin Iulia Ionica auf. Valerija rutschte an Brett 4.

Erstmals in der Vereinsgeschichte traten wir mit drei Großmeisterinnen an.

Die personelle Umstellung sollte sich als richtig erweisen. Der Kampf dauerte eigentlich nur knapp zwei Stunden. Valerija kam gegen ihre ihre favorisierte Gegnerin mit Schwarz gut aus der Eröffnung. Als unsere Spielerin nach einer Unaufmerksamkeit ihrer Gegenspielerin in bereits besserer Stellung eine Figur eroberte und wenig später gewann, stand es 2-0.

An den anderen Brettern lag keine Sensation in der Luft.

Carmen hatte in der Vorbereitung eine Schwäche in der gegnerischen Eröffnung ausgemacht und stand von Beginn an bequem. Iulia hatte zwar nicht viel aus der Eröffnung herausgeholt, aber Ansätze für Schwarz, seriöse Gewinnversuche anzustellen, gab es zu keinem Zeitpunkt. Iulia gab die Partie dann wenig später Remis, so dass Carmen ohne mannschaftstaktische Zwänge ihren erspielten Vorteil verwerten konnte.

Aufgrund des 2-2 im Parallelspiel zwischen Solingen und Düsseldorf geht unsere Mannschaft mit einem Mannschaftspunkt Vorsprung in die letzte Runde.

Im direkten Duell mit Solingen wird am 10. Februar der Aufsteiger in die zweite Bundesliga ermittelt.

 

Aufgrund des Vorsprungs in der Tabelle und der DWZ unserer Spielerinnen sind die Aussichten objektiv besser für uns. Aber Solingen verfügt über einige hochtalentierte Nachwuchsspielerinnen und kann die Mannschaft mit erfahrenen Kräften verstärken, so dass eine konzentrierte Leistung unserer Spielerinnen erforderlich sein wird, um nicht auf der Zielgeraden abgefangen zu werden.